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Rituale zum Jahresende: Silvester- und Neujahrsbräuche

Ich habe Dir in meinen letzten drei Blog-Beiträgen jeweils verschiedene Rituale vorgestellt, die Menschen gerne zelebrieren, besonders in der Advents- und Weihnchtszeit und zum Jahresende. Riten und Bräuche, die Glück und Zufriedenheit versprechen, sind in dieser Zeit besonders beliebt. Im letzten Teil meiner Reihe geht es um Silvester- und Neujahrsbräuche aus aller Welt. Da kannst Du vielleicht etwas Neues für Dich entdecken. Auch wenn Orakel nicht immer halten, was sie prophezeien, so bringen sie doch eine Menge Spaß.

Silvester- und Neujahrsbräuche in Deutschland

lucky-charm-585930_640Raclette, Fondue und Feuerzangenbowle gehören für uns zu Silvester ebenso dazu wie Dinner for One und Bleigießen. Viele putzen am letzten Tag des Jahres nochmal die Wohnung, tragen den Müll raus und begleichen ihre Schulden, um sich von Altlasten zu befreien, leicht und positiv ins Neue Jahr starten zu können. So ist es hierzulande Brauch, an Silvester Marzipanschweinchen zu verschenken oder auch vierblättrigen Klee, der Glück bringt. Punkt 12 ertönt von den Kirchtürmen Glockengeläut und überall gehen kleinere und größere Feuerwerke los. In Berlin am Brandenburger Tor steigt jedes Jahr eine große Silvesterparty mit internationalen Stars und Sternchen, die mehrere hunderttausend Zuschauer musikalisch erfreuen.

feuerzangenbowle-721255_640Es gibt unzählige Rituale zu Silvester und Neujahr. Sie sind von Bundesland zu Bundesland und von Familie zu Familie verschieden. Bei uns zuhause wird abends mit Freunden schön gegessen, sich unterhalten oder ein paar Spiele gespielt. Dann gibt es Feuerzangenbowle.

Um Mitternacht wird mit Sekt oder Champagner angestoßen, danach gibt es entweder eine herzhafte Mitternachtssuppe oder gefüllte Pfannkuchen (Berliner). In meiner Heimat bei Koblenz gibt es traditionell Neujahrskränze aus Hefe. Als ich noch ein Kind war und noch zuhause bei meinen Eltern wohnte, schaute ich an jedem 1. Januar mit meinem Vater das traditionelle Neujahrsskispringen im Fernsehen an.

Silvester- und Neujahrsbräuche in aller Welt

Aber nicht nur bei uns gibt es Silvester- und Neujahrstraditionen, sondern in der ganzen Welt:

grapes-839901_640Spanien: Mitternachtsglocken und Weintrauben

haben dort eine große Bedeutung. Wer es schafft, bei jedem Glockenschlag eine Weintraube zu verzehren, darf sich etwas wünschen. In spanischen Supermärkten werden daher jedes Jahr zu Silvester Weintrauben im 12er-Pack angeboten. Und in den Kneipenvierteln verkaufen fliegende Händler kurz vor 12 noch ein Dutzend Trauben im Plastiktütchen – natürlich zu überhöhten Preisen.

girl-254708_640Italien: Linsen und rote Unterwäsche

Wer in Italien glücklich und erfolgreich sein will, “rutscht” mit roter Unterwäsche ins Neue Jahr. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Tanga oder eine Boxershorts handelt. Wäsche- und Dessousläden stellen daher rechtzeitig ihr Sortiment auf rot um. Zum Essen gibt es traditionell Linsen, diese sollen Geldsegen und Glück bringen.

tiny-people-700921_640Tschechien: Bleigießen und Apfelkernorakel

Auch in Tschechien gibt es ein Mitternachtsessen mit Linsen. Die Linsen symbolisieren einen reichen Geldsegen. Wie in Deutschland wird in den Familien Blei gegossen und orakelt, um welches Symbol es sich hier handeln könnte, ob es wohl Glück oder Unglück bringt. Oft wird aber auch ein Apfel halbiert. Am Kerngehäuse wird dann die Zukunft abgelesen. Wenn die Kerne ein Kreuz bilden, droht Unheil, stehen sie in Sternform, bringen sie Glück.

