3 Wege, fest­ge­hal­te­ne Emo­tio­nen aufzulösen

Fest­ge­hal­te­ne Emo­tio­nen las­sen uns stän­dig in der Ver­gan­gen­heit ver­wei­len und grü­beln. Sie hin­ter­las­sen tie­fe Spu­ren in unse­ren Gesich­tern. Doch was sind eigent­lich Emo­tio­nen und wie hal­ten wir sie fest? Wenn uns nega­ti­ve Emo­tio­nen alt aus­se­hen las­sen, war­um las­sen wir sie dann nicht ein­fach los? Und über­haupt — geht das denn so einfach?

Was sind Emotionen?

“Jeder scheint zu wis­sen, was Emo­tio­nen [von latein. emo­tio = hef­ti­ge Bewe­gung, emo­ve­re = auf­wüh­len, her­aus­trei­ben; E emo­ti­ons] sind — bis er sie defi­nie­ren soll. Doch es gibt weder eine ein­heit­li­che Theo­rie noch eine inter­dis­zi­pli­när akzep­tier­te Defi­ni­ti­on von Emo­tio­nen. Klaus R. Sche­rer spricht von einem “regel­rech­ten Wild­wuchs von Theo­rie­vor­schlä­gen”. Man­che For­scher defi­nie­ren Emo­tio­nen als kör­per­li­che Reak­tio­nen, die sich im stam­mes­ge­schicht­li­chen Kampf ums Über­le­ben ent­wi­ckelt haben, ande­re als men­ta­le Zustän­de, die ein­set­zen, wenn das Gehirn kör­per­li­che Reak­tio­nen […] repräsentiert…
Man­che hal­ten kör­per­li­che Reak­tio­nen für irrele­vant und mei­nen, Emo­tio­nen spie­len sich aus­schließ­lich im Gehirn ab, ande­re sehen sie als For­men des Han­delns oder Redens […]. — Der Begriff Emo­tio­nen wird ähn­lich mehr­deu­tig ver­wen­det wie der Begriff Gefüh­le (E fee­lings)… ” (Rüdi­ger Vaas, Essay über Emo­tio­nen im Lexi­kon der Neu­ro­wis­sen­schaf­ten)

Antó­nio Damá­si­o³ trennt zwi­schen Emo­tio­nen („emo­ti­ons“), die er als durch soma­ti­sche Mar­ker ver­ur­sach­te Kör­per­zu­stän­de beschreibt, und Emp­fin­dun­gen („fee­lings“), die das bewuß­te Wahr­neh­men der emo­tio­na­len Kör­per­zu­stän­de darstellen.

Soma­ti­sche Mar­ker — das emo­tio­na­le Gedächt­nis unse­res Körpers

Antó­nio Damá­sio stell­te fest, daß alle Erfah­run­gen eines Men­schen im Lau­fe sei­nes Lebens in den Zel­len unse­res Kör­pers (Kör­per­ge­dächt­nis) gespei­chert wer­den. Das bedeu­tet, sämt­li­che Erfah­run­gen eines Men­schen wer­den emo­tio­nal bewer­tet und nach einem ein­fa­chen Prin­zip abgespeichert:

  • Hat die gemach­te Erfah­rung einen posi­ti­ven Ein­druck auf das eige­ne Wohl­be­fin­den hin­ter­las­sen, wird sie mit einem guten Gefühl gespei­chert (mar­kiert).
  • Hat sie ein nega­ti­ves Befin­den hin­ter­las­sen wird sie mit einem schlech­ten Gefühl abgespeichert.

Die­ses emo­tio­na­le Erfah­rungs­ge­dächt­nis teilt sich über ein kör­per­li­ches Signal­sys­tem mit.

