Trauma und Trauer

Wie unterscheidet man Trauma und Trauer?

Print Friendly, PDF & Email

Die aktuellen Meldungen in den Nachrichten berichten von Menschen, die trauernd vor einem Meer aus Blumen für die Opfer der jüngsten Terroranschläge in Paris stehen. Wann immer solche Schreckensereignisse passieren, sei es durch Bombenattentate, Flugzeugabstürze oder Naturkatastrophen – wird sofort von trauernden Menschen gesprochen.

Trauma und Trauer – zwei verschiedene Schuhe

Trauern tun Menschen, die Freunde und Angehörige verloren haben, sicherlich, und zwar jeder auf seine ganz individuelle Weise.

Allerdings muss man hier auch ganz klar sagen, dass Trauer einerseits ein Gefühl des Verlustes und des Schmerzes und andererseits auch ein Prozess ist. Trauer setzt nicht unmittelbar nach einem Schreckensereignis ein. Im Vordergrund steht hierbei nicht das schmerzliche Gefühl, sondern der Schock.

Experten werden hier vielleicht einwerfen, dass die Schockphase einen Teil des Trauerprozesses darstellt. Nun, wenn man die in den 1970er Jahren entwickelten Trauerphasen zugrundelegt, mag das theoretisch so anmuten. In der Praxis sieht die Sache aber oft ganz anders aus.

Schauen wir uns zunächst die vier Trauerphasen einmal an:

Das Vierphasenmodell der Trauer nach Yorick Spiegel

(Quelle: www.trauerphasen.de)

Der Theologe Yorick Spiegel hat mit seiner Habilitationsschrift „Der Prozeß des Trauerns. Analyse und Beratung“ aus dem Jahr 1972 ein ebenfalls vierphasiges Modell vorgelegt, welches die Schwerpunkte jedoch ein wenig anders setzt als Verena Kast. Er orientiert sich mehr an den Gefühlen und dem Umgang damit und beobachtet dabei unterschiedliche Verhaltensweisen, die für die Phasen charakteristisch sind.

DIE SCHOCKPHASE
Diese Phase setzt unmittelbar nach dem Erhalt der Todesnachricht ein und lässt die Menschen in einen Zustand der Lähmung verfallen. Wie groß der Schock ist und wie lange diese Phase dauert (einige Stunden oder wenige Tage), hängt unter anderem davon ab, ob der Tod erwartet wurde  – aufgrund einer Krankheit oder hohen Alters -, oder ob er völlig unerwartet eingetreten ist – Unfall, Suizid oder ähnliches.     

Die Reaktionen während dieses Schocks können sehr unterschiedlich sein. Manche Menschen nehmen ihre Umwelt gar nicht mehr wahr und sind kaum ansprechbar, andere brechen völlig zusammen, wieder andere widmen sich Routinetätigkeiten, als wäre nichts geschehen. In dieser Phase werden die Betroffenen meistens von Angehörigen und Freunden unterstützt, die ihnen auch dabei helfen, ihre Emotionen zu kontrollieren – was den Übergang zur nächsten Phase einleitet.    

DIE KONTROLLIERTE PHASE    
Gerade in den ersten Tagen nach einem Todesfall muss der Mensch trotz des möglichen Zusammenbruchs seiner Welt funktionieren und agieren, da es neben der Beerdigung unzählige Dinge zu erledigen gilt. Daher werden in dieser Phase durch eigene und fremde Aktivitäten die Emotionen kontrolliert, um einen möglichen Zusammenbruch zu verhindern und notwendige Dinge erledigen zu können.         
Der betroffene Mensch versucht selbst, seine Emotionen unter Kontrolle zu halten, und er wird dabei von Angehörigen und Freunden aktiv unterstützt. Der Trauernde soll so entlastet werden, damit er die eigenen Kräfte zur Selbstkontrolle aufbringen kann. Die starke emotionale Selbstkontrolle in Verbindung mit den geschäftigen und hektischen Tagen kurz nach einem Todesfall erzeugt beim trauernden Menschen allerdings eine gewisse Distanz, als zöge ein Film an ihm vorüber, an dem er nicht beteiligt ist. In dieser Phase der Kontrolle stellt sich oft ein Gefühl der Leere ein, da man die Emotionen ja zurück gestellt hat und deshalb nichts so richtig spüren kann. Die kontrollierte Phase endet meistens nach der hektischen Zeit bis zur Beerdigung, wenn Verwandte und Freunde wieder abgereist sind.     