confetti-985152_640Argentinien: Akten werden zu Konfetti

Um sich symbolisch von Altlasten zu befreien, machen die Menschen in Argentinien am letzten Tag des Jahres aus ihren Dokumenten Konfetti und werfen sie in der Neujahrsnacht aus dem Fenster. Ein lustiger und nützlicher Brauch, wie ich finde.

blooming-640440_640Brasilien: Blumenmeer und weiße Kleider

In Rio de Janeiro an der Copacabana werfen die Menschen Blumen ins Meer. Wenn die Blumen untergehen, erfüllen sich die Wünsche für das kommende Jahr. Werden sie wieder an den Strand gespült, bleibt der Wunsch unerfüllt. Traditionell tragen die Menschen an diesem Tag weiße Kleidung. Sie steht für Reinheit und Frieden und verheißt einen glücklichen Start ins Neue Jahr.

mochi-rice-cakeJapan: Mochis – Glück oder Tod

Zur Jahreswende werden in Japan traditionell Mochis serviert. Das sind Klöße aus klebrigem Reis. Sie sollen Glück für das nächste Jahr bringen und ein langes Leben versprechen. Kurzfristig hat dieser Brauch allerdings schon manchen Japaner das Leben gekostet. Viele sind an der klebrigen Konsistenz der Klöße erstickt. Inzwischen haben die Japaner jedoch gelernt, dies zu verhindern und sind Experten im Erste-Hilfe-Leisten geworden. Sollte ein Tischnachbar rot anlaufen oder bereits am Boden liegen, wenden fünf Schläge zwischen die Schulterblätter die Notsituation ab, und der Erstickende wird vor dem qualvollen Glücksklößchen-Tod bewahrt.

orange-228302_640China: Mandarinen für die Liebe

Im Reich der Mitte werfen Unverheiratete Mandarinen ins Meer und hoffen auf Glück in der Liebe im kommenden Jahr. Gefeiert wird ruhig und besinnlich im Kreise der Familie. Und obwohl die Chinesen das Feuerwerk erfunden haben, gibt es dies an Silvester nicht. Dafür wird das chinesische Neujahrsfest traditionell nach dem Mondkalender begangen. Viele Menschen reisen dann in ihre Heimatdörfer. Fast eine Woche steht die Welt in China dann still. Am Vorabend des Neujahrsfestes (in China der Frühlingsanfang) werden kleine Teigtaschen gegessen. Ihre Form erinnert an alte chinesische Geldstücke und verspricht Glück und Reichtum. Dann kommt endlich das Feuerwerk zum Einsatz, das den ganzen Abend gezündet wird.

Vaeterchen_frostRussland: Väterchen Frost und Schneeflöckchen

Auch in Russland wird das Neujahrsfest nicht am 1. Januar, sondern am 13. Januar gefeiert. Das liegt daran, dass die russisch-orthodoxe Kirche sich nicht nach dem Gregorianischen, sondern nach dem Julianischen Kalender richtet. Weihnachten wird daher erst am 7. Januar gefeiert. In der Neujahrsnacht bringen Väterchen Frost und seine Begleiterin Schneeflöckchen (russ. Snegurotschka) die Geschenke. Nach der Präsidentenrede im Fernsehen stößt die ganze Familie auf das Neue Jahr an.

cape-town-254844_640Südafrika: Karneval am Tafelberg

Am Kap der guten Hoffnung beginnen die Menschen das Neue Jahr mit Karneval. Am 2. Januar ziehen viele bunte Karnevalsgruppen mit Trommeln durch Kapstadt, die Stadt am Fuße des Tafelberges. Etwa 10.000 Teilnehmer nehmen an diesem Fest teil, Tanzgruppen, Bands und Chöre in wunderschönen Kostümen. Mehr als 100.000 Menschen säumen die Straßen zum Stadion (ähnlich wie beim Karneval in Rio). Im Stadion finden karnevalistische Tanz- und Gesangswettbewerbe statt. Die Tradition geht auf den “Emancipation Day” zurück, einem Tag in den 1830er Jahren, an dem die Sklaven ihre neu gewonnene Freiheit feierten.

Vielleicht hast Du das eine oder andere Ritual für Dich entdeckt, das Du gerne mal ausprobieren möchtest. Ich finde die rote Unterwäsche und das Konfetti aus Altakten klasse.

Welche Neujahrsbräuche zelebrierst Du mit Deinen Lieben?

Das war der letzte Beitrag in diesem Jahr. Wir sehen und lesen uns im Januar 2016 wieder. Dann verrate ich Dir, was Dich im Neuen Jahr bei mir erwartet. Du darfst gespannt sein.

