Schi­zo­phre­nie oder PTBS?

Es kommt lei­der immer wie­der vor, dass die Dia­gno­se “Schi­zo­phre­nie” bzw. eine so genann­te schi­zo­phreni­for­me Stö­rung gestellt wird, obwohl es sich um post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­sym­pto­me han­delt. Das ist des­we­gen so fatal, weil Men­schen mit der Dia­gno­se Schi­zo­phre­nie einen Stem­pel auf­ge­drückt bekom­men, den sie nicht wie­der los­wer­den. Sie wer­den als Psy­cho­pa­then ver­schrien, als Irre oder der­glei­chen. Die Fol­gen kön­nen ver­hee­rend für das wei­te­re Leben sein.

Wie unter­schei­de ich eine Schi­zo­phre­nie von einer PTBS (post­trau­ma­ti­sche Belastungsstörung)?

Wenn ein Mensch vor Dir steht, der ängst­lich ist, unru­hig her­um­zap­pelt, bei jeder Bewe­gung, die Du machst, erschreckt und sich bedroht fühlt oder aggres­siv wird, wenn Du ihm einen Schritt zu nahe kommst… oder wenn er in sich gekehrt ist, kaum Kon­takt zur Außen­welt auf­nimmt, sei­ne Affek­te so flach sind, dass Du kaum eine Regung wahr­neh­men kannst… wenn er von irrea­len Gefüh­len und Emp­fin­dun­gen spricht, wie z. B. “ich füh­le mich wie unter Strom” oder wenn er sagt, dass er sei­ne Glied­ma­ßen nicht spürt… wenn er sei­ne Glied­ma­ßen nicht bewe­gen kann… wenn er Dir mit­teilt, er habe das Gefühl, sei­ne Haut wür­de bren­nen oder wenn er Dir auf Dei­ne Fra­ge eine ganz ande­re Ant­wort gibt als das, was gefragt war… wenn er Stim­men im Kopf hat, die immer wie­der auf ihn ein­re­den, ihn ver­höh­nen oder aus­la­chen… wenn er beschreibt, dass er nicht mehr Herr sei­ner Gedan­ken und sei­ner Gefüh­le ist… wür­dest Du die­sen Men­schen als schi­zo­phren bezeichnen?

Auf den ers­ten Blick viel­leicht ja. Die Sym­pto­ma­tik könn­te dar­auf hin­deu­ten, dass es sich nach schul­me­di­zi­ni­scher Leh­re um eine schi­zo­phreni­for­me Erkran­kung han­delt. Es könn­te sich aber auch genau­so gut um post­trau­ma­ti­sche Stress-Sym­pto­me han­deln. Das wird lei­der all­zu oft ver­kannt. Vie­le Behand­ler schau­en nur auf die Sym­pto­me und ver­su­chen sie sogleich ein­zu­ord­nen. Zusam­men­ge­zählt ergibt sich dann die­ses oder jenes “Stö­rungs­bild”.

Ursa­chen suchen — Zusam­men­hän­ge erkennen

Dabei ist es von gro­ßer Bedeu­tung, nicht nur auf die Sym­pto­me zu schau­en, die augen­schein­lich sind, son­dern auch nach einem mög­li­chen Aus­lö­ser in der Lebens­ge­schich­te des Betrof­fe­nen zu suchen, nach der Ursa­che für die Sym­pto­ma­tik. Dies ist bei post­trau­ma­ti­schem Stress genau­so wich­tig wie bei ande­ren psy­chi­schen Beein­träch­ti­gun­gen. Gera­de trau­ma­ti­scher Stress kann Sym­pto­me nach sich zie­hen, die nach der Schul­mei­nung als psy­cho­tisch ein­zu­ord­nen sind. Psy­cho­tisch heißt, wenn Betrof­fe­ne bei­spiels­wei­se von wahn­haf­ten Ver­fol­gungs- oder Beein­träch­ti­gungs­ge­dan­ken geplagt wer­den oder von kör­per­li­chen Miss­emp­fin­dun­gen, wie Taub­heits­ge­füh­len oder dem Gefühl, kör­per­lich berührt wor­den zu sein. Die­se Sym­pto­me, die als psy­cho­tisch gel­ten, kön­nen auch bei schwe­ren trau­ma­ti­schen Erleb­nis­sen vor­kom­men, z. B. nach einer Ver­ge­wal­ti­gung, nach kör­per­li­cher Fol­ter oder immer wie­der keh­ren­den kör­per­li­chen und psy­chi­schen Gewalt­er­fah­run­gen, wie z. B. ritua­li­sier­te Gewalt.

Es muss auch dar­an gedacht wer­den, dass Men­schen mit zahl­rei­chen oder immer wie­der­keh­ren­den Trau­ma­ta mit der Zeit tat­säch­lich ‘wahn­sin­nig’ wer­den kön­nen. Dies gilt nicht nur für Opfer, son­dern auch für Täter. Wer ande­ren Men­schen stän­dig und immer wie­der­keh­rend Gewalt zufügt, kann dabei in einen regel­rech­ten Blut­rausch gera­ten und total irre wer­den. Oft wird Fol­ter­knech­ten oder Ter­ro­ris­ten selbst schlimms­te (sexua­li­sier­te) Gewalt ange­tan, damit sie auf Befehl funktionieren.

Wenn sie dann ihrer­seits ande­ren Men­schen Gewalt zufü­gen, befin­den sie sich meist in einem dis­so­zia­ti­ven Zustand, d. h. sie haben im Anschluss an die Tat kei­ne Erin­ne­rung mehr dar­an, was sie getan haben und gehen ihrer gewohn­ten Arbeit nach. Ter­ro­ris­ten wer­den ent­spre­chend aus­ge­bil­det. Die Befehls­ha­ber wis­sen genau, wie sie Men­schen in eine Dis­so­zia­ti­on füh­ren kön­nen und wie­der hin­aus. Wenn z. B. Selbst­mord­at­ten­tä­ter mit einem Gür­tel um den Bauch in eine Men­schen­men­ge geschickt wer­den, wur­den sie vor­her meist sexu­ell gefol­tert und befin­den sich in einem dis­so­zia­ti­ven Zustand (Dis­so­zia­ti­on ist ein Über­le­bens­me­cha­nis­mus, d. h. das Gehirn kop­pelt die schlimms­ten Erfah­run­gen vom All­tags­be­wusst­sein ab, weil das Grau­en sonst uner­träg­lich wäre). In die­sem Zustand kön­nen sie die Tat aus­füh­ren, ohne über mög­li­che Fol­gen oder gar den eige­nen Tod nachzudenken.

