Mit oder ohne Galle?

Wenn die Gal­le überläuft

Vor zwei Jah­ren kam ich mit star­ken Schmer­zen im lin­ken Ober­bauch ins Kran­ken­haus. Es wur­de eine Gal­len­ko­lik dia­gnos­ti­ziert mit Stei­nen im Gal­len­gang. Der Ober­arzt ord­ne­te für den nächs­ten Mor­gen eine endo­sko­pi­sche Unter­su­chung an. Bei die­ser Unter­su­chung wur­den die Stei­ne aus dem Gal­len­gang ent­fernt. Im Zuge des­sen wur­de auch der Gang zur Bauch­spei­chel­drü­se unter­sucht, um sicher­zu­ge­hen, dass die­ser nicht ver­stopft ist.

Bildquelle: http://heilfastenkur.de/krankheit-19-Gallensteine.htm

Ich wur­de am Abend vor­her von der Assis­tenz­ärz­tin über die Risi­ken die­ser endo­sko­pi­schen Unter­su­chung auf­ge­klärt. Sie erklär­te mir, es kön­ne in weni­gen Aus­nah­me­fäl­len zu einer Ent­zün­dung der Bauch­spei­chel­drü­se kom­men, näm­lich genau dann, wenn das Endo­skop in den Bauch­spei­chel­drü­sen­gang ein­dringt. Ich bekam Angst und woll­te die Endo­sko­pie nicht machen, woll­te aber natür­lich auch, dass die Stei­ne raus­kom­men. Irgend­wann hät­te es sonst lebens­ge­fähr­lich für mich wer­den kön­nen. Ich leg­te mich mit dem Gedan­ken schla­fen, dass dies bit­te bei mir nicht pas­sie­ren möge.

Ener­gie folgt der Aufmerksamkeit

Und wie es im Leben so ist: Wovor man sich fürch­tet, das zieht man an wie ein Magnet. Nach dem Erwa­chen aus der Nar­ko­se bekam ich erneut hef­ti­ge Schmer­zen im lin­ken Ober­bauch. Intui­tiv wuss­te ich, was los war. Ich infor­mier­te die Assis­tenz­ärz­tin dar­über, und sie sag­te etwas mit­lei­dig lächelnd, dass ich dann wohl zu den besag­ten Aus­nah­me­fäl­len gehörte.

KäsebrotEin gött­li­ches Erlebnis

Nach­dem ich mich die fol­gen­de Nacht hin­durch ein ums ande­re Mal in zahl­rei­che Kotz­tü­ten über­ge­ben hat­te, durf­te ich die nächs­ten drei Tage nichts essen. Ich bekam nur etwas Brü­he und Tee. Nun ja, mei­ner Figur tat dies kei­nen Abbruch. Ich hat­te genü­gend zuzu­set­zen, wie man so schön sagt. Am 4. Tag bekam ich eine Schei­be Brot mit Käse. Ich erin­ne­re mich wie ges­tern an die­ses gött­li­che Erleb­nis. Ich glau­be, ich habe eine hal­be Stun­de an die­ser Brot­schei­be geges­sen, schön lang­sam und zig-fach gekaut, damit ich die­sen Genuss so lan­ge wie mög­lich erle­ben konn­te. Noch nie hat­te ich ein Käse­brot so genos­sen. Und ich behielt es sogar drin 🙂

Nach 6 Tagen Kran­ken­haus­auf­ent­halt woll­te ich nach Hau­se, und man gab mir zäh­ne­knir­schend die Ent­las­sungs­pa­pie­re. Nur zu ger­ne hät­ten sie mich noch ein paar Tage dort behal­ten mit der Begrün­dung, dass eine wei­te­re Beob­ach­tung mei­ner Befind­lich­keit ange­sagt wäre. Aber ich war selb­stän­dig und muss­te Geld ver­die­nen. Jeder Unter­neh­mer, der mit eige­nen Hän­den arbei­ten muss, wird das ver­ste­hen. Kein Geschäft – kein Einkommen.

den Ausgleich suchenOpe­ra­ti­on — ja oder nein?

Der Ober­arzt leg­te mir nahe, mich in 5 bis 6 Wochen erneut im Kran­ken­haus zu mel­den zwecks Ent­fer­nung mei­ner Gal­len­bla­se. Ich warf ein, dass die Gal­len­bla­se doch immer­hin für irgend etwas gut sein müss­te, schließ­lich hät­te die Natur uns sonst nicht damit aus­ge­stat­tet. Die Assis­tenz­ärz­tin wie­gel­te ab und erklär­te, dass die Gal­len­bla­se nur eine Spei­cher­funk­ti­on hät­te, sonst nichts. Und man könn­te auch sehr gut ohne Gal­len­bla­se leben.