Die Signa­le zei­gen sich als  kör­per­li­che Sym­pto­me, wie z. B. erhöh­ter Herz­schlag,  Mus­kel­zu­cken oder schwit­zen­de Hän­de, eine Blo­cka­de im Knie, eine Ver­span­nung in Schul­ter oder Rücken.

retriever-348572_640Bei­spiel: zwei Men­schen betrach­ten das Bild eines Hundes

  1. Der Ers­te fängt an zu strah­len, das Herz geht ihm auf, er lacht und freut sich. Das Betrach­ten des Bil­des löst Gefüh­le des Wohl­be­fin­dens in ihm aus. Denn er denkt sofort an sei­nen eige­nen Hund hat, mit dem er  als Kind vie­le glück­li­che Erleb­nis­se teilte.
  2. Der Zwei­te reagiert mit einem fins­te­ren Gesichts­aus­druck, spürt, wie sich sein Magen zusam­men­krampft, sei­ne Mus­ku­la­tur sich anspannt und wen­det sich schließ­lich von dem Bild ab. Denn er wur­de als Kind von einem frem­den Hund gebissen.

Du kennst sol­che Bei­spie­le sicher­lich zahl­reich aus Dei­nen eige­nen Erfahrungen.

Ste­hen wir vor einer wich­ti­gen Ent­schei­dung, kön­nen wir die­se kör­per­li­chen Signa­le als Hilfs­mi­t­el ein­set­zen. Sie signa­li­sie­ren uns inner­halb von Mil­li­se­kun­den “Stop” oder “Go”.

In jeder Lebens­si­tua­ti­on kön­nen die soma­ti­schen Mar­ker genutzt wer­den. Der ers­te Schritt ist es, sie wahr­zu­neh­men. Der zwei­te Schritt kann ein Hin­ter­fra­gen oder eine Ana­ly­se sein: Wann und in wel­chen Situa­tio­nen kommt die­se Reaktion?

Von Peter Levi­ne, dem Begrün­der des Soma­tic Expe­ri­en­cing (= trau­ma­the­ra­peu­ti­sches Ver­fah­ren, das den Kör­per mit ein­be­zieht), wis­sen wir, daß die mas­si­ve Über­le­bens­en­er­gie (Stress­hor­mo­ne), die bei einem Schock­erleb­nis im Kör­per auf­ge­baut wird, auch wie­der abge­baut wer­den muß. Kann dies nicht gesche­hen, bleibt sie im Ner­ven­sys­tem gebun­den und rich­tet auf Dau­er ver­hee­ren­de Schä­den an. Der Kör­per über­säu­ert und wird in sei­ner Funk­tio­na­li­tät beeinträchtigt.

Ist ein Mensch von Schmer­zen geplagt, sieht man das in sei­nem Gesicht. Auch see­li­sche Schmer­zen ste­hen ihm im Gesicht geschrie­ben. Man­che Erleb­nis­se sind so nach­hal­tig, daß sie regel­recht ins Gesicht gemei­ßelt zu sein schei­nen. Die Augen­brau­en sind stän­dig zusam­men­ge­zo­gen, die Stirn gerun­zelt, die Augen haben dunk­le Rän­der, die Wan­gen fal­len ein, es bil­den sich tie­fe Fur­chen um Nase und Mund.

Nicht nur der kör­per­li­che Schmerz, son­dern eben­so die damit ver­bun­den see­li­schen Emp­fin­dun­gen sind in unse­rem Zell­ge­dächt­nis gespei­chert. Wer­den sie nicht auf­ge­löst, ver­än­dern sie die DNA und haben somit auch Aus­wir­kun­gen auf die nach­fol­gen­den Generationen.

3 Wege, fest­ge­hal­te­ne Emo­tio­nen aufzulösen

Um wie­der zu mehr Wohl­be­fin­den und in der Fol­ge zu einem gesün­de­ren, jün­ge­ren Aus­se­hen zu gelan­gen, ist es rat­sam, die fest­ge­hal­te­nen Erfah­run­gen und Emo­tio­nen im Kör­per auf­zu­lö­sen. Hier zei­ge ich Dir drei Mög­lich­kei­ten, wie du das machen kannst.