Ich wünsche Dir einen schönen vierten Advent, ein zauberhaftes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.


Bildquellen:

Mochis: http://www.yuanfangmagazine.com

Väterchen Frost: Wikipedia (Uneingeschränktes Nutzungsrecht durch den Urheber Imladros)

Alle anderen Bilder: Pixabay

 

Rituale zum Jahresende: Reinigungsrituale für Körper, Seele, Haus und Garten

Hast Du schon Deinen Weihnachtsputz erledigt? Ich muss zugeben, dass ich noch keine wirkliche Lust dazu hatte. Aber ich verspüre bereits den Drang in mir, es in den nächsten Tagen erledigen zu wollen. Ich habe da neulich einen lustigen Spruch gelesen:

PinkGlitzerStaub

Genau. Und wer sagt denn, dass man aus dem leidigen Hausputz nicht auch ein schönes Reinigungsritual machen kann? Herbst- und Weihnachtsputz gehören genauso zu unseren Traditionen, wie der Frühjahrsputz zu Ostern.

Weihnachtsputz und andere Reinigungsrituale

Da heißt es Grundreinigung machen, Schränke und Regale auswischen, Fenster putzen, Gardinen waschen, Silberbesteck polieren und was man sonst noch so anstellt, um die Bude wieder auf Hochglanz zu bringen. Schließlich soll die bucklige Verwandtschaft nichts zu mäkeln haben, wenn sie über die Feiertage einfällt, nicht wahr? Nun gut, das war eher scherzhaft gemeint.

reinigungsserviceSo ein Hausputz hält mich ganz schön auf Trab. Wenn ich erstmal angefangen habe, habe ich nicht eher Ruhe, bis die ganze Wohnung fertig ist. Und je besser ich vorankomme und je mehr ich geschafft habe, desto pingeliger werde ich. Da stört mich plötzlich jedes Staubkorn. Kennst Du das auch?

Wenn alles erledigt ist, gehe ich durch jedes Zimmer und betrachte mein Werk. Danach mache ich mir einen Kaffee, setze ich mich auf’s Sofa und genieße dieses saubere, aufgeräumte Gefühl, das ich jedesmal nach einem solch gründlichen Hausputz habe. Jetzt finde ich meine Wohnung besonders schön und gemütlich. Ich selbst fühle mich auch aufgeräumt. Natürlich bin ich diejenige, die die erste Kaffeetasse aus dem Schrank holt. Und natürlich bin ich die erste, die auf das frisch geputzte Klo geht und die blitzblanke Dusche benutzt. Das habe ich mir schließlich verdient.

Meine Wohnung und ich erstrahlen nun wieder in neuem Glanz. Das fühlt sich richtig gut an. Doch etwas fehlt noch: Die energetische Reinigung.

Reinigungsrituale: So reinigst Du Dich und Dein Heim von dunklen Energien

Luftreinigung mit Salz

Salz_zur_LuftreinigungEs gibt verschiedene Arten, Dein Heim energetisch zu reinigen. So kannst Du beispielsweise eine Schüssel mit Himalaya-Salzbrocken aufstellen und etwas Wasser darüber geben. Lass die Schüssel einige Tage stehen. Wenn Du schwere Energien in der Wohnung hast, kann es sein, dass die Steine einen gräulichen Farbton bekommen. Kipp das Wasser dann weg und brause die inzwischen etwas kleiner gewordenen und kristallin aussehenden Salzbrocken ab und lass sie trocknen. Sie lassen sich so oft verwenden, bis sie förmlich verschwunden sind.

Lichterketten und Windspiele für Balkon und Garten

Nachdem Garten und Balkon winterfest gemacht sind, bietet es sich an, Lichterketten anzubringen und Windspiele aufzuhängen, sofern Du nicht schon welche hast. Licht erhellt das Gemüt, und Windspiele vertreiben durch ihren Klang negative Energien. Ihre Schwingungsfrequenzen wirken sich positiv auf unser Wohlbefinden aus, allerdings nur, wenn uns die Klänge gefallen und uns nicht nerven. Welche Klänge bevorzugst Du? Eher hell-klirrende oder lieber dumpf-hölzerne? Es gibt auch Windspiele, die nicht klingen und sich nur im Wind hin und her bzw. auf und ab drehen.