Für Opfer von z. B. ritua­li­sier­ter sexu­el­ler Gewalt gilt das­sel­be ent­spre­chend. Sie wer­den von den Tätern Schritt für Schritt in die Dis­so­zia­ti­on geführt, in die­sem Zustand miss­braucht und danach Schritt für Schritt wie­der aus der Dis­so­zia­ti­on her­aus­ge­führt in den nor­ma­len All­tag. Die Opfer ver­brin­gen den Rest des Tages ganz nor­mal, und wenn man sie fragt, wie ihr Tag war, sagen sie: Gut, alles in Ord­nung. Und sie emp­fin­den es auch als in Ord­nung, weil sie an den Miss­brauch sowie die unmit­tel­ba­re Zeit davor und danach kei­ne Erin­ne­rung haben.

Es ist so lan­ge alles in Ord­nung, bis so genann­te Trig­ger (= Aus­lö­ser), wie z. B. bestimm­te Gerü­che, For­men, Far­ben, Gestal­ten, Klän­ge etc. dafür sor­gen, dass der Betrof­fe­ne plötz­lich aus hei­te­rem Him­mel anfängt zu schrei­en, eine Panik­at­ta­cke bekommt oder in Apa­thie ver­fällt und ‘wir­res’ Zeug redet. Für den Betrof­fe­nen ist es so, als erleb­te er das Schreck­li­che jetzt in die­sem Moment, obwohl es schon eine Zeit­lang zurück­liegt und es dabei in Wirk­lich­keit um eine Erin­ne­rung han­delt, die lan­ge ver­drängt im Unter­be­wusst­sein schlum­mer­te und jetzt hochpoppt.

Die­se Men­schen sind nicht schi­zo­phren. Schi­zo­phren oder psy­cho­pa­tisch sind die Draht­zie­her dahin­ter, meist geschul­te Leu­te, die genau wis­sen, wie das mensch­li­che Gehirn und die Psy­che funk­tio­nie­ren. Sie sind die wahr­haft Kran­ken und gehö­ren aus dem Ver­kehr gezogen.

Wer­den post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­sym­pto­me nicht recht­zei­tig und nicht rich­tig behan­delt, kön­nen sie chro­ni­fi­zie­ren und extre­me Aus­ma­ße anneh­men, die dann in der Tat schi­zo­phre­nie-ähn­lich anmu­ten können.

Bei der Dia­gno­se­stel­lung — spe­zi­ell bei der Unter­schei­dung Schi­zo­phre­nie oder PTBS — gibt es so vie­le Fak­to­ren zu berück­sich­ti­gen, wes­halb die Fra­ge nach der Kau­sa­li­tät von immenser Bedeu­tung im Umgang mit den Betrof­fe­nen ist.

Aber die Fra­ge nach der Ursa­che inter­es­siert unser Gesund­heits­sys­tem oder bes­ser gesagt unser Krank­heits­er­hal­tungs­sys­tem nicht. Eine Refe­rats­lei­te­rin im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um hat mir ein­mal per­sön­lich gesagt, dass nach den Ursa­chen nicht geschaut wer­de, es wür­den immer nur die Sym­pto­me behan­delt. Etwas ande­res sei in unse­rem Gesund­heits­sys­tem nicht vor­ge­se­hen. So, jetzt weißt Du’s.

Leit­sym­pto­me der Schizophrenie

Es gibt unter­schied­li­che Arten von Schi­zo­phre­nie mit unter­schied­li­chen Sym­ptom­bil­dern. Leit­sym­pto­me sind:

For­ma­le Denk­stö­run­gen (zer­fah­re­nes, sprung­haf­ter Gedan­ken­gang ohne logi­schen Zusam­men­hang, Spra­che bruch­stück­haft bis Wort­sa­lat, Sprach­ver­ar­mung, plötz­li­ches Abrei­ßen des zunächst flüs­si­gen Gedankens)

Inhalt­li­che Denk­stö­run­gen (Wahn, z. B. Ver­fol­gungs­wahn, Ver­gif­tungs­wahn, hypo­chon­dri­scher Wahn etc., wahn­haf­te Fehl­in­ter­pre­ta­tio­nen einer rea­len Wahrnehmung)

Ich-Stö­run­gen (Fremd­beein­flus­sungs­er­le­ben = Den­ken und Han­deln erschei­nen als von außen gelenkt; Gedan­ken­ent­zug, Gedan­ken­ein­ge­bung, Deper­so­na­li­sa­ti­on = der Kör­per und das Ich bil­den kei­ne Ein­heit mehr, die Gren­zen zwi­schen Ich und Umwelt sind durch­läs­sig; Derea­li­sa­ti­on = Emp­fin­den von räum­li­cher Ver­än­de­rung, Ent­frem­dung der Umwelt, Emp­fin­den des Unwirk­li­chen, Gespenstischen)

Wahr­neh­mungs­stö­run­gen (akus­ti­sche, opti­sche oder tak­ti­le Hal­lu­zi­na­tio­nen, Leib­hal­lu­zi­na­tio­nen = abnor­me Kör­per­emp­fin­dun­gen, wie z. B. das Gefühl des Schrump­fens oder das Gefühl, von elek­tri­schem Strom durch­strömt zu werden)

Affekt­stö­run­gen (emo­tio­na­le Ver­ar­mung und Iso­la­ti­on, man­geln­der emo­tio­na­ler Kon­takt, lee­re Hei­ter­keit oder Albern­heit, inad­äqua­te Affek­te = Gefühls­aus­druck und Erleb­nis­in­halt pas­sen nicht zusam­men, unpas­sen­de Mimik)

Kata­to­ne Stö­run­gen (star­ke moto­ri­sche Unru­he mit z. T. ste­reo­ty­pen Bewe­gungs­ab­läu­fen, Erre­gungs­zu­stän­de , Schrei­en, Grim­mas­sie­ren, Stö­run­gen der Psy­cho­mo­to­rik, bizar­re Hal­tun­gen, Hal­tungs­ste­reo­ty­pien etc.)

Sui­zi­da­li­tät und Aggres­si­vi­tät (Sui­zid­ge­fahr durch befeh­len­de Stim­men und Angst­zu­stän­de oder Ver­fol­gungs­wahn; Fremd­ge­fähr­dung durch z. B. Angriff auf ver­meint­li­chen Verfolger)

Die drei häu­figs­ten Vari­an­ten der Schizophrenie

Bei der para­no­id-hal­lu­zi­na­to­ri­schen Schi­zo­phre­nie ste­hen Wahn­erleb­nis­se und Hal­lu­zi­na­tio­nen im Vor­der­grund. Es ist das häu­figs­te Erschei­nungs­bild schi­zo­phre­ner Stö­run­gen. Die Sym­pto­ma­tik beginnt meist ab dem 40. Lebensjahr.

Die kata­to­ne Schi­zo­phre­nie ist geprägt von Stö­run­gen des Antriebs sowie der Will­kür­be­we­gun­gen. Dabei kommt es zu Schwan­kun­gen zwi­schen kata­to­nem Stu­por (Erstar­rung) und kata­to­ner Erre­gung. Beim Stu­por ist der Betrof­fe­ne bei kla­rem Bewusst­sein und nimmt die Vor­gän­ge in sei­ner Umge­bung mit beson­de­rer Emp­find­lich­keit wahr. Er ist jedoch auf­grund sei­ner Bewe­gungs­un­fä­hig­keit nicht in der Lage, dar­an teil­zu­neh­men. Wenn­gleich Angst, Wahn und Hal­lu­zi­na­tio­nen nicht im Vor­der­grund ste­hen, so sind sie für den Betrof­fe­nen doch beson­ders quälend.