1. Die Meridian-Klopftechnik

Meridian-KlopftechnikIch arbei­te sehr ger­ne mit EFT (Emo­tio­nal Free­dom Tech­ni­ques), der so genann­ten Meri­di­an-KIopf­tech­nik. Hier­bei wer­den bestimm­te Meri­dian­punk­te an Kopf und Ober­kör­per in einer bestimm­ten Rei­hen­fol­ge leicht geklopft. Die Tech­nik kann the­ra­peu­tisch und als Selbst­hil­fe­werk­zeug ange­wen­det wer­den. Auch im trau­ma­the­ra­peu­ti­schen Kon­text läßt sich EFT sehr gut einsetzen. 

Aller­dings soll­te der The­ra­peut vor­her unbe­dingt sicher­stel­len, daß die Metho­de nicht trig­gert4.

Auch Visua­li­sie­rungs­übun­gen, Ima­gi­na­ti­on und Medi­ta­ti­on sind her­vor­ra­gend zum Lösen emo­tio­na­ler Belas­tun­gen geeig­net, so zum Bei­spiel die Arbeit mit der Lichtsäule:

2. Die hei­len­de Lichtsäule

forest-56930_640Stell Dir vor, du stehst auf einer Wald­lich­tung, inmit­ten einer Säu­le aus weiß-gol­de­nem Licht. Du bist voll­stän­dig umge­ben und ein­ge­hüllt von die­sem Licht, das Dich schützt und heilt und Dich mit allem ver­sorgt, was Du brauchst. Es ist ein ange­neh­mes Licht. Es wärmt Dich oder bringt Dir Küh­lung, je nach dem, was Du gera­de benötigst.

Du kannst jetzt die­sem hei­len­den, Dich schüt­zen­den Licht all Dei­ne fest­ge­hal­te­nen Emo­tio­nen, die in Dei­nen Kör­per­zel­len gespei­chert sind, über­ge­ben und es bit­ten, sie mit sich zu nehmen.

Bit­te dann das Licht, die nega­ti­ven Emo­tio­nen zu trans­for­mie­ren und sie Dir in Form von posi­ti­ver Lebens­kraft wie­der zur Ver­fü­gung zu stellen.

Nimm wahr, wel­che Far­be das Licht jetzt hat, das Dich sanft umhüllt. Viel­leicht erstrahlt es in Dei­ner Lieb­lings­far­be, viel­leicht aber auch in einer Far­be, mit der Du gar nicht gerech­net hast, die Dir aber als wohl­tu­end und ange­mes­sen erscheint. Ist es eine kräf­ti­ge Far­be oder eher pas­tell? Wo spürst Du in Dei­nem Kör­per eine Veränderung?

Und zu guter Letzt möch­te ich Dir noch zei­gen, wie Du fest­ge­hal­te­ne Emo­tio­nen im Gesicht auf­lö­sen kannst. Das heißt, nicht ich zei­ge Dir das, son­dern die rus­si­sche Kine­sio­lo­gin, Scha­ma­nin und Buch­au­torin Lum­i­ra.

3. Ver­jün­gung mit Lum­i­ra — fest­ge­hal­te­ne, erstarr­te und ein­ge­schlos­se­ne Emo­tio­nen im Gesicht auf­lö­sen — Livemeditation:

Lumira: Festgehaltene Emotionen im Gesicht auflösen

 

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¹phy­sio­lo­gisch = körperliche/chemische Lebens­vor­gän­ge betreffend

²be­ha­vio­ral = verhaltensbezogen

³An­tó­nio Damá­sio = por­tu­gie­si­scher Neu­ro­wis­sen­schaft­ler + Fachbuchautor

4Trig­ger = Aus­lö­ser, die an die angst­be­setz­te Situa­ti­on erin­nern (z. B. Geräu­sche, Gerü­che, Berüh­run­gen etc.)


Fotos: pixabay

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