DIE PHASE DER REGRESSION     
Der Alltag ohne den Verstorbenen setzt ein, und die intensive Hilfe und Unterstützung der ersten Tage sind nicht mehr in diesem Umfang vorhanden. Nun wird der Trauernde mit aller Macht mit dem Alltag ohne den verlorenen Menschen konfrontiert, er zieht sich von der Welt zurück, verspürt eine Fülle unterschiedlicher Emotionen und fühlt sich ob des Zusammenbruchs seiner Welt oft hilflos und gelähmt.
Hilfsangebote und Aufmunterungsversuche von Freunden und Angehörigen werden zwar einerseits gewünscht, andererseits aber doch oft abgelehnt, weil sie zum Teil als sinnlos oder als zu anstrengend empfunden werden. In dieser Phase fühlt sich der Trauernde weder der Welt der Lebenden so richtig zugehörig noch der untergegangenen Welt mit dem Verstorbenen, von dem er sich noch nicht gelöst hat; er versinkt in Hilflosigkeit, Depression und Verzweiflung und verspürt ein Gefühl der Unwirklichkeit.       

In dieser Phase werden die trauernden Menschen oft von Schlaflosigkeit geplagt, die eine permanente Müdigkeit und Mattigkeit zur Folge hat. Auch Appetitlosigkeit und ein Mangel an Antriebskraft stellen sich ein, oft ist allein das Anziehen ein schwerer und anstrengender, irgendwie sinnloser  Schritt. Zur inneren und äußeren Entlastung greifen etliche Menschen dann zu Hilfsmitteln wie Tabletten, Drogen oder Alkohol, was zu einem echten Problem werden kann, wenn dies zu häufig oder zu lange geschieht.    

DIE PHASE DER ADAPTION   

Langsame Rückkehr ins Leben und neue Beziehungsfähigkeit. Der Trauernde versucht, langsam wieder in sein altes Leben zurückzukommen, aber der Verlust wird immer im Herzen bleiben. Doch der Trauernde kann sich nicht ewig zurückziehen.     

Die Trauerbewältigung läuft in dieser Phase keineswegs kontinuierlich ab: Kurzzeitige Rückschritte in vorherige Stadien des Trauerprozesses sind möglich. Dabei kann die ganze Schwere der Trauer wieder da sein, doch klingen die Abschnitte meist schneller ab.   

Hier muss ich  ein Veto einlegen:

Wenn Du Dir die in der Schockphase beschriebenen Symnptome anschaust, wirst Du feststellen, dass es sich hierbei um akute Belastungsreaktionen handelt, die in ihrer Schwere variieren und traumatische Ausmaße annehmen können. Wie lange diese Phase dauert, hängt eben nicht nur davon ab, ob der Tod erwartet wurde oder ob es sich um einen Unfall, Suizid oder ein Verbrechen handelte.

Es kommt in erster Linie auf die innerpsychische Verarbeitung an.

Wie reagiert der Organismus bei einem Schockerlebnis (Trauma)?

Fight or Flight

Die natürliche Reaktion des Organismus auf ein überwältigendes Ereignis ist eine enorme Mobilisierung von Überlebensenergie. Diese wird zum Zwecke des Kampfes oder zur Flucht aufgebaut.

Veränderungen im sympathischen Teil des autonomen Nervensystems ermöglichen Muskeln und lebenswichtigen Organen eine stärkere Versorgung mit Blutglucose. Den Skelettmuskeln wird somit mehr Energie zugeführt wird, was den Organismus in die Lage versetzt, besser kämpfen oder vor gefährlichen Situationen fliehen zu können (Huber 2007, S. 41).

Freeze and Fragment

Sind in dem entsprechenden Moment weder Kampf noch Flucht möglich, erstarrt der Mensch und das gesamte Ereignis wird mit Hilfe der hohen Energie zum Schutz des Menschen “eingefroren” (Freeze).

Vom Moment der Freeze-Reaktion an, wenn also die Schockstarre beginnt, ist klar: Jetzt findet für den Menschen das Ereignis als Trauma statt und nicht mehr “nur” als belastendes Lebensereignis.