Bei der hebe­phre­nen Schi­zo­phre­nie han­delt es sich um eine Form, die beson­ders jun­ge Men­schen meist vor dem 30. Lebens­jahr betrifft. Affekt­stö­run­gen, for­ma­le Denk­stö­run­gen (unge­ord­net, zer­fah­ren, weit­schwei­fig), Stö­run­gen des Sozi­al­ver­hal­tens und Manie­ris­men (= bizar­re, ver­zerr­te oder ver­schnör­kel­te Bewe­gungs­ab­läu­fe, die in die­ser Situa­ti­on unsin­nig erschei­nen), bestimm­ten das Erscheinungsbild.

Behand­lung von Schizophrenie

Die Behand­lung bei Men­schen mit aku­ter Schi­zo­phre­nie erfolgt in der Regel sta­tio­när und mit Psy­cho­phar­ma­ka (Anti­psy­cho­ti­ka, Anti­de­pres­si­va, Beru­hi­gungs­mit­tel etc.). Eine Behand­lung wird ggf. auch gegen den Wil­len des Betrof­fe­nen mit­tels einer behörd­li­chen Unter­brin­gung durch­ge­führt. Neben der Phar­ma­ko­the­ra­pie ist auch eine psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Behand­lung sinn­voll, z. B. Sozio­the­ra­pie zur För­de­rung der Eigen­ak­ti­vi­tät, För­de­rung der Fähig­keit zur Ent­wick­lung von Bewäl­ti­gungs­stra­te­gien, lebens­prak­ti­sche Maß­nah­men im Bereich Arbeit, Frei­zeit und Woh­nung; Ver­hal­tens­the­ra­pie zur Ver­bes­se­rung der sozia­len Kom­pe­tenz; Arbeits- und Beschäf­ti­gungs­the­ra­pie und wei­te­re Reha-Maßnahmen.

Behand­lung von PTBS

Eine Post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­stö­rung braucht ggf. auch Medi­ka­men­te, aber nicht zwangs­läu­fig. Anti­de­pres­si­va, angst­lö­sen­de und beru­hi­gen­de Medi­ka­men­te kön­nen zum Ein­satz kom­men, hin und wie­der auch Anti­psy­cho­ti­ka. Dies muss indi­vi­du­ell abge­stimmt und ent­schie­den wer­den. Es gibt vie­le Betrof­fe­ne, die pri­ma ohne Medi­ka­men­te aus­kom­men oder allen­falls ein homöo­pa­ti­sches Mit­tel neh­men. Auch eine sta­tio­nä­re Behand­lung ist nicht unbe­dingt erfor­der­lich. Die psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Behand­lung von post­trau­ma­ti­schem Stress soll­te nicht in ers­ter Linie aus einer Ver­hal­tens­the­ra­pie bestehen.  Lei­der wird dies aber in vie­len Fäl­len so gemacht, weil es sich über die Kran­ken­kas­sen abrech­nen lässt. Für die Betrof­fe­nen ist eine Ver­hal­tens­the­ra­pie bei PTBS mit­un­ter fatal. Sie brau­chen eine spe­zi­ell auf ihre Bedüf­nis­se aus­ge­rich­te­te Trau­ma­the­ra­pie. Vie­le The­ra­peu­ten ver­fü­gen aber gar nicht über die ent­spre­chen­de Zusatz­qua­li­fi­ka­ti­on. Es genügt auch nicht, ein Wochen­end­se­mi­nar in EMDR zu bele­gen und zu glau­ben, man kön­ne Trau­ma­the­ra­pie machen. Lei­der kommt dies immer wie­der vor. Die War­te­zeit auf einen ange­mes­se­nen The­ra­pie­platz beträgt vie­le Mona­te, bis zu einem Jahr und länger.

Dif­fe­ren­ti­al­dia­gno­se bei Schizophrenie

Schul­me­di­zi­ni­sche Dia­gno­sen kön­nen ein Fluch sein, aber für man­che auch ein Segen. Men­schen, die ihre Dia­gno­se ken­nen, kön­nen sich dadurch sehr erleich­tert füh­len. Sie haben dann das Gefühl, etwas Greif­ba­res in der Hand zu haben, end­lich Gewiss­heit zu haben, was mit ihnen los ist. Für ande­re wie­der­um bedeu­tet eine Dia­gno­se etwas End­gül­ti­ges, oft auch Stig­ma­ti­sie­ren­des. Oft kom­men Angst und das Gefühl von Hilf­lo­sig­keit hin­zu. Das kann zu einer gro­ßen Belas­tung wer­den. Im GK3 für Psych­ia­trie, der Bibel für alle ange­hen­den Psych­ia­ter oder Psy­cho­the­ra­peu­ten, sind fol­gen­de Dif­fe­ren­ti­al­dia­gno­sen aufgeführt:

  1. Schi­zo­phre­nie­ty­pi­sche Sym­pto­me über mind. 1 Monat
  2. orga­ni­sche Psy­cho­sen (z. B. Delir)
  3. psy­cho­ti­sche Sym­pto­me bei Suchterkrankungen
  4. Aku­te, schi­zo­phre­nie­for­me psy­cho­ti­sche Stö­run­gen (kur­ze reak­ti­ve Stö­rung, weni­ger als 1 Monat)
  5. Per­sön­lich­keits­stö­run­gen (para­no­ide, schi­zo­ty­pe und schizoide)
  6. Aku­te bzw. anhal­ten­de wahn­haf­te Störung

Wo blei­ben hier die Sym­pto­me einer post­trau­ma­ti­schen Belas­tungs­re­ak­ti­on, wie z. B. dis­so­zia­ti­ve Reak­tio­nen, wie Stu­por, Krampf­an­fäl­le, Deper­so­na­li­sa­ti­on, Derea­li­sa­ti­on und der­glei­chen. Auch die gehö­ren in die Dif­fe­ren­ti­al­dia­gno­se bei Schi­zo­phre­nie. Denn die Sym­pto­me sind oft sehr ähn­lich und müs­sen vor der end­gül­ti­gen Dia­gno­se­stel­lung unbe­dingt abge­klärt und abge­grenzt wer­den. Man könn­te die Sym­pto­me der PTBS auch im Punkt 1 “Schi­zo­phre­nie­ty­pi­sche Sym­pto­me über mind. 1 Monat” unter­brin­gen. Aber gera­de die­ser Punkt ist ja ein Kri­te­ri­um, das für die Dia­gno­se Schi­zo­phre­nie spricht. Viel­leicht kann mir jemand erklä­ren, war­um der Punkt 1 im GK3 dif­fe­ren­ti­al­dia­gnos­tisch auf­ge­führt ist.

