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Men­ta­le Stresskompetenz

Men­ta­le Stresskompetenz

Am Anfang war… der Gedanke!

Die­ses Zitat kennst du sicher­lich anders, nicht wahr? Heißt es nicht ursprüng­lich “Am Anfang war das Wort”? Ja, so lau­tet das bekann­te Bibel-Zitat.

Aber es stimmt nicht ganz. Der alt­grie­chi­sche Aus­druck “logos” hat einen gro­ßen Bedeu­tungs­spiel­raum. So wird er im Sin­ne von Wort und Rede sowie deren Gehalt (= Sinn) gebraucht. “Logos” bezeich­net auch das geis­ti­ge Ver­mö­gen und des­sen Schöp­fun­gen (z. B. Ver­nunft), aber auch den Gesamt­sinn der Wirk­lich­keit. Dar­über hin­aus deu­tet der Wort­teil “-log-” auch auf die phi­lo­so­phisch-mathe­ma­ti­sche Dis­zi­plin der Logik hin, also der Leh­re des ver­nünf­ti­gen Schlussfolgerns.

Wenn du dir ein­mal vor Augen führst, wie Schöp­fungs­pro­zes­se ablau­fen, wirst du fest­stel­len, dass alles sei­nen Ursprung im Geis­ti­gen hat. Schöp­fungs­pro­zes­se lau­fen immer, ob kon­struk­tiv oder destruk­tiv, ob bewusst oder im Hin­ter­grund, sie fin­den stän­dig statt. Sie funk­tio­nie­ren in 4 Zyklen:

1. Alles beginnt mit einem Gedanken

Jede Schöp­fung beginnt mit einer Absicht, also dem bewuss­ten Wil­len, etwas zu tun. Die­se Absicht ent­steht in dei­nen Gedan­ken. Und das ist auch logisch, denn bevor du ein Wort  her­vor­bringst, hast du dir in der Regel über­legt, was du sagen willst. Es soll auch Leu­te geben, die reden und dann erst nach­den­ken. Da kom­men dann die unbe­wuss­ten Schöp­fun­gen zum Vor­schein, wie z. B. Freud’sche Ver­spre­cher oder irgend ein unsin­ni­ges Zeug. Aber ob bewusst oder unbe­wusst: Wenn du den Mund auf­machst, um ein Wort her­vor­zu­brin­gen (sin­nig oder unsin­nig), musst du vor­her die Absicht dazu gehabt haben, sonst funk­tio­niert es nicht.

2. Die Vorstellung/das Bild

Je genau­er ich mir etwas vor­stel­len kann, des­to grö­ßer ist die Chan­ce, dass sich mein Bild auch ver­wirk­licht. Das Bild gibt der Schöp­fung die Rich­tung. Wenn mei­ne Absicht und mei­ne Vor­stel­lung nicht über­ein­stim­men, ver­wirk­licht sich das Bild, auch wenn die Absicht noch so stark gewe­sen sein mag.

Das bedeu­tet im Klar­text: Alles, was du dir vor­stel­len kannst, kann zu dei­ner Rea­li­tät wer­den. Und damit das gesche­hen kann, braucht es Zyklus Nr. 3.

3. Die Emotion

Die Emo­ti­on ist der Motor, der die Din­ge ans Lau­fen bringt. Sie soll­te kraft­voll und posi­tiv sein. Wenn die Emo­ti­on der Absicht und der Vor­stel­lung wider­spricht, dann ver­wirk­licht sich die Emo­ti­on. Wenn mei­ne Angst vor dem Schei­tern also grö­ßer ist, als die Vor­stel­lung von z. B. einer erfül­len­den Bezie­hung oder einem erfolg­rei­chen Job, siegt die Angst. Der Part mit der grö­ße­ren Ener­gie gewinnt den Schöpfungsprozess.

Emo­tio­nen gehö­ren zu den wert­volls­ten Eigen­schaf­ten des Men­schen. Es gibt, genau wie bei der Absicht, kei­ne ver­gan­ge­nen und kei­ne zukünf­ti­gen Emo­tio­nen. Emo­tio­nen und Gefüh­le spü­ren wir immer im Hier & Jetzt.

