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Hypnose mittels Pendel

Kei­ne Angst vor Hypnose

Hast du Angst vor Hypnose?

Immer wie­der höre ich von Men­schen, dass sie Angst vor Hyp­no­se haben. Sie wür­den zwar ger­ne eine Hyp­no­se­sit­zung oder eine Rück­füh­rung haben, fürch­ten aber, dass der Behand­ler in der Tran­ce mit ihnen etwas machen könn­te, das sie nicht wol­len oder dass sie in der Hyp­no­se Din­ge sagen oder tun könn­ten, die ihnen im Nach­hin­ein pein­lich sein würden…

In vie­len Gesprä­chen, die ich mit Lai­en bis­her über Hyp­no­se geführt habe, trat die Befürch­tung zuta­ge, dass der Hyp­no­ti­seur die Macht hät­te, Men­schen nach Belie­ben zu mani­pu­lie­ren und fernzusteuern.

Das ist Quatsch!

Die­ses Vor­ur­teil möch­te ich ent­kräf­ten und dir die Angst vor einer Hyp­no­se neh­men. Denn die­se Annah­me ist völ­lig falsch. Der Hyp­no­ti­seur hat kei­nes­wegs die Macht, dich nach sei­nem Gut­dün­ken fern­zu­steu­ern. Ja, er hat  — genau genom­men — nicht ein­mal die Macht, dich zu hyp­no­ti­si­ern. Ja, du hast rich­tig gelesen.

Kein Mensch hat jemals einen anderen
Men­schen in Tran­ce versetzt!

Wer das von sich behaup­tet und damit prahlt, ist ein Schwät­zer, der ledig­lich sein Ego polie­ren will.

Ob du in einen Tran­ce­zu­stand kommst, ist ein­zig und allein dei­ne Ent­schei­dung. Der Hyp­no­ti­seur kann einen noch so tol­len Ein­lei­tungs­text haben und die­sen mit den bes­ten Ein­streu­tech­ni­ken spi­cken. Wenn du ihm nicht ver­traust oder nicht bereit bist, dich dar­auf ein­zu­las­sen und dich (ein Stück weit) fal­len­zu­las­sen, wirst du nicht in Tran­ce gehen.

Nie­mand kann dich hypnotisieren,
außer du dich selbst.

Na, wenn das nicht beru­hi­gend ist… Der Hyp­no­ti­seur hilft dir ledig­lich dabei, in den Tran­ce­zu­stand zu gelan­gen. Er berei­tet dir sozu­sa­gen den Weg. Er sorgt dafür, dass du dich wohl­fühlst und es gemüt­lich hast. Er hilft dir, dich zu ent­span­nen, damit du dei­ne Auf­merk­sam­keit von außen nach innen len­ken kannst.

Und du darfst gewiss sein, dass unter unter Hyp­no­se kei­ne Din­ge tun wirst, vor denen du auch im Wach­zu­stand zurück­schre­cken wür­dest. Jeder Mensch hat gewis­se Hemm­schwel­len, die er nie­mals über­schrei­ten wür­de. Wenn du also im Wach­be­wusst­sein kei­nen Mord bege­hen oder nackt auf dem Tisch tan­zen könn­test, so wirst du das unter Hyp­no­se auch nicht tun.

Noch ein­mal:
Kein Mensch kann dich in Tran­ce versetzen,
außer du dich selbst!

Was Hyp­no­se ist und wie genau sie funk­tio­niert, wird in dem Arti­kel Hyp­no­the­ra­pie und „Hyp­no­sys­te­mi­sche The­ra­pie“ von Ger­lin­de Mei­jer & Heri­bert Döring-Mei­jer kurz und kna­ckig erklärt. Bes­ser kann ich es nicht beschrei­ben, des­halb möch­te ich dir die­sen Arti­kel sehr ans Herz legen.

Wozu ist eine Hyp­no­se gut?