Schi­zo­phre­nie oder PTBS?

Ich weiß, dass die dif­fe­ren­ti­al­dia­gnos­ti­sche Abgren­zung nicht ein­fach ist, gera­de bei Schi­zo­phre­nie. Sogar erfah­re­ne Ärz­te und The­ra­peu­ten tun sich damit schwer. Ich ken­ne Fäl­le, in denen eine Schi­zo­phre­nie dia­gnos­ti­ziert wur­de, und im Nach­hin­ein stell­te sich her­aus, dass es sich in Wirk­lich­keit um post­trau­ma­ti­sche Stress-Reak­tio­nen gehan­delt hatte.

Ich hat­te vor ein paar Jah­ren (ich war gera­de mit mei­ner Aus­bil­dung fer­tig) mit einer betrof­fe­nen Frau ein lan­ges Tele­fon­ge­spräch. Sie erzähl­te mir, dass bei ihr eine Schi­zo­phre­nie dia­gnos­ti­ziert wor­den war, sie aber der Mei­nung sei, dass es sich bei ihr um post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­sym­pto­me han­del­te. Sie erzähl­te mir, was ihr alles pas­siert war.

Ich hat­te bei ihren Schil­de­run­gen zunächst auch den Ein­druck gewon­nen, dass an der Dia­gno­se Schi­zo­phre­nie etwas dran sein könn­te. So berich­te­te sie bei­spiels­wei­se von “Wel­len”, die immer über sie kom­men wür­den. Auf mein Nach­fra­gen konn­te sie nicht wei­ter spre­chen. Sie stam­mel­te, ihre Gedan­ken ris­sen ab und sie konn­te den Faden nicht wie­der auf­grei­fen. Aller­dings hat­te ich die Frau nur am Tele­fon und nicht per­sön­lich vor mir sit­zen, so dass ich ohne­hin kei­ne Ver­mu­tung hät­te äußern kön­nen, um was es sich wirk­lich han­delt.  Abge­se­hen davon bleibt die Dia­gno­se­stel­lung “Schi­zo­phre­nie” allein Psych­ia­tern vorbehalten.

Lan­ge Rede — kur­zer Sinn: Fakt war, dass die Frau ein­fach zu vie­le schreck­li­che Din­ge erlebt hat­te und nicht in der Lage war, sie chro­no­lo­gisch zu schil­dern. Es stell­te sich wei­ter­hin her­aus, dass die­se “Wel­len” kei­nes­wegs abnor­me wahn­haf­te Emp­fin­dun­gen waren. Die Frau konn­te ledig­lich ihre Emp­fin­dun­gen und Ein­drü­cke nicht mit den pas­sen­den Wor­ten beschrei­ben, weil sie durch die trau­ma­ti­schen Erleb­nis­se noch so beein­träch­tigt war. Die Sym­pto­me waren in der Zwi­schen­zeit chro­ni­fi­ziert, da sie nicht bzw. unsach­ge­mäß behan­delt wur­den. Mit einer Schi­zo­phre­nie hat­te ihre Sym­pto­ma­tik so viel zu tun, wie der Papst mit dem Kamasutra.

Acht­sam­keit bei der Diagnosestellung

Ich unter­stel­le den meis­ten Medi­zi­nern, Psych­ia­tern und Psy­cho­the­ra­peu­ten eine för­der­li­che Ein­stel­lung zu ihrer Arbeit und ihren Patienten.

Lei­der wer­den immer wie­der Fehl­dia­gno­sen, feh­ler­haf­te oder fal­sche Gut­ach­ten erstellt und Fehl­be­hand­lun­gen durch­ge­führt. Es wird wohl die unter­schied­lichs­ten Grün­de dafür geben, je nach­dem, wel­chen Interessen(gruppen) hier gedient wer­den soll.

Des­halb möch­te ich Sie, ver­ehr­te Fach­kräf­te und ange­hen­de Fach­kräf­te im Bereich Medi­zin, Psych­ia­trie und Psy­cho­the­ra­pie, herz­lich bit­ten, mit Men­schen, die sich ver­trau­ens­voll in Ihre Hän­de bege­ben, beson­ders acht­sam und behut­sam umzu­ge­hen. Wenn Sie den Men­schen wohl­ge­son­nen sind, schau­en und hören Sie ein­mal mehr hin, bevor Sie eine end­gül­ti­ge Dia­gno­se stel­len oder ein Gut­ach­ten schrei­ben. Fra­gen Sie nach Hin­ter­grün­den und suchen Sie nach Zusam­men­hän­gen, auch wenn unser aktu­el­les Gesund­heits­sys­tem das nicht vor­sieht. Es kann nicht sein, dass wir gezwun­gen wer­den sol­len, die Kau­sa­li­tät von Erkran­kun­gen sowie die Wech­sel­wir­kung zwi­schen Kör­per und Psy­che zu igno­rie­ren, nur weil es ein paar weni­gen so gefällt.

Erin­nern Sie sich dar­an, war­um Sie Arzt oder The­ra­peut gewor­den sind.

Man könn­te noch so viel zu die­sem The­ma sagen, aber an die­ser Stel­le soll es genug sein. Mehr dazu in mei­nen nächs­ten Blog-Artikeln.


Lite­ra­tur:

Poehl­ke, T. (2009): GK3 Psych­ia­trie. Ori­gi­nal-Prü­fungs­fra­gen mit Kom­men­tar. – 17. Auf­la­ge, Thie­me Verlag

13 Gedanken zu „Schi­zo­phre­nie oder PTBS?

  1. So ist es. Die Lieb­lo­sig­keit wird noch ver­stärkt durch die bis­lang andau­ern­den Kon­takt­be­schrän­kun­gen. Das ist eine Kata­stro­phe. Ich wür­de mich freu­en, mehr über die Abschaf­fung des Schi­zo­phre­nie-Begrif­fes in Japan zu erfahren.
    Bes­te Grüße
    Sylvia

  2. Auch ich moech­te hier ganz deut­lich zu ver­ste­hen geben, dass den Men­schen mit SChizofre­nie­dia­gno­se unwahr­schein­li­ches Unrecht geschieht. Es sind oft hoch­sen­si­ble und sehr lie­be Men­schen, die gera­de psy­cho­tisch wur­den, weil die Gesell­schaft zu viel fuer sie wur­de. Der Begriff muss defi­ni­tiv abge­schafft wer­den, so wie es in Japan schon gesche­hen ist. Pshy­cho­ti­sche Men­schen brau­chen unse­re Unters­tuet­zung und Ver­sta­end­nis!!! Der eine reagiert mit Depres­sio­nen, ein ande­rer mit PSy­cho­sen. Bit­te wir mus­sen auf­wa­chen und erken­nen, dass vie­le Men­schen gera­de durch Lieb­lo­sig­keit noch kra­en­ker werden.