4. Die Handlung

Ohne Hand­lung kei­ne Schöp­fung. Nur das Tun ist der Maß­stab für alles, was sich im Hier & Jetzt mani­fes­tiert. Wenn ich die drei vor­he­ri­gen Punk­te nicht umset­ze, macht das Gan­ze kei­nen Sinn. Nur unser Tun voll­endet den Schöp­fungs­zy­klus. Dabei gibt es kei­ne Abkür­zung, der Schöp­fungs­zy­klus muss voll­stän­dig durch­lau­fen wer­den, sonst kann er nicht funktionieren.

För­der­li­che Gedan­ken entwickeln

judge-300552_640Wie du bereits aus mei­nem letz­ten Blog-Bei­trag “Die 5 wirk­sams­ten Stra­te­gien, mit denen du schnur­stracks in die Stress-Höl­le fährst” weißt, bestim­men dei­ne Gedan­ken dei­ne Rea­li­tät und was du fühlst. Umge­kehrt beein­flus­sen dei­ne Emo­tio­nen wie­der­um dei­ne Gedan­ken und wie du dich ver­hältst. Das kann zu einem Teu­fels­kreis wer­den, zu einer End­los­spi­ra­le, aus der du mög­li­cher­wei­se ohne einen Hin­weis von außen nicht wie­der herauskommst.

Wenn du stän­dig in nega­ti­ven Gedan­ken­schlei­fen drin­hängst und du schon auf dem Zahn­fleisch gehst, weil dir das fast dei­ne gesam­te Lebens­en­er­gie raubt, soll­test du drin­gend damit begin­nen, för­der­li­che Gedan­ken und Ein­stel­lun­gen zu entwickeln.

Wie kannst du das machen?

Zunächst ein­mal soll­test du dir dar­über bewusst wer­den, dass du dich jeder­zeit  ent­schei­den kannst, wie du Situa­tio­nen, Din­ge, die pas­sie­ren und ande­re Men­schen bewer­test und ein­schätzt. Du hast die Macht dazu! Das ist doch schon­mal ein för­der­li­cher Gedan­ke, nicht wahr? Falls du es nicht glaubst, möch­te ich dir kurz und knapp die Geschich­te von Vik­tor Frankl erzählen:

Der öster­rei­chi­sche Arzt und Psy­cho­the­ra­peut Vik­tor Frankl wur­de von den Nazis ins Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger The­re­si­en­stadt depor­tiert, wo sei­ne ers­te Frau und sei­ne Eltern ermor­det wur­den. Er selbst wur­de gefol­tert und ent­wür­digt. Eines Tages wur­de er sich des­sen bewusst, was er “die letz­te Frei­heit des Men­schen” nann­te. Die Auf­se­her im KZ konn­ten ihn und sei­ne Umge­bung kon­trol­lie­ren und mit sei­nem Kör­per machen was sie woll­ten. Er blieb trotz­dem ein selbst­be­wuss­tes Wesen, das beob­ach­ten konn­te, was mit ihm geschieht. Sei­ne grund­le­gen­de Iden­ti­tät war intakt. Er konn­te selbst ent­schei­den, wel­che Aus­wir­kun­gen all die­se Erleb­nis­se auf ihn haben würden.

“Die letz­te der mensch­li­chen Frei­hei­ten besteht in der Wahl der Ein­stel­lun­gen zu den Dingen”
Vik­tor Frankl (1905–1997)

Dies zu erken­nen ist der ers­te Schritt auf dei­nem Weg, dein eige­ner Stress-Exper­te zu wer­den. Dar­auf kannst du aufbauen.

board-765311_640Um dei­ne men­ta­le Stress­kom­pe­tenz zu stär­ken, wird es also ab jetzt dar­um gehen, dei­ne per­sön­li­chen Stress­ver­stär­ker zu iden­ti­fi­zie­ren, selbst­kri­tisch zu reflek­tie­ren und neue för­der­li­che Gedan­ken und Ein­stel­lun­gen zu entwickeln.