Mit Freeze ist aber auch eine Lähmungsreaktion gemeint: »Es ist, als ob das Gehirn sich sagt: Ich bringe den Organismus nicht erfolgreich aus der Situation heraus, und ich kann den aggressiven Reiz nicht äußerlich niederringen – also muss ich genau dies intern tun: Ich mache den aggressiven Reiz unschädlich und erlaube dem Organismus, sich innerlich davon zu distanzieren. Eine Flut von Endorphinen – schmerzbetäubenden körperlichen Opiaten – hilft bei diesem “geistigen Wegtreten” und der “Neutralisierung” akuter Todesangst. Auch das Noradrenalin aus der Nebennierenrinde, das zunächst zum “Tunnelblick” verhilft, kann, wenn viel davon durch den Körper rast, die normalerweise integrative Wahrnehmung blockieren. Der Mensch müsste jetzt eigentlich schreien, um Hilfe rufen, weinend zusammenbrechen – doch oft bedeutet die “Freeze”-Reaktion nichts anderes als eine Entfremdung vom Geschehen. Viele Menschen werden erst deutlich später diese eigentlich normalen Reaktionen bekommen – wenn sie hinterher in Sicherheit sind und ihr gesamtes Hirn wieder “heruntergeschaltet” ist aus dem Alarmzustand und schreien. Aber die meisten tun es jetzt noch nicht, nicht wenn innerlich erst einmal alles erstarrt” (Huber 2007, S. 43).

In dieser inneren Schockstarre bleibt der Mensch gefangen: die Entfaltung der Lebensenergie wird unterdrückt, es kommt zu einer Unterbrechung der Verbindung zum eigenen Selbst, zu anderen Menschen, zur Natur und zur eigenen geistigen Quelle. Wenn die überschüssige Energie nach dem Ereignis nicht wieder aufgelöst werden kann, bleibt sie im Nervensystem gebunden (Jean Shahbaz, www.traumaheilung-berlin.de).

“Dann … kommt das Mittel des Fragmentierens [Hervorhebung im Original] hinzu: Die Erfahrung wird zersplittert, und diese Splitter werden so “weggedrückt”, dass das äußere Ereignis nicht mehr (jedenfalls nicht ohne spätere gezielte Anstrengungen) zusammenhängend wahrgenommen und erinnert werden kann” (Huber 2007, S. 43).

Dies sind die Schutzmechanismus, die Menschen eine Zeitlang nach dem belastenden Ereignis funktionieren lassen.

Es ist nach meinem Dafürhalten nicht ganz einfach, zwischen Trauma und Schockphase während des Trauerprozesses zu unterscheiden. Umso wichtiger ist es, dass man hier genauer hinschaut und traumatische Symptome nicht einfach als Trauer oder komplizierte Trauer abtut.

Speziell bei Menschen mit Morderfahrungen erlebe ich das immer wieder. Zu oft diagnostizieren so genannte “Experten” diesen Menschen eine komplizierte Trauer, weil sie nicht sehen oder es nicht wahrhaben wollen, dass hier ein Psychotrauma mit  dazugehörigen Traumafolgereaktionen  vorliegt. Zumal wenn die Symptome dabei sind, zu chronifizieren, heißt es oft: “Ach was, das ist kein Trauma, der oder diejenige kommt bloß mit ihrer Trauer nicht klar.”

Solange der Mensch in seinem Trauma steckt, welches noch nicht bearbeitet ist, und solange die Angehörigen noch damit beschäftigt sind, sich um Dinge wie Beerdigung, der Aufklärung des Verbrechens, der Wahrnehmung von Prozess- und Gerichtsterminen uvm. zu kümmern, haben sie gar keine Zeit zu trauern. Sie funktionieren wie Roboter. Viele Betroffene berichten mir, dass sie erst dann trauern können, wenn der Mörder hinter Schloss und Riegel sitzt und der Prozess endlich abgeschlossen ist. Danach könnten sie sich emotional mit dem Tod und dem Abschied von ihrem geliebten Menschen auseinandersetzen und realisieren, dass der Verstorbene nicht zurückkommt.