Ich nahm das zur Kennt­nis und war hin- und her­ge­ris­sen. Was soll­te ich tun? Mei­ne Intui­ti­on sag­te mir, dass ich mei­ne Gal­len­bla­se behal­ten soll­te — auf gar kei­nen Fall ope­rie­ren las­sen. Ande­rer­seits hat­te ich nicht genü­gend Kennt­nis­se und Infor­ma­tio­nen, um eine adäqua­te Ent­schei­dung tref­fen zu können.

Also war klar: Ich muss­te mit so vie­len Leu­ten wie mög­lich dar­über sprechen.

Lukra­ti­ve Langzeitkunden

Mei­ner Bett­nach­ba­rin, einer 32-jäh­ri­gen Frau, wur­de 12 Jah­re zuvor die Gal­len­bla­se ent­fernt. Sie erzähl­te mir, dass sie eini­ge Jah­re danach Dia­be­tes bekam. Nun lag sie im  Kran­ken­haus und gab sich ganz in die Hän­de der Schul­me­di­zin. Und die Schul­me­di­zin hat­te mir nicht gesagt, dass sich ein Dia­be­tes ent­wi­ckeln kann, nach­dem einem die Gal­len­bla­se ent­fernt wurde.

IcDiabetesh sprach also mit mei­ner Inter­nis­tin dar­über und teil­te ihr mei­ne Beden­ken mit. Auch sie emp­fahl mir, die Gal­len­bla­se ent­fer­nen zu las­sen. Sie mein­te , gera­de bei Frau­en könn­ten sich immer wie­der Stei­ne bil­den und es kön­ne zu Ent­zün­dun­gen kom­men. Um dem vor­zu­beu­gen, sei es bes­ser, die Bla­se her­aus­neh­men zu las­sen. Sie berich­te­te mir von einer Pati­en­tin, die eini­ge Wochen zuvor qual­voll an Gal­len­bla­sen­krebs gestor­ben war.

Du kannst dir sicher vor­stel­len, dass mei­ne Ängs­te damit nicht gera­de klei­ner wur­den. Ich frag­te mich, war­um bei Pati­en­ten eine sol­che Angst geschürt wird. Die Ant­wort kam mir sofort in den Sinn: Es gehört wohl zum Kun­den­bin­dungs­sys­tem der Phar­ma­in­dus­trie. Ein Pati­ent, bei dem sich nach einer Gal­len-OP ein Dia­be­tes ent­wi­ckelt, ist ein lukra­ti­ver  Kun­de, der lebens­lang behan­delt wer­den muss. Ein ein­träg­li­ches Geschäft. Mehr zu die­sem The­ma in mei­nem Bei­trag “Kau­sa­li­tät im Gesund­heits­we­sen”.

“Wer sein Herz aus­schüt­ten kann, dem wird die Gal­le nicht überlaufen”

HerzensangelegenheitAlso sprach ich mit zwei mei­ner bes­ten Freun­din­nen, die in der Natur­heil­kun­de sehr bewan­dert sind sowie mit einer befreun­de­ten Heilpraktikerin.

Alle drei emp­fah­len mir, auf die Ope­ra­ti­on zu ver­zich­ten und bestärk­ten mich damit in mei­ner Intuition.

Das The­ma hin­ter dem Symptom

Ich wuss­te schon län­ger, dass das see­lisch-geis­ti­ge The­ma hin­ter den Gal­len­stei­nen unter­drück­te Wut und Aggres­sio­nen sind, die nicht adäquat zum Aus­druck gebracht wer­den konnten.

Ich habe einen schö­nen Arti­kel von Mar­gret Rupprecht gefun­den, den ich hier ger­ne zitie­ren möch­te. Du fin­dest ihn im Ori­gi­nal unter: http://www.naturheilmagazin.de/natuerlich-heilen/krankheiten-a-bis‑z/galle.html

"Während das Herz als Symbol für positive Gefühle gilt, ist bei der Galle genau das Gegenteil der Fall. Galle steht für Ärger, Bitterkeit und Aggression. Wer zornig ist, möchte am liebsten „Gift und Galle spucken". Galle ist ein Synonym für geronnene, feststeckende Gefühle, die ein Mensch nicht zu zeigen wagt und die sich in ihm im wahrsten Wortsinn versteinern. Wer für ein gutes Familienleben sorgt und einen Freundeskreis pflegt, in dem er über alles sprechen kann, was ihn bewegt, wird selten an der Galle erkranken. Denn wenige Organerkrankungen stehen in so engem Zusammenhang mit einem blockierten Gefühlsleben wie die Erkrankungen der Galle. Darin liegt aber auch eine Chance für die Therapie: Wer lernt, einen Zugang zu seinen tieferen Gefühlen zu finden und diese angemessen zum Ausdruck zu bringen, schafft gute Voraussetzungen dafür, dass auch seine Gallenflüssigkeit wieder fließt und nicht länger durch Entzündung, Stau und Versteinerung Beschwerden verursacht."