Mit der Zeit gewinnst du mehr und mehr die Kon­trol­le über dei­ne eige­nen, oft auto­ma­ti­sier­ten stress­ver­stär­ken­den Gedan­ken. Du lernst, dass du nicht nur das Opfer dei­ner frü­he­ren Erfah­run­gen oder dei­ner äuße­ren Umstän­de bist, son­dern auch, dass du dich wei­ter­ent­wi­ckeln kannst.

Du kannst ler­nen, dei­ne Stress­ver­stär­ker — selbst wenn du sie nicht kom­plett los­wirst —  dann doch zumin­dest abzu­mil­dern, auf­zu­wei­chen und nach und nach eine posi­ti­ve­re Ein­stel­lung und för­der­li­chen gedank­li­chen Umgang mit den Anfor­de­run­gen des Lebens zu enwickeln.

Dabei ist es wich­tig, kei­nen nai­ven Opti­mis­mus wal­ten zu las­sen, in Form von posi­ti­ven Affir­ma­tio­nen, wie “Cha­ka, du schaffst es!” — Das hilft viel­leicht kurz­fris­tig, aber nicht nach­hal­tig. Wich­tig ist, dass du das, was du da sagst, auch so meinst, dass du es füh­len und umset­zen kannst. Nur dann wird es zu einer Erfah­rung, die es dir erlaubt, einen gesun­den Opti­mis­mus zu ent­wi­ckeln und kom­pe­tent mit Belas­tun­gen umzugehen.

Opti­mis­mus besteht dar­in, aus einer Situa­ti­on das Bes­te (= Opti­mum) zu machen
Vik­tor Frankl (1905–1977)

Ziel des men­ta­len Stress­ma­nage­ments ist es also, dich dazu zu befä­hi­gen, aus jeder Situa­ti­on das Bes­te zu machen.


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Montagsspruch
Stressverstärkende Gedanken

Die 5 höl­lischs­ten Stressverstärker-Strategien

Die 5 wirk­sams­ten Stra­te­gien, mit denen du schnur­stracks in die Stress-Höl­le fährst

Unse­re Erfah­run­gen machen uns zu dem, was wir sind. Jeden Tag machen wir Erfah­run­gen, die unser Den­ken, unse­re Gefüh­le und unser Ver­hal­ten beein­flus­sen, z. B.

  • Ein Auto­fah­rer schnappt dir den letz­ten frei­en Park­platz vor der Nase weg
  • Der Chef hat dir heu­te wie­der mal eine extra Arbeit aufgebrummt
  • Die Bäcke­rei­ver­käu­fe­rin ist zickig und unfreund­lich zu dir
  • Der Gemü­se­händ­ler hat dir einen ange­schmud­del­ten Salat eingepackt
  • Dei­ne Part­ne­rin wirft dir vor, dass du ihr nie zuhörst…

Unse­re Gedan­ken bestim­men unse­re Rea­li­tät und was wir fühlen


Prof. Gerd Kalu­za, vom GKM-Insti­tut für Gesund­heits­psy­cho­lo­gie in Mar­burg, unter­schei­det grund­sätz­lich zwei ver­schie­de­ne Bewertungsvorgänge:

1. Die Situa­ti­on ein­schät­zen:

“Bewer­tun­gen, die eine Ein­schät­zung der Situa­ti­on bzw. der jewei­li­gen Anfor­de­run­gen beinhal­ten. Anfor­de­run­gen kön­nen ent­we­der als neu­tral-irrele­vant, als ange­nehm-posi­tiv oder als bedroh­lich-schäd­lich bewer­tet werden.”

Wenn also eine Her­aus­for­de­rung als bedroh­lich oder schäd­lich ein­ge­schätzt wird, spricht man von einer stress­aus­lö­sen­den Bewertung.

“In eine sol­che Bewer­tung gehen die gespei­cher­ten Erfah­run­gen mit frü­he­ren ver­gleich­ba­ren Situa­tio­nen ein. Per­sön­li­che Bedürf­nis­se, Moti­ve und Zie­le stel­len […] die Mess­lat­te dar, an der die per­sön­li­che Bedeu­tung der aktu­el­len Situa­ti­on ein­ge­schätzt wird, so Kaluza.”