Erst der Abschluss des Mordprozesses, das Schließen der Akten und die endgültige Gewissheit, alles getan zu haben, was zur Aufklärung und Ergreifung des Mörders geführt hat, gibt den Angehörigen die Möglichkeit, überhaupt erst mit der Trauerarbeit beginnen zu können. Bis es soweit ist, vergehen mitunter dahin viele Jahre. Bis dahin funktionieren die Betroffenen nur und “halten sich irgendwie am Leben”.

Leider muss man hier sagen, gibt es Fälle, die gar nicht vor Gericht kommen, wo der Leichnam nicht vorhanden ist oder eine vermisste Person nicht gefunden wird. Das macht die Sache noch schwieriger.

Sicherlich setzt irgendwann der Trauerprozess ein. Nämlich dann, wenn die Hinterbliebenen sich damit auseinander setzen. Wenn ihnen wirklich bewusst wird, dass das Geschehene nicht rückgängig gemacht werden und der Verstorbene nicht mehr zurückkommen kann.

Ich will auch nicht grundsätzlich sagen, dass es im Trauerprozess keine Schockphase gibt. Verena Kast nennt sie die Phase des “Nicht-wahrhaben-wollens”. Die ist sicherlich vorhanden. Aber ich würde diese Phase auch nicht grundsätzlich in den Trauerprozess schieben. Dies kann man nur dann tun, wenn sichergestellt ist, dass es sich bei der Symptomatik nicht um traumatische Symptome handelt.

Trauer kommt nicht in Phasen, sondern in Wellen

(Quelle: www.trauerphasen.de)

Die Forschungen von Prof. George Bonanno haben ergeben, dass Trauer und Schmerz nicht in den bisher angenommenen Phasen auftreten, sondern dass sie vielmehr in Wellen kommen, die mit der Zeit immer kürzer und weniger intensiv werden…

So pendelt der trauernde Mensch hin und her – Sehnsucht, Kummer, Leere und Schmerz sind verlustbezogene Prozesse, Ablenkung, kurzfristige Verdrängung, vorwärtsgerichtetes Denken und Momente der Freude sind regenerative Prozesse…

Wie lange darf man trauern?

Viele erhalten die Diagnose “Anpassungsstörung”, “Depression” oder dergleichen., wenn die Symptomatik länger als 6 Monate anhält bzw. die Symptome sich nicht abschwächen.

Meines Erachtens ist es nicht als pathologisch zu betrachten, wenn ein Mensch nach einer “angemessenen” Zeit noch immer trauert und sich an die neue Situation nicht “anpassen” kann. Nach meiner Erkenntnis sollen Menschen sich deshalb anpassen, damit die bestehenden Systeme, in denen sie sich bewegen, aufrechterhalten werden und möglichst reibungslos funktionieren. Dies dürfte vor allem im Interesse von Krankenkassen, Politikern und Arbeitgebern sein.

Jeder Mensch ist einzigartig und wertvoll, und genauso einzigartig und wertvoll sind seine Lösungsversuche und Bewältigungsstrategien. Menschen, die einen Angehörigen durch ein Gewaltverbrechen verloren haben, werden nie aufhören zu trauern. Und das müssen sie auch nicht. Niemand kann mir vorschreiben, wie lange und wie stark ich zu trauern habe.

Warum wird die Kausalität bei Traumafolgestörungen nicht anerkannt?

Mir ist wichtig zu verstehen, dass die Kausalität in der Behandlung von
Erkrankungen eine enorme Wichtigkeit hat. Dies hat große Auswirkungen auf die
Behandlung und den Heilungserfolg. Allerdings, und das darf ich an dieser Stelle in
aller Deutlichkeit sagen, hat unser Gesundheitssystem kein Interesse daran, dass
Menschen wirklich gesund werden.

Was für die meisten von uns offensichtlich ist, wurde mir in einem offiziellen
Gespräch mit der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales nochmal
knallhart und unverfroren ins Gesicht geschleudert:

“Wissen Sie, unser Gesundheitssystem ist so aufgebaut, dass nach der Kausalität von Erkrankungen nicht gefragt wird. Es wird immer nur die jeweilige Erkrankung (= Symptom, Anm. d. Autorin) behandelt. Die Ursache spielt dabei keine Rolle.”