Tie­fe Erkennt­nis ist der ers­te Schritt zur Heilung

In den 6 Tagen im Kran­ken­haus hat­te ich viel Zeit zum Nach­den­ken, und mir ist eini­ges bewusst gewor­den. Ich hat­te in den letz­ten Jah­ren ein­fach viel zu viel hin­un­ter­ge­schluckt, anstatt mich zu erhe­ben und zu sagen, was mir nicht passt oder was mich bewegt.hurra pantera

Ich habe mir die­se Erkennt­nis­se sehr zu Her­zen genom­men, habe den Ent­schluss gefasst, mei­ne Gefüh­le mehr zum Aus­druck zu brin­gen anstatt sie zu schlu­cken, und bin seit­dem beschwerdefrei.

Und ich habe das tie­fe Gefühl, dass das so bleibt.

 

 

 


Infor­ma­tio­nen zu Gal­len­stei­nen und deren Behandlung:

http://heilfastenkur.de/krankheit-19-Gallensteine.htm

http://www.naturheilmagazin.de/natuerlich-heilen/krankheiten-a-bis‑z/galle.html

Bild­quel­len:

Bei­trags­bild oben: https://www.kloesterl-apotheke.de

Gal­len­stei­ne: http://heilfastenkur.de/krankheit-19-Gallensteine.htm

Käse­brot: https://www.flickr.com/photos/capitainb/5636991783

Ope­ra­ti­on: http://fotos.piqs.de/4/4/b/f/5/8f7cd27aaef687a200374e335fb91d43.jpg

Dia­be­tes: https://www.flickr.com/photos/124826101@N03/15331984653

Her­zen: http://fotos.piqs.de/2/4/5/1/8/99e442517c2652416fbdaa87aa7deb8f.jpg

Hur­ra: http://aragec.com/hurra.html#prettyPhoto%5Bgaleri%5D/1/

4 Gedanken zu „Mit oder ohne Galle?

  1. Lie­ber Lars,
    vie­len Dank für Dei­nen Bei­trag. Das ist ja erschre­ckend zu lesen.
    Kris­tal­le kön­nen auf­ge­löst und vom Kör­per abtrans­por­tiert wer­den, sehr wir­kungs­voll sogar mit homöo­pa­thi­schen Mit­teln. Es dau­ert sei­ne Zeit, und Ent­gif­tungs­pro­zes­se bzw. Rück­ab­wick­lungs­pro­zes­se kön­nen manch­mal sehr schmerz­haft sein.
    Es tut mir sehr leid, daß Du da schein­bar eine Bera­tung hat­test, die Dich Dei­ne Gal­le gekos­tet hat. Ich wün­sche Dir, daß Du dar­un­ter nicht all­zu sehr zu lei­den hast und gut damit zurecht kommst.

  2. Die Leber und Gal­len­rei­ni­gung hat mir die Ent­fer­nen erst ein­ge­brockt es bil­de­ten sich klei­ne Kris­tal­le die nicht ent­fernt wur­den konn­ten. Somit muss­te die Gal­len­bla­se ent­fernt wer­den nach­dem die Schmer­zen sich auf mei­nen Rücken ausbreiteten.

  3. Also ich habe bes­te Erfah­run­gen mit der Leber- und Gal­len­bla­sen­rei­ni­gung nach der Metho­de von Andre­as Moritz gemacht. Ich kann nur jedem, der Pro­ble­me mit Gal­len­stei­nen hat, es mal auszuprobieren.

    Die wun­der­sa­me Leber & Gal­len­bla­sen­rei­ni­gung: Ein kraft­vol­les Ver­fah­ren zur Ver­bes­se­rung Ihrer Gesund­heit und Vita­li­tät von Andre­as Moritz

  4. Hal­lo lie­be Sylvia,
    Ich weiß seit ca. 20 Jah­ren von mei­nen Gal­len­stei­nen und war bis­her auch strikt dage­gen sie los­zu­las­sen. Nach­dem ich mitt­ler­wei­le schon 10 star­ke Koli­ken erle­ben durf­te, habe ich nun den Ent­schluss gefasst mich von mei­ner Gal­len­bla­se zu tren­nen. Mitt­ler­wei­le hat der Stein auch schon die respek­ta­ble Grö­ße von 1,5cm erreicht.
    Bei aller Lie­be zur Spi­ri­tua­li­tät, ich bin seit 30 Jah­ren Osho-Schü­ler und medi­tie­re viel, aber ich habe jetzt genug gelitten.
    Lie­be Grüße
    Rajyo­gi Karl Wiesner

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