Räuchern

smoking-437715_640Ich liebe es zu räuchern. Dazu nehme ich zwischendurch Räucherstäbchen oder Räucherkegel. Besonders gerne räuchere ich mit Harzen und Kräutern. Dazu nehme ich eine feuerfeste Räucherschale, befülle sie mit Feuersand, lege ein Stück Räucherkohle darauf und entzünde sie. Wenn sie gleichmäßig glimmt, lege ich etwas Weihrauch, Myrrhe oder sonstiges Räucherwerk auf die glimmende Kohle. Ich gehe dann mit der Schale durch jeden Raum und wedele den Rauch in jede Ecke mit der Absicht, sie von dunklen festsitzenden Energien zu reinigen. Danach lüfte ich ordentlich. Du findest im Internet jede Menge Infos zum Thema Räucherrituale, Räucherwerk und auch entsprechende Literatur.

Kerzenlicht, Duft- und Aromaöle sowie Farben dienen ebenfalls der Reinigung und Aufladung mit neuer Energie. Spüre einfach in Dich hinein und erfühle, was Du gerade brauchst. Achte auf den ersten Impuls und vertraue Deiner Intuition. Vielleicht fallen Dir noch weitere Reinigungsrituale ein.

Reinigung des Körpers (innen und außen)

Herbstfasten oder Neujahrsfasten ist wohltuend, um überflüssige Pfunde loszuwerden und uns von Giftstoffen zu reinigen. Wenn der Körper übersäuert ist, sei es durch Weihnachtsplätzchen, Alkohol, Koffein, Medikamente oder auch Stress, kann eine innere Reinigung wahre Wunder bewirken. Überschüssige Säure wird ausgeschieden, der Verdauungstrakt reinigt sich, und der Stoffwechsel kommt wieder in Schwung. Nach einer Fastenkur sieht die Haut wieder straffer und strahlender aus, und Du hast wieder mehr Energie. Wenn Du keine Fastenkur über mehrere Wochen machen möchtest, kannst Du auch zwischendurch einen Fastentag einlegen und nur Säfte, Wasser und Tee zu Dir nehmen. Schnell wirst Du merken, wie gut das tut. Der Organismus wird entlastet, der Kopf wird klarer.

Salzbad

SalzbadIch bade eher selten, weil ich lieber dusche. Aber sich nach einem anstrengenden Tag in ein Salzbad zu legen, hat etwas sehr entspannendes und reinigendes. Gib ein halbes Kilo Steinsalz oder Himalayasalz ins Badewasser und lege Dich ca. 20 min. hinein. Bitte kein handelsübliches Kochsalz (womöglich auch noch jodiert oder fluorisiert) verwenden. Da sind Giftstoffe drin, die kein Mensch braucht. Du wirst Dich danach herrlich entspannt fühlen. Das Salz bindet alle negativen Energien, die Du im Laufe des Tages aufgenommen hast. Mit dem Ablassen des Badewassers fließen auch sie ab.

Wenn Du Vollbäder nicht magst, kannst Du auch ein Fußbad nehmen. Über die Füße scheiden wir viele Giftstoffe und negative Energien aus. Am besten ein Gefäß verwenden, in dem die Füße bis über die Knöchel im Wasser sind. Du kannst eine Handvoll getrommelte Bergkristallstücke hinzugeben, wenn Du unter kalten Füßen leidest. Sie ziehen die Kälte aud dem Körper.

Ich wünsche Dir viel Vergnügen beim Weihnachtsputz und einen sauberen 3. Advent.


Beitragsbilder oben und zum Text “Räuchern”: www.pixabay.de

Bildquelle zum Text “Luftreinigung mit Salz”: Salz zur Luftreinigung © Sylvia Geiss

Bildquelle zum Text “Weihnachtsputz…”: http://hausservice-kontor.businesscard.at

Bildquelle zum Text “Salzbad”: bath accessories © Olga Lyubkina – www.fotolia.de

 

Rituale zum Jahresende: So verabschiedest Du Dich von hinderlichen Glaubenssätzen

Heute möchte ich Dir ein schönes Ritual zum Jahresende zeigen: Wie Du Dein Jahr Revue passieren lässt und Dich von hinderlichen Glaubenssätzen befreist.

Rituale zum Jahresende – Teil I

Das Jahr Revue passieren lassen

Nimm Dir ein Blatt Papier zur Hand und schreibe einmal auf, was Dir an persönlichen Erlebnissen in diesem Jahr einfällt.