  3. Ich den­ke auch, dass sich die Medi­zin, sowie Dia­gno­sen stets wan­deln und wei­ter entwickeln.

    Bei mir sind nun 15 Jah­re ver­gan­gen, dass die Dia­gno­sen Schi­zo­phre­nie und Psy­cho­se gestellt wur­den. Ich war unfrei­wil­lig in der geschlos­se­nen. Die Medi­ka­men­te konn­te man nicht ver­nei­nen. Wirk­lich gespro­chen hat kei­ner mit einem. 

    Für die Umwelt sind die Dia­gno­sen schlim­mer als für einen sel­ber. Ich setz­te anschlie­ßend sofort die “Behand­lung” und Medi­ka­men­te ab. Erlitt noch zwei wei­te­re psy­chi­sche Aus­nah­me­si­tua­tio­nen, wel­che mich an den Rand der Gesell­schaft brach­ten (kei­ne Kran­ken­ver­si­che­rung, kein Job, teil­wei­se kei­ne Woh­nung). Angst vor Ärz­ten. Mei­ne Mut­ter ver­such­te das ich einen Betreu­er erhal­te. Das Amts­ge­richt sah dies zum Glück anders. Dafür hat sie mir Medi­ka­men­te ins Essen gemischt bis ich es schmeck­te. Das erzählt sie mir heu­te noch und ist/war der Mei­nung ich sei krank. Nun habe ich mei­nen Pei­ni­ger wegen Straf­ta­ten gegen die sexu­el­le Selbst­be­stim­mung ange­zeigt. Da muss­te sie schlu­cken und stellt ihr Han­deln in Frage.

    Lei­der ist alles ver­jährt. Scha­de das mein “hil­fe­schrei” nicht adäquat behan­delt wur­de. Frü­hes­tens zum Zeit­punkt des Miss­brauchs, wel­cher damals schon den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den bekannt war, nur nicht in wel­chem Aus­maß… und spä­tes­tens mit mei­nen “Krank­hei­ten”.

    Jetzt erwächst die Erkennt­nis über den Zusam­men­hang. Dazu war aber eine extre­me ret­raumi­siert not­wen­dig. Nach jah­re­lan­gen schwei­gen, ver­drän­gen und verharmlosen.

    Ja ich hat­te Psy­cho­sen. Mich ver­folg­ten Gedan­ken an mei­ne Kind­heit. Ich konn­te und woll­te nur nicht dar­über spre­chen. Klar das die Ärz­te sich eine medi­zi­ni­sche Erklä­rung in Form irgend­wel­cher Dia­gno­sen suchen, damit sie gewinn­brin­gend Ihre Leis­tun­gen abrech­nen kön­nen. Der Mensch/Patient steht lei­der nicht im Vordergrund.

    Ich suche mir gera­de einen The­ra­peu­ten. Ich bin gespannt was die­ser so für Dia­gno­sen stellt.

    Kopf hoch an alle. Lasst Euch nicht ein­re­den, dass ihr krank seid. Ihr habt nur etwas nicht ver­ar­bei­tet! Nie­mand steckt in Euch drin und kann mit sei­nen theo­re­ti­schen Leh­bü­chern ver­ste­hen was in Euch vorgeht.

    Vie­len Dank für Eure Aufmerksamkeit.

  4. Sehr geehr­te Frau Geiss,
    Vie­len Dank für ihren Arti­kel — er hat mir sehr geholfen/gefallen. Ich bin 52. Bei mir wur­de vor ca. 10 Jah­ren eine para­no­ide Schi­zo­phre­nie dia­gnos­ti­ziert, mit diver­sen sta­tio­nä­ren Kli­nik­auf­ent­hal­ten etc.. Die­se Dia­gno­se hat mich sei­ner­zeit dazu ver­an­lasst mich jah­re­lang damit inten­siv (u.a. sehr viel lesend) zu beschäf­ti­gen, ins­be­son­de­re mit der “Rich­tig­keit” der Dia­gno­se­stel­lung. Ich bin heu­te der Mei­nung, das ich nicht an einer Schi­zo­phre­nie erkrankt war (seit 2 Jah­ren sind sämt­li­che Sym­pto­me ver­schwun­den), son­dern an einer PTBS. Mitt­ler­wei­le ist mir aber sogar die Dia­gno­se­stel­lung, ob rich­tig oder falsch, nicht mehr wich­tig, denn ich habe einen enor­men Gesun­dungs­pro­zess durch­lau­fen. Ich bin Ihrer Mei­nung, dass nicht nur die Sym­pto­me gese­hen wer­den dür­fen. Die “Erkennt­nis” über mei­ne Erkran­kung muss­te ich mir selbst sehr hart erar­bei­ten, denn unser Sys­tem hat kein Inter­es­se an den Ursa­chen. Ich fin­de, das ist ein rie­sen Pro­blem, denn das ist für eine Gesun­dung manch­mal sehr hinderlich/wenig hilf­reich. Pati­en­ten wer­den auch durch das Sys­tem m.E. zu (Dauer-)Patienten gemacht. In dem jah­re­lan­gen Pro­zess mei­ner Erkran­kung (und Gesun­dung) habe ich nicht vie­le kom­pe­ten­te Ärz­te erlebt. Die meis­ten, mit denen ich zu tun hat­te, hal­te ich im Nach­hin­ein für (sehr) pro­ble­ma­tisch. Wenn ich die immer in der Wei­se ernst genom­men hät­te, wie sie es oft von mir ver­langt haben, wäre ich m.E. heu­te noch krank!! Ich habe sie in Fra­ge gestellt. Ich hat­te oft den Gedan­ken, nicht nur “Opfer” einer tücki­schen Erkran­kung zu sein, son­dern auch Opfer unse­res Gesund­heits­sys­tems (Ärz­te­schaft + Phar­ma­lob­by). Sobald sie ver­su­chen, sich dage­gen auf­zu­leh­nen, wird das als wei­te­re Bezeu­gung Ihrer Erkran­kung betrach­tet. Es ist ein Teu­fels­kreis. Aber ich habe es geschafft, da raus zu kommen.
    Ich wün­sche Ihnen noch einen schö­nen Tag!!
    J. Diek­mann, Oldenburg

  5. Was mir auch wirk­lich übel auf­stößt — ist der feh­len­de Beweis.
    Ich wur­de gefol­tert und miss­han­delt, ver­gif­tet und vom Leben ange­hal­ten, ver­leum­det und ange­pö­belt — und das alles weil eine Per­son sagt, ich hät­te sie 15 Jah­re lang ver­bal miss­braucht, und mich nie um den Haus­halt geküm­mert und mich nie gewaschen !!!!
    War­um hat man dann nie eine Video­auf­nah­me davon gesehen !
    War­um hat nie jemand gese­hen, wie ich ver­bal aus­fäl­lig wurde ?