Durch die Tran­ce­in­duk­tio­nen wird dem Kli­en­ten der Zugang und die Auf­merk­sam­keit auf unwill­kür­li­che Pro­zes­se, auf das „Unbe­wuss­te„ ermög­licht (Mei­jer G. & H. Döring-Mei­jer). Mit Hil­fe des Unbe­wuss­ten (auch Unter­be­wusst­sein genannt) kön­nen posi­ti­ve und krea­ti­ve Lösun­gen erar­bei­tet wer­den, die der Kli­ent in der für sich ange­mes­se­nen Zeit in sein Leben inte­grie­ren kann.

Man sieht nur mit dem Her­zen gut, das Wesent­li­che bleibt für die Augen unsicht­bar
Antoi­ne de Saint-Exupéry

Ich selbst arbei­te auch sehr gern mit Tran­ce-Sit­zun­gen und Rück­füh­run­gen. Das Erle­ben von Emp­fäng­nis, Geburt und des eige­nen Todes bzw. des Zustan­des nach dem Tod sind gut geeig­net, um Bewusst­seins­be­gren­zun­gen auf­zu­he­ben und den geis­ti­gen Hori­zont zu erweitern.

Ein tief­grei­fen­der Heilungsprozess
kann ange­regt werden.

Auch hyp­no­ti­sche Sprach­mus­ter nach Mil­ton Erick­son (1901–1980), die Arbeit mit Meta­phern oder geführ­te Medi­ta­tio­nen sowie Ima­gi­na­ti­ons­übun­gen sind sehr wirk­sam und effektiv.

Fakt ist:

Grund­sätz­lich musst du vor Hyp­no­se kei­ne Angst haben. Wenn du Ver­trau­en zu dei­nem  The­ra­peu­ten oder Coach hast, musst du dich nicht fürch­ten. Die meis­ten Men­schen haben mei­nes Erach­tens eher Angst vor dem, was sie in der Hyp­no­se sehen oder erle­ben könn­ten, z. B. dass sie schon ein­mal gelebt haben oder dass sie in einem frü­he­ren Leben etwas Schreck­li­ches erlebt haben, viel­leicht ein Opfer oder ein Schur­ke gewe­sen sind.

Die­se Vor­stel­lung schreckt vie­le ab, eine Rück­füh­rung oder Hyp­no­se­sit­zung zu machen. Das ist sehr mensch­lich und ver­ständ­lich, denn es besteht die Mög­lich­keit, dass ihr bis­her ver­trau­tes Welt­bild im wahrs­ten Sin­ne des Worts “ver-rückt” wer­den könn­te. Und das ist für den einen oder ande­ren ggf. schwer zu verdauen.

Aber du darfst beru­higt sein: Dein Unbe­wuss­tes wird nichts frei­ge­ben, womit du im Wach­zu­stand und im All­tag nicht umge­hen könn­ten. Eine genia­le Schutz­maß­nah­me des LEBENS, nicht wahr?

In die­sem Sin­ne wün­sche ich dir span­nen­de und heil­sa­me Erfahrungen.

 


Lite­ra­tur und Quellen:

Erick­son M.H., E.L. Ros­si & S.L. Ros­si (1978): Hyp­no­se. — Rei­he Leben Ler­nen, Bd. 35. — Pfeiffer

Mei­jer, G. & H. Döring-Mei­jer: Hyp­no­the­ra­pie und „Hyp­no­sys­te­mi­sche The­ra­pie“ — http://www.claro-vita.net

Schmidt, G. (2010):  Wie hyp­no­ti­sie­ren wir uns erfolg­reich im All­tag — Ein­füh­rung in hyp­no­sys­te­mi­sches Empower­ment. — Work­shop auf dem Kon­gress “Men­ta­les Stär­ken” in Hei­del­berg, Okto­ber 2010. —  Audi­to­ri­um Netz­werk.

Zeig, J. (2013): Mei­ne Stim­me beglei­tet Sie über­all hin — ein Lehrs­e­mi­nar mit Mil­ton Erick­son. — 11. Auf­la­ge, Klett-Cotta.


Bild­quel­le Bei­trags­bild oben (Taschen­uhr): http://www.gateofmindpower.com