Beginne mit Januar 2015 und schreibe so für jeden Monat des Jahres die Dinge auf, an die Du Dich gut erinnern kannst, positiv wie negativ.

Wenn Du bei allen Monaten etwas aufgeschrieben hast, mache hinter jede Notiz ein Smiley (ein lachendes = positives Erlebnis; ein trauriges = unerfreuliches Erlebnis; ggf. noch ein neutrales Smiley für die Erlebnisse, die Du weder als positiv noch negativ empfandest).

  1. Überwiegen die lachenden oder die weinenden Smileys?
  2. Kannst Du einen “roten Faden” erkennen?
  3. Welches Thema/welche Themen tauchten immer wieder auf?

Am besten macht sich die Übung zu zweit bzw. zu mehreren. Dann könnt ihr anschließend 2er-Gruppen bilden und Euch gegenseitig erzählen, wie Euer Jahr gewesen ist, was ihr erlebt habt, wie ihr damit umgegangen seid und Euren roten Faden identifizieren.  Nehmt Euch dafür pro Person ca. 20 Minuten Zeit, gerne auch mehr.

Euer Gesprächspartner darf auch Fragen stellen. Warum-Fragen sollten allerdings vermieden werden, da das Gegenüber sonst in die Verlegenheit gerät, sich rechtfertigen zu müssen. Das führt zu nichts außer Frust. Aber er könnte zum Beispiel fragen, wie Du mit einer bestimmten Situation umgegangen bist, wie Du sie gemeistert hast, woher Du die Kraft gehabt hast usw. Also wohlwollende, förderliche Fragen.

Hinderliche Glaubenssätze notieren

Wenn ihr Euch gegenseitig Eure Geschichte erzählt habt, notiert Euch bitte, welche Glaubenssätze mit Euren jeweiligen Themen verbunden sind.  Die können oft sehr hinderlich sein.

Wenn Ihr zum Beispiel Geldsorgen hattet, fragt Euch, wie Ihr wirklich über Geld denkt:

  • Geld verdirbt den Charakter
  • Geld ist ein notwendiges Übel
  • Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts
  • Geld allein macht auch nicht glücklich
  • Geld regiert die Welt
  • Ohne Moos nix los…

Wenn Ihr Probleme hattet, Hilfe von anderen anzunehmen:

  • Wenn man nicht alles selber macht, wird es auch nichts
  • Ich muss es alleine schaffen
  • Ich brauche keine Belehrungen von außen, ich kann das selbst
  • Wenn man sich auf andere verlässt, ist man verlassen
  • Das mache ich lieber selber, dann weiß ich, dass es gut wird
  • Ich hab das immer selber gemacht, warum sollte ich das jetzt ändern
  • Ich musste immer alles selbst machen, es war ja niemand da, der mir das hätte abnehmen können…

Und so könnt Ihr es mit jedem Thema, das auf Eurem Jahresrückblick auftaucht, machen.

Nehmt dazu ein weiteres Blatt Papier und notiert Eure Glaubenssätze darauf. Ihr könnt dazu verschiedene Farben verwenden, lasst Eurer Phantasie freien Lauf.

Sich von alten Glaubenssätzen verabschieden

20151128_204623Anschließend rollt Ihr das Blatt mit Euren Glaubenssätzen zusammen und bindet ein schönes Bändchen drumherum. Oder Ihr bastelt ein Schiffchen daraus. Ihr könnt auch Eure Erlebnisse des Jahres, die Ihr zuvor notiert habt, mit einrollen bzw. als Schiffchen falten. Dann könnt Ihr entweder für Euch alleine oder gemeinsam ein Abschiedsritual daraus machen.  paperboat-1014962_640

Verabschiedet Euch von Euren hinderlichen Glaubenssätzen. Bedankt Euch bei ihnen und geht davon aus, dass sie für irgendetwas gut waren. Vielleicht wisst Ihr auch schon wofür. Im Kosmos geschieht nichts ohne Grund.

Bedankt und verabschiedet Euch auch von Euren Erlebnissen des Jahres (auch von den positiven). Damit schafft Ihr Platz für Neues.

Setzt das Schiffchen auf ein fließendes Gewässer und lasst es ziehen.

fire-842312_640Wer Feuerrituale mag, kann sein zusammengerolltes Blatt feierlich dem Feuer übergeben. Feuer transformiert. Vielleicht macht Ihr ein gemütliches Ritual im Kreis der Familie am Kamin daraus… oder mit Freunden am Lagerfeuer.