    Die Zeu­gen, die mei­ne Mut­ter vor dem Amt­ge­richt mit­ge­bracht hat­te, sag­ten aus, sie hät­ten mich nie ver­bal aus­fäl­lig wer­den sehen-aber die Mut­ter sagt es stimmt also stimmt es !Sogar als Klas­sen­ka­me­ra­den sag­ten, Chris­tia­ne wäre aber eher die Sau­lah­me-Wehr dich mal Chris­tia­ne !!!und :Chris­tia­ne hat aber auf der Klas­sen­rei­se immer gut geduscht und Kla­mot­ten gewa­schen !!!! .…… Ganz normal.….
    Woll­te kei­ner hören. Ich hat­te auch den Ein­druck, die Rich­te­rin war eine Scientologin.
    Und, obwohl mei­ne Schwes­ter den Kon­takt zu mei­ner Mut­ter abge­bro­chen hat-weil die ver­rüüückt ist wie sie sag­te-ich habe kei­ne Chance !

    Ich hat­te Video­auf­nah­men wie ich miss­han­delt wur­de-abe­rals ich es allen geziegt hat­te und nach Hau­se ging-war Abend mein Han­dy tot-und ging nie wieder.
    Der Han­dy­händ­ler mein­te-sowas gibt’s ‚hat dann die Regie­rung ausgeschaltet !

  6. Bei mir wur­de fälsch­li­cher­wei­se Schi­zo­phre­nie dia­gnos­ti­ziert, weil mei­ne Mut­ter schwerst Schi­zo­phren ist — und zwar covert — sie tobt sich nur an mir aus-und ändert sofort das bos­haf­te Ver­hal­ten, so bald jemand bei uns klin­gelt oder vorbeikommt.

    Sie hat­te mich damals an die Kli­nik ver­kauft — um, wie sie mir unver­blümt mit­teil­te, eine gute Ren­te zu bekommen.
    Dir wird sowie­so kei­ner glau­ben-man denkt du hast Schi­zo­phre­nie-wie unge­wa­schen und in dre­cki­gen Kla­mot­ten du hier auf­trittst-sagt sie mir täg­lich ins Gesicht.
    Aber die Wasch­ma­schi­ne darf ich nicht benut­zen-dann kommt die Poli­zei weil Mut­ter die dann anruft-und behaup­tet ich wür­de sie schlagen.

    Mei­ne Mut­ter hat mir direkt ins Gesicht gesagt, das mei­ne Schwes­ter ihre Daseins­be­rech­ti­gung ist-und ich eben ster­ben muss ohne Kin­der, weil sie leben möch­te mit guter Ren­te-und eine gute Ren­te hat man nur wenn man zwei Kin­der erzieht-und arbei­tet und das eine Kind behin­dert dekla­riert-nur so kann man im Luxus leben.

    Klingt alles nicht so schlimm ‚was !
    War­um geht sie nicht zu Poli­zei und nimmt sich einen Anwalt-bekommt eine Woh­nung und macht eine Lehre ?!
    Sowas könn­te man von mir den­ken-nicht wahr.
    Alles schon gemacht — aber Mut­ter ist toxisch-sie hat­te schon lan­ge vorgesorgt.
    Den Vater durf­ten wir nie sehen-sie hat uns nicht gesagt das sie eine Dia­gno­se Schi­zo­phren hat­te-wir durf­ten eh nie raus-wirk­ten wie Amish in der Stadt..und noch hin­ter­wäld­le­ri­scher !!! +Mut­ter hat­te allen erzählt ich wür­de nie essen wol­len uund stän­dig an Selbst­mord den­ken ‑das habe ich erst vor 5 Jah­ren erfah­ren !!!!!war geschockt !!!!!+Mut­ter hat­te lei­der ver­ges­sen zu erwähnen,daß wir alle zu den Sci­en­to­lo­gen gehö­ren und auf eine Sci­en­to­lo­gen Schu­le gingen…etc.….
    Ich bin heu­te vier­zig und lebe in Gefan­gen­schaft. Ich bekom­me Sozi­al­hil­fe-Mami hat dafür gesorgt…damit du ja nicht auf den Gedan­ken kommst zu flie­hen-denk dran-ein­mal Krank gemel­det-bekommst du nie mehr irgend­wo einen Job und eine Woh­nung !!!!…und es stell­te sich als sehr wahr raus !!!!
    Du kannst mich bedie­nen-dann kannst du in der Woh­nung bleiben.Aber manch­mal muss ich dich schon bestra­fen, damit du weisst ‚ich bin hier die Besit­ze­rin der Wohnung !
    Sci­en­to­lo­gen haben eine Macht die ist grenzenlos !!!!!!!
    Kein Arzt und Anwalt will mir hier hel­fen. Sci­en­to­lo­gy ?????SOOOR­RY­Y­Y­YY-eine Num­mer zu groß-und Hey,wir Psy­cha­ter sind alle eine gro­ße Familie !!!!
    Was bedeu­tet-eine Krä­he hackt der ande­ren kein Auge aus !!!!

    Ich lebe ein komi­sches Leben-kau­fe mir lecke­res Essen und darf auch jetzt TV schau­en und das Inter­net benutz­ten-und muss kei­ne Abfürh­mit­tel mehr nehmen.
    Ich darf in den Imbiss gehen und in die Dro­ge­rie-aber mehr auch nicht.
    Ich darf nicht mal im Fahr­rad­la­den hel­fen-obwohl die mich ger­ne genom­men hätten !
    Ich habe prak­tisch Urlaub !
    Ein biss­chen blö­der Urlaub-da ich iso­liert bin-und nur zwei Freun­de dür­fen mich besu­chen-aber davon ist einer eher dumm-aber lieb.
    Ich bin nicht wäh­le­risch-freue mich, das ich nicht ganz allei­ne bin.
    Schlimm ist es nur, wenn ich ans Tele­fon darf, und die Freun­de mei­ner Mut­ter sagen zu mir-Nun sei doch mal lieb zu Dei­ner Mut­ter, schla­ge sie nicht immer.
    Dann wer­de ich fast wahn­sin­nig-aber ich ler­ne damit umzu­ge­hen-ohne wie­der in einen dis­so­zia­ti­ven Zustand zu gera­ten. Wie all die Jah­re davor.
    Gut tun mir freund­li­che Kon­tak­te in Geschäften.
    Und ansons­ten wei­ne ich ein­fach-wenn ich das Gefühl habe, alles ist zu schwer.
    Danach geht es mir bes­ser. Ich bil­de mich fort.
    Ich habe mich damit abge­fun­den, das dies im Moment mein Leben ist, und mache es mir so schön es geht-und genies­se es bewusst, wenn denn mal was schön ist.
    Schlimm war es, als die Sci­en­to­lo­gen mich töten las­sen wollten,und immer behaup­te­ten ich wür­de mich umbringen,da Schi­zos ja akut Selbst­mord­ge­fähr­det sei­en-wie sie sag­ten. Das war ein Kampf-die haben mir echt Fal­len gestellt-aber ich habe es bemerkt-und habe auch eine gestellt.
    Aus­ser­dem kann ich Jedem nur eine Pati­en­ten­ver­fü­gung und eine Vor­sor­ge­voll­macht emp­feh­len !!!! Und eine Bochu­mer Voll­macht-oder wie das Din­gens da heisst,was mein Anwalt mit mir gemacht hat.….
    Ja ich habe einen Anwalt-aber der kann nur sehen, das ich draus­sen blei­be und nicht weg­ge­sperrt wer­de-denn er wür­de sonst gemobbt wer­den oder getö­tet, wür­de er sich rich­tig für mich engagieren.
    Mei­ne Mut­ter hat zwei Kat­zen getö­tet und eine gefol­tert und bekommt kein Tier mehr aus dem Tier­heim. Mein Vater kann bezeu­gen-das mei­ne Mut­ter ein Schi­zo ist.
    Aber nichts greift-so viel macht hat die Mafia !!!!!!