Das süffisante Grinsen meiner Gesprächspartnerin schien mir zu sagen: “Und du
kleines Würstchen kannst nichts dagegen tun, wir sitzen doch am längeren Hebel”.

Wie paradox!

Denn auch die Funktionäre in den Gremien, Verwaltungen und Ministerien sind Menschen, die krank werden und sterben können. Anscheinend sind sich diese Leute ihrer eigenen Verletzbarkeit und Endlichkeit gar nicht bewusst. Es sei denn, sie verfügen über genügend Geld und das entsprechende Wissen, um sich  heimlich und im Verborgenen bei Schamanen, Geistchirurgen oder “Scharlatanen” behandeln zu lassen. Oder sie haben zu Hause einen Jungbrunnen, in den sie steigen, um dann wie Phoenix aus der Asche geheilt und erfrischt wieder aufzuerstehen.

Wenn ich mir allerdings unsere Entscheider so anschaue, scheint mir dies eher
unwahrscheinlich zu sein. Das bringt mich unweigerlich zu der Annahme, dass dahinter ein größerer Plan steckt, dem unsere Gesetzgeber folgen, wissentlich oder unwissentlich. Es mag jeder darüber denken, wie er will. Und man mag mich auch als
Verschwörungstheoretikerin verschreien. Wer mit offenen Augen und Ohren durchs Leben geht, wird bald merken, wie der Hase wirklich läuft.

Mir fällt da einmal mehr diese Weisheit von Buckminster Fuller ein, die da heißt:

«Man schafft niemals Veränderung, indem man das Bestehende bekämpft.
Um etwas zu verändern, baut man neue Modelle, die das Alte überflüssig machen.»


Literatur:

Huber, M. (2007): Trauma und die Folgen. Trauma und Traumabehandlung, Teil 1 – 3. Auflage, Junfermann.

Shah, H. & T. Weber (2015): Trauer und Trauma: Die Hilflosigkeit der Betroffenen und der Helfer und warum es so schwer ist, die jeweils andere Seite zu verstehen. – 2. korr. Auflage, Asanger.

Ein Gedanke zu „Wie unterscheidet man Trauma und Trauer?

  1. Die Thesen treffen tief und stimmen mit meinen Erfahrungen überein! Die einzelnen Phasen der Trauer, kennen allerdings keine feste Reihenfolge und erfahren auch keine Regie. Solche Treffen mit Senatorinnen oder Senatoren sind in der Sache Persee abschreckend und finden wenig Resonanz. Man darf von diesen Personen, die sich selbst gerne als Persönlichkeit sehen, keine reale Unterstützung erwarten. Dies sind Personen, die fachlich nicht für differenzierte Gespräche geeignet sind und Die Zeit der Amtsausübung für ihre persönliche Zukunftsgestaltung verwenden. Mit diesem Wissen ausgestattet, fällt es einem leichter diesen Personenkreis zu meiden. Hildegard Knef sagte mir bei einer Begegnung in ihrem Haus, als ich staunend vor ihr stand, ” mach den Mund wieder zu Kleener, ick bin nich anders als die Anderen, beim Kacken machen wir alle die Beene krumm”! Also sind alle Menschen gleich? Auch in ihrer erlebten Trauer? Die Frage können Politiker persönlich trauern, um einen Raum für derartige Gefühle und Momente zu begehen? Ja, es sind genauso in Trauer funktionierende. Aber das eigentliche Thema, nämlich Trauer und Trauma, sollte diesen Teil ihres persönlich erlebten keinen Raum bieten. Das wesentliche ist, dass die GKV’s sich diesbezüglich selbstregulierend von ihren Leistungen unterscheiden. So kann kein politischer Representant einer oberen Behörde, deren Leistungen und nicht Leistungen beeinflussen. Es sind die Fachausschüsse die einen Rahmen flechten, der lediglich standardisierte Mindestleistungen festlegen. Ich finde ihren Beitrag über Trauer und Trauma sehr gut, jedoch sollten die Meinungen von Wahlbeamten in einen gesonderten Anhang Platz finden.
    Vielen Dank
    Michael Ulrich (60 Jahre, Sohn am 15.10.2018 im Alter von nur 22 Jahren im Schlaf, bei uns in seinem Zimmer, an Herzstillstand verstorben!)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.