Keine Sorge – wenn Ihr den einen oder anderen Glaubenssatz wider Erwarten doch noch brauchen solltet, kommt er ganz automatisch zu Euch zurück. Im Kosmos geht auch nichts verloren.

Ich mache diese Übung  immer in der Zeit zwischen den Jahren, während der so genannten Raunächte. In dieser Zeit gelingt es mir am besten, das Jahr Revue passieren zu lassen, mich zu bedanken und Pläne fürs kommende Jahr zu schmieden.

candle-581141_1920In der nächsten Woche verrate ich Dir, wie Du Dir Ziele setzt, die Du anfassen kannst.

Bis dahin wünsche ich DIr einen friedvollen 1. Advent.

So helfen dir Rituale, Stress abzubauen

So helfen dir Rituale, Stress abzubauen

Früher gehörten Rituale zum Alltag, wie das Ei zum Spinat. Der berufliche sowie der private Alltag wurde zu festen Zeiten und in festgelegten Abläufen gestaltet. Vor dem Essen wurde gebetet, samstags war Badetag und – nicht zu vergessen – sonntags ging man zum Gottesdienst (sofern man religiös war).

Heutzutage werden liebgewonnene Gewohnheiten eher belächelt, vielen sind sie sogar peinlich. Starre Traditionen sind out und müssen aufgebrochen werden. Nur wer flexibel ist, bringt es auf der Erfolgsleiter nach oben. Abenteuer und Adrenalinkicks liegen heute voll im Trend und treffen den Nerv der Zeit.

Dabei ist den meisten von uns gar nicht bewusst, dass unser Alltag trotzdem jede Menge Rituale enthält, die wir aber gar nicht als solche betrachten. Und manchmal handelt es sich um Rituale, die uns gar nicht guttun.

Was meine ich damit?

toothbrush-313768_640Ein Ritual ist, wie wir wissen, eine Handlung nach einem festgelegten und immer wiederkehrenden Ablauf. Die Handlung wiederholt sich immer auf die gleiche oder annähernd ähnliche Weise. Dabei können Rituale sich im Laufe der Zeit durchaus verändern. Zeit, Ort oder Dauer der Handlung sind variabel und ergeben sich aus der Situation heraus. Das heißt, dass sich ein Ritual nicht zwangsläufig in bestimmten Zeitabständen wiederholen muss, sondern dann ausgeführt wird, wenn die Situation es erfordert.

Der Gang ins Fitness-Studio zweimal pro Woche oder der Spaziergang am Sonntagnachmittag sind ebenso Rituale wie das Zähneputzen am Morgen oder die heiße Milch mit Honig vor dem Schlafengehen. Zeitunglesen beim Frühstück oder der Genuss des Feierabendbierchens nach getaner Arbeit gehören ebenfalls dazu.

Welche Rituale führst du täglich aus, ohne dass du dir dessen bewusst bist?

Mache dir einmal bewusst, welche regelmäßig wiederkehrenden Handlungen oder Gewohnheiten du jeden Tag, jede Woche, jeden Monat ausführst. Schreibe sie ruhig einmal auf. Du wirst erstaunt sein, was da alles zu Tage kommt. Und du wirst merken, dass ein Leben ohne Rituale so gut wie unmöglich ist.

Bei Stress und besonders nach traumatischen Erlebnissen können Rituale eine große Kraftquelle sein. Rituale

  • schaffen Struktur
  • geben Halt und Sicherheit
  • geben Orientierung
  • wirken beruhigend auf das Nervensystem
  • bauen Stress ab
  • machen Spaß

Ich habe einige Menschen gefragt, welche Rituale sie ausführen, wenn sie Stress abbauen wollen. Es kamen die unterschiedlichsten Antworten dabei heraus:

  • Eine Kollegin erzählte mir, dass sie eine zeitlang jeden Morgen, bevor sie zur Arbeit ging, erst einmal eine Viertelstunde badete. So machte sie sich fit für den anstrengenden Tag.
  • Eine andere badete jeden Tag nach der Arbeit bzw. vor dem Schlafengehen, um zu entspannen und die Anstrengungen des Tages hinter sich zu lassen.
  • Ich kenne jemanden, der setzt sich nach der Arbeit an seinen Computer zuhause und spielt Autorennen, Solitaire oder Ballerspiele. Er sagt, so könne er am besten entspannen und abschalten. Dazu komme ich später nochmal.
  • yoga-241609_640Eine Bekannte geht einmal in der Woche zum Tai Chi.
  • Ein Freund macht mit seiner Frau zweimal pro Woche Aqua-Gymnastik.
  • Eine Frau malt, wenn sie Stress hat. Wenn sie so richtig genervt ist und die Dinge nicht mehr fließen wollen, schnappt sie sich eine Leinwand und tobt sich mit verschiedenen Farben nach Herzenslust aus.
  • Meine ehemalige Lehrerin trinkt jeden Morgen vor dem Aufstehen eine Tasse Tee im Bett. Ihr Partner bereitet ihn für sie zu und serviert ihn ihr ans Bett.
  • BauchtanzEine Freundin besucht zweimal wöchentlich einen Zumba-Kurs und geht zusätzlich einmal pro Woche noch zum Tanzen, um ihren Alltagsstress abzubauen.
  • Eine andere macht lange Spaziergänge, um ihren Kopf frei zu bekommen.

Ich selbst habe auch verschiedene Rituale zum Stressabbau:

TeezeremonieSo mache ich kleine Achtsamkeitsübungen, wie z. B. einen Moment innehalten und eine Minute lang meinen Atem beobachten. Ich mag auch Kurzmeditationen. Dazu setze ich mich in den Schneidersitz, schließe die Augen und gehe in mich, ohne eine Absicht zu verfolgen oder etwas zu wollen. So komme ich in einen angenehm entspannten Zustand.

Wenn ich unruhig, unkonzentriert oder genervt bin, stehe ich auf und gehe auf meinen Balkon. Dort schaue ich ins Grüne, nehme einige Atemzüge oder setze mich hin und trinke einen Kaffee oder Tee. Manchmal gehe ich auch in den Wald und umarme einen Baum. Diese Mini-Rituale helfen mir, mich zwischendurch ein wenig zu entspannen, Druck und Stress loszulassen.

Rituale, die nicht guttun

ComputerspielSo, nun komme ich noch einmal auf den Freund zurück, der behauptet, mit Computerspielen könne er sich am besten entspannen.

Fakt ist: Das kann er nicht! Erwiesenermaßen können wir nicht entspannen, wenn wir am Computer arbeiten, auch wenn es sich dabei nur um ein Spiel handelt. Wir sind dabei in ständiger Anspannung. Wir fiebern mit und rutschen unruhig auf unserem Stuhl hin und her oder wechseln ständig unsere Sitzhaltung. Die Muskulatur ist angespannt, der Blutdruck erhöht, der Puls geht schneller, die Atmung ist flach, möglicherweise halten wir sogar den Atem an, wenns im Spiel gerade brenzlig wird.  Gewaltvolle Ballerspiele, bei denen wir andere Wesen abwehren oder töten sollen, wirken keinesfalls entspannend auf uns, weder auf Körper, Seele noch Geist.

Selbst wenn wir uns immer wieder sagen, dass es sich NUR um ein Spiel handelt, so nimmt unser Gehirn und unser Unterbewewusstsein die Handlung, die da läuft und in die wir beim Spielen eingebunden sind, als Realität wahr. Die elektrische Strahlung tut ihr Übriges dazu. Nächtliche Unruhe, Schlafstörungen oder Alpträume sind da keine Seltenheit. Wer da am nächsten Tag ausgeruht zur Arbeit oder zur Schule muss, sollte den Abend lieber ruhiger ausklingen lassen als mit Spätnachrichten im Fernsehen oder Computerspielen.

Was mein Freund hier tatsächlich meinte und auch geäußert hat, ist, dass er beim Computerspiel abschalten kann vom Alltagsgeschehen.  Und das glaube ich ihm aufs Wort, denn er ist ein Meister der Alltags-Dissoziation*. Wenn ihm etwas auf den Keks geht, schaltet er innerlich einfach auf einen anderen Kanal um, als hätte er eine eingebaute Fernbedienung. Ich gebe zu, dass ich ihn dafür manchmal beneide.