    Mei­ne Mut­ter kann im Haus­halt NICHTS ! Braucht mich ! ISt sogar zu blö­de zum Auto­fah­ren. Aber mit Anwäl­ten und der Mafia kommt sie bes­tens zurecht !!!!

  7. Lie­be Laura,

    grund­sätz­lich kön­nen auch Men­schen mit einer PTBS an Schi­zo­phre­nie erkran­ken. Die Dia­gno­se­stel­lung wird da nicht gera­de leich­ter, im Gegen­teil. Da die Sym­pto­me sich oft ähneln, muß man bei der Dia­gno­se­er­mitt­lung sehr gewis­sen­haft arbei­ten. Man kann jedoch nicht grund­sätz­lich sagen, daß Men­schen mit einer unbe­han­del­ten PTBS ein erhö­tes Risi­ko haben, an Schi­zo­phre­nie zu erkran­ken oder gar auto­ma­tisch einen schi­zo­phre­nen Schub zu bekommen.

    LG, Syl­via

  8. Lie­be Frau Geiss,
    Ich habe dazu eine (blö­de) Frage:
    Ist es für jeman­den mit einer PTBS denn mög­lich, in einem schlech­ten Ver­lauf, zB ohne geeig­ne­te The­ra­pie oder Medi­ka­ti­on, schliess­lich doch an einer Schi­zo­phre­nie zu erkranken?

    Dan­ke für Ihren Erfah­rungs­be­richt zur Unter­schei­dung der bei­den psy­chi­schen Störungen.

    Freund­li­che Grüsse,

    L.

  9. Lie­be Line,

    ich dan­ke Ihnen sehr herz­lich für Ihre Schil­de­rung und freue mich, daß mein Blog-Bei­trag auf so posi­ti­ve Reso­nanz stößt. Es ist gut und rich­tig, daß Sie Zwei­fel an Ihrer bis­he­ri­gen Dia­gno­se anmel­den. Eine Über­prü­fung scheint mir — nach dem, was Sie schil­dern — auch ange­bracht. Ich wün­sche Ihnen von Her­zen, daß die neue The­ra­peu­tin mit Ihnen gemein­sam die rich­ti­ge Dia­gno­se und ggf. Behand­lung findet. 

    Lie­be Grüße,
    Sylvia

  10. Ich fin­de Ihre Sei­te gra­de­zu hilf­reich weil ich mich der­zeit damit beschäf­ti­ge ob ich eine ptbs habe, ich hat­te mit 15 eine dro­gen­in­du­zier­te Psy­cho­se, die Anfangs­zeit war schwer, ich woll­te irgend­wann kei­ne Medi­ka­men­te mehr und man zwang mich fast dazu mit Gerichts­be­schlüs­sen und geschlos­se­ner Unter­brin­gung. Da ich aber bei kla­ren geis­tes­zu­stand gewe­sen sei vor Gericht ohne Gefähr­dung wur­de die Betreu­ung auf­ge­ho­ben. Ich habe seit­her kei­ne Medis mehr genom­men, erst vor kur­zen AD das Citalo­pram und beru­hi­gungs­me­di nur nach Bedarf das Atosil.
    Damals sag­te man mir erst ich habe mit 17 dann die psy­cho­se aus dem schi­zo­phre­nen For­men­kreis und mit 19 woll­te man mich ja per Gerichts­be­schluss sta­tio­när unter­brin­gen woman mir da eine schwer ansprech­ba­re Schi­zo­phre­nia sim­plex zuord­nen wollte.
    Ich habe auch nicht gera­de wenig erlebt, miss­brauch, gewalt etc pp…
    Ich wur­de mit 20 schwan­ger und befand mich seit­dem nicht mehr in Behand­lung nur ein­mal im jahr 2013…Ich habe mei­nen Schul­ab­schluss nach­ge­holt weil ich noch kei­nen hat­te durch mei­ne Ver­gan­gen­heit als aus­ge­ris­se­nes Heim­kind und schaff­te es bis zum Abitur jedoch muss­te ich es abbre­chen habe ein Buch geschrie­ben wel­ches ver­legt wor­den ist, einen tol­len Sohn jedoch befin­det er sich auch in The­ra­pie zur Vor­beu­gung, weil er in einer Bezie­hung auch Gewalt gegen mich erlebt hat­te wo er unter einem Jahr alt war.
    Heu­te spricht man nur von einer Psy­cho­se die ich mit 15 hat­te und dass ich eine bor­der­line Per­sön­lich­keits­stö­rung habe.
    Jedoch fin­de ich dass das falsch ist.
    Ich fin­de die­se psy­cho­se die ist auch bestimm­ten Grün­den pas­siert, ich habe sehr gelit­ten an mei­nem Leben und fiel in eine psy­cho­se und das alles war nicht ein­fach für mich, das war eines mit­un­ter der schlimms­ten Zei­ten in mei­nem Leben und ich den­ke dass die­se Psy­cho­se zu mei­nen ande­ren Erleb­nis­sen eher zu einer ptbs gehö­ren als zu einer Schizophrenie…
    Und das wer­de ich heu­te da ich wie­der The­ra­pie auf­ge­sucht habe, weil ich den Belas­tun­gen nicht gerecht wer­den kann im Arbeits­le­ben und nicht nur da, aber dass ich mich fina­zie­ren kann ist für mich es wich­tigs­te und da muss ich in die The­ra­pie zurück und möch­te es neu dia­gnos­ti­zie­ren. Ich sprach mei­ne The­ra­peu­tin auf die­se Zusam­men­hän­ge ein­mal an und sie sag­te mir das sind Wich­ti­ge Anhalts­punk­te und das wer­den wir im nächs­ten Gespräch genaue durch­ge­hen da ich bis­her noch kei­ne Pati­en­tin bei ihr bin laut Kran­ken­kas­se son­dern die “frei­en kas­sen­ärzt­li­chen stun­den” die ein The­ra­peut ver­ge­ben darf es reicht mir aber erst die­se weni­gen Ter­mi­ne in 8 Wochen 1 x dort­hin zu gehen. Wer­de dem­nächst vllt bei ihr Pati­en­tin wer­den und ich hof­fe auf eine rich­ti­ge Dia­gno­se­stel­lung. Denn ob ich wirk­lich Schi­zo­phren bin, kann sein, ich weiß es nicht mag ich aber trotz­dem irgend­wo bezweifeln.
    Ich hof­fe man wird das rich­ti­ge Dia­gnos­ti­zie­ren damit ich end­lich Aus­sich­ten habe auf michund auch im Umgang mit mir selbst mich zu ver­ste­hen und mich ein­mal mit Trau­ma zu beschäf­ti­gen als die fal­schen Annah­men auf mich zu bezie­hen und ver­su­chen mich dar­in wiederzuerkennen.
    Dan­ke Ihnen für Ihren Mut der offenheit 🙂
    Und dass es Men­schen gibt die sich dar­um bemü­hen klar­hei­ten schaf­fen zu wol­len und nicht nur eine Abfer­ti­gung täti­gen ohne genau­er etwas zu hinterfragen.
    Lie­be Grüße
    Line

  11. Wie kommt man da wie­der raus? Ich emp­fin­de mich in genau jener Situa­ti­on, zweif­le aber mitt­ler­wei­le an mir selbst und habe angst. Es ist so vie­les was ich nie los­wer­den konn­te, ich kann immer nur fet­zen berich­ten die garan­tiert nicht das vol­le bild mei­ner situa­ti­on wie­der spie­geln. Nach frei­wil­li­gem sta­tio­nä­rem auf­ent­halt wur­de ich mit ver­dacht auf psy­cho­se ent­las­sen, dia­gnos­ti­ziert wur­de mir etwas “psy­cho­se­na­hes” und pro­phy­lak­ti­sche neu­ro­lep­ti­ka­ga­be wur­den emp­foh­len. Der sta­tio­nä­re auf­ent­halt ende­te weil ich die Ein­nah­me ver­wei­ger­te. Mitt­ler­wei­le habe ich Angst vor Ärz­ten all­ge­mein, die bei psych­ia­trie­auf­ent­halt und psy­cho­se sofort ihr gehirn aus­schal­ten und nicht mehr zuhö­ren. Das ist für sich selbst wie­der zum ver­zwei­feln, ich weiss nicht war­um es so schwie­rig ist mir ein­fsch nur zu zu hören, freun­de und ver­wand­te wol­len es nicht weil ich immer so nega­tiv bin. Ich mag nicht mehr.

  12. Lie­ber Mike,

    vie­len Dank für Dei­nen Kom­men­tar. Ich fürch­te, hier liegt ein Miß­ver­ständ­nis vor. Ich habe nicht behaup­tet, daß nur Täter schi­zo­phren sind. Kei­nes­falls möch­te ich Men­schen mit der Dia­gno­se Schi­zo­phre­nie belei­di­gen oder ihnen etwas nach­sa­gen. Im Gegen­teil: ich habe mit mei­nem Bei­trag ver­sucht dar­zu­stel­len, daß Schi­zo­phre­nie oft mit einer Post­trau­ma­ti­schen Belas­tungs­stö­rung ver­wech­selt wird und die Dia­gno­se Schi­zo­phre­nie manch­mal sehr leicht­fer­tig gestellt wird. Trau­ma­ti­sche Erleb­nis­se kön­nen auch einen schi­zo­phre­nen Schub aus­lö­sen. Oft kön­nen Men­schen sich nicht an ein oder gar meh­re­re trau­ma­ti­sche Erleb­nis­se in ihrem Leben erin­nern, weil sie bei­spiels­wei­se noch zu klein waren etc.

    Es ist in der Tat so, daß in vie­len Kriegs­ge­bie­ten Men­schen bereits als Kin­der in Aus­bil­dungs­camps gesteckt, gefol­tert (auch sexu­ell gefol­tert) und ent­wür­digt wer­den, um sie zu Kampf­ma­schi­nen zu machen. Dies wur­de Kol­le­gen von mir von Flücht­lin­gen berich­tet, die aus Kriegs­ge­bie­ten hier­her nach Deutsch­land kamen. Und dazu führt man sie gezielt in die Dis­so­zia­ti­on und wie­der hin­aus. Die eigent­li­chen Drat­zie­her mögen viel­leicht bei kla­rem Ver­stand sein, sind aber den­noch Psy­cho­pa­then, weil ihnen die Empa­thie und das Mit­ge­fühl für das Leid und den Schmerz ande­rer Men­schen fehlt. 

    Das heißt nicht, daß sie schuld­un­fä­hig sind!

    Und man kann nicht grund­sätz­lich sagen, daß ein geis­tig kran­ker Mensch nicht in der Lage wäre, ein Atten­tat zu ver­üben oder einen Krieg anzu­zet­teln. Es kommt auf die Schwe­re der Erkran­kung an, auf den Intel­lekt, ob der Mensch auf­grund sei­nes Bewußt­seins (qua­li­ta­tiv und quan­ti­ta­tiv) dazu in der Lage ist uvm. 

    Ich bin sicher, daß Dei­ne Freun­din ein ganz lie­ber Mensch ist. Ich ken­ne auch jeman­den mit der Dia­gno­se Schi­zo­phre­nie, und die­se Per­son ist eben­falls ein her­zens­gu­ter Mensch. 

    Ich möch­te hier noch ein­mal ganz klar unter­schei­den zwi­schen einer ech­ten Schi­zo­phre­nie und den Psy­cho­pa­then, die ande­ren Men­schen Leid zufü­gen ohne mit der Wim­per zu zucken. Ich hof­fe sehr, daß ich mich da ver­ständ­lich aus­ge­drückt habe.

    Falls nicht, schrei­be mir ger­ne noch einmal.

    Noch­mals lie­ben Dank für Dei­nen Bei­trag und herz­li­che Grüße

    Syl­via

  13. Mei­ne Freun­din hat Schi­zo­phre­nie und sie ist der liebs­te Mensch, den ich ken­ne. Zu sagen, dass nur die Täter, die ande­re kal­ku­liert in einen dis­so­zia­ti­ven Zustand ver­set­zen, also mani­pu­la­tiv und damit schi­zo­phren han­deln wür­den, ist falsch. Das soll­te aus dem Text ent­fernt wer­den. Es ist schlimm genug, dass Schi­zo­phre­nen alles mög­li­che nega­ti­ve nach­ge­sagt wird, da müs­sen sie nicht auch noch für den Dreck süh­nen, die War­lords und deren Todes­schwa­dro­nen ihren Opfern antun. Denn die Täter z. B. eines Krie­ges haben meist kei­ne geis­ti­ge Erkran­kung, son­dern sind klar bei Ver­stand und kühl berech­nend. Soll­te eigent­lich bekannt sein, dass ein geis­tig Kran­ker dazu nicht in der Lage ist.

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