Allerdings ist er auch Meister im Verdrängen, und bekanntlich drängt das Verdrängte ja irgendwann nach oben. Verdrängung ist ein Schutzmechanismus, der bewusst oder unbewusst eingesetzt wird, um uns nicht zu überfordern. Allerdings ist dies auf Dauer nicht gesund. Manchmal ist die Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema sinnvoller. Dann kann der Konflikt offengelegt werden und der damit verbundene Stress und Druck kann ein Ventil finden und abgebaut werden. Über Jahre aufgestauter Druck kann irgendwann zu Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Im schlimmsten Fall schnappt die Psyche über und es kommt zu Spontanhandlungen, wie Suizidversuche oder Amokläufe.

Rituale, die guttun

Du hast vorhin schon einige Rituale kennengelernt, die Menschen anwenden, um  Spannungen und Blockaden zu lösen und wieder frei durchzuatmen oder gut schlafen zu können.

Hier fallen mir noch ein paar Rituale ein, die dir helfen können, Stress abzubauen und zu entspannen:

Rituale am Morgen

  • Kaffee trinkenVor dem Aufstehen ein paar Dehnungsübungen im Bett machen. Recke und strecke dich und gähne dabei laut.
  • Vor dem Duschen die Haut mit einem Handschuh oder einer Bürste trockenbürsten. Dabei von unten nach oben arbeiten zum Herzen hin. So fährst du dein System hoch und machst dich fit für den Tag.
  • Gemütlich frühstücken, ohne Hast…

Rituale am Abend

  • FußbadFrage dich eine Zeitlang vor dem Schlafengehen: was war heute schön – wofür bin ich dankbar – was habe ich heute gelernt – wen liebe ich – wer darf mich lieben?
  • Ein Fußbad oder Vollbad bei Kerzenschein und deiner Lieblingsmusik.
  • Vor dem Einschlafen kannst du gedanklich deinen Körper durchforsten und ihn wahrnehmen. Fang beim Kopf an und gehe dann runter bis in die Zehen. So fährst du dein System runter und kannst gut entspannen. Ich schlafe oft darüber ein.
  • Ein kurzer Spaziergang an der Abendluft (vielleicht musst du sowieso mit dem Hund raus?).
  • Ein Gebet…

Kennst du noch weitere Rituale? Wie verbringst du beispielsweise deine Mittagspause? Welche Rituale hast du für dich entdeckt, um mit Stress fertigzuwerden? Welche funktionieren gut? Welche weniger gut? Vieleicht hast du dir ja eigene Rituale geschaffen.

Beachte:

meditation-609235_640Rituale sollten nicht als Ersatzbefriedigung oder zur Verdrängung verwendet werden. Es hilft auch nichts, besonders viele verschiedene Rituale auszuführen oder ein und dasselbe Rituale dreißig Mal am Tag zu wiederholen. Das wäre kontraproduktiv. Vielmehr sollen Rituale dir helfen, deine Aufmerksamkeit für eine kurze Zeit nach innen zu richten. Je intensiver die damit verbundenen Gefühle sind (im positiven Sinne natürlich), desto besser ist die beruhigende Wirkung auf dein Nervensystem. Die gestörten Informationsflüsse zwischen Nervenzellen werden synchronisiert.

Führe daher deine Rituale achtsam und bewusst aus und lasse sie nicht zur Routine werden. Sonst verlieren sie ihre heilsame Wirkung.

Schreibe mir, ich freue mich auf deine Erfahrungen.


*Begriffserklärung: Alltags-Dissoziation

Dissoziation (= Ausblenden, Abschalten)

Dissoziieren hilft, ein Trauma zu überleben. Grundsätzlich ist Dissoziation ein Alltagsphänomen und das Gegenteil von Assoziation. Wir dissoziieren und assoziieren ständig. Wir fügen zusammen und trennen oder schieben zur Seite. Unser Gehirn filtert aus, was es als

  • zu unwichtig oder
  • zu brisant

einschätzt.

Es gibt Menschen, die im größten Trubel alles um sich herum vergessen. Sie blenden Geräusche und Bewegungen um sie herum aus und vertiefen sich in ein Buch. Wer gut dissoziieren kann, kann sich aus der zusammenhängenden Wahrnehmung der Alltagsrealität einfach “wegbeamen”[1].

Allerdings ist eine gute dissoziative Fähigkeit im Alltag kein unbedingter Hinweis darauf, dass Dissoziation auch in extremen Stress-Situationen als Abwehrmechanismus zum Einsatz kommt.

[1] Huber, M. (2007):  Trauma und die Folgen. Trauma und Traumabehandlung Teil 1, S. 53 ff. – 3. Aufl., Junfermann Verlag.