2. Eige­ne Bewäl­ti­gungs­mög­lich­kei­ten ein­schät­zen:

Hier wer­den die eige­nen Kom­pe­ten­zen (inter­ne Res­sour­cen) im Umgang mit der jewei­li­gen Her­aus­for­de­rung bewer­tet. Aber auch Unter­stüt­zungs­mög­lich­kei­ten durch Drit­te, auf die bei der Bewäl­ti­gung der Auf­ga­be zurück­ge­grif­fen wer­den kann (exter­ne Res­sour­cen). Die­se Bewäl­ti­gungs­mög­lich­kei­ten wer­den ent­we­der als aus­rei­chend oder aus nicht aus­rei­chend ein­ge­schätzt. Die letz­te­re Bewer­tung löst Stress aus, ist also ein stres­ser­zeu­gen­der Gedanke.

Dabei spie­len unse­re Erfah­run­gen aus der Ver­gan­gen­heit eine wich­ti­ge Rol­le. Wel­che Bewäl­ti­gungs­mög­lich­kei­ten hat­ten wir frü­her in ver­gleich­ba­ren Situa­tio­nen? Die­se Erfah­run­gen sind sehr prä­gend und kön­nen uns zu der Über­zeu­gung gebracht haben “Ich bin hilf­los”. Wir spre­chen in die­sem Zusam­men­hang von der so genann­ten erlern­ten Hilf­lo­sig­keit (M. Selig­man). Die­se erlern­te Hilf­lo­sig­keit wirkt auch in der aktu­el­len Situa­ti­on, und wir füh­len uns bei einer bestimm­ten Anfor­de­rung, die an uns gestellt wird, hilf­los ausgeliefert.

Haben wir die Erfah­rung gemacht, sehr wohl über aus­rei­chen­de Bewäl­ti­gungs­mög­lich­kei­ten zu ver­fü­gen, kön­nen die­se Erfah­run­gen unser Ver­trau­en in unse­re eige­nen Fähig­kei­ten stär­ken. Für die aktu­el­le Situa­ti­on kann dies bedeu­ten, dass wir uns selbst ver­trau­en und uns etwas zutrau­en. Wir füh­len uns der Auf­ga­be gewachsen.

Ein Bei­spiel:

Dein Chef brummt dir eine neue Auf­ga­be auf mit der Äuße­rung, dass er dafür eine/n kompetente/n Mitarbeiter/in braucht. Jetzt kommt es dar­auf an, wie du die neue Her­aus­for­de­rung ein­schätzt und wie du dei­ne eige­nen Fähig­kei­ten bewertest.

  1. neu­tral-irrele­vant: “Kein Pro­blem. Das mach ich mit links.”
  2. bedroh­lich-schäd­lich: “Oh, Gott, hof­fent­lich geht das mal gut. Was, wenn ich das ich das vergeige?”
  3. ange­nehm-posi­tiv: “End­lich kann ich zei­gen, was in mir steckt. Ich freue mich auf die neue Chance.”

Da du dich selbst am bes­ten kennst, wirst du wis­sen, wie du dich in sol­chen Situa­tio­nen fühlst und ob dir die neue Her­aus­for­de­rung eher ange­nehm oder eher unan­ge­nehm ist.

Stress ist das Ergeb­nis unse­rer per­sön­li­chen Bewertungen

Wenn du auf destruk­ti­ven Stress stehst und dich mal wie­der rich­tig unter Druck set­zen willst, gibt es eine Sache, die höchst wirk­sam ist und die du unbe­dingt tun solltest:

Stress­ver­stär­ken­de Gedan­ken den­ken!

Ja, du hast rich­tig gele­sen. Fah­re dazu alle stress­ver­schär­fen­den Denk­mus­ter ab, die du kennst. Dir fällt gera­de keins ein? Kein Pro­blem, ich habe die effek­tivs­ten für dich zusammengestellt.

Noch ein Tipp: Hal­te dich bit­te genau an die Anwei­sun­gen, sonst funk­tio­niert es nicht!

Und hier sind sie – die 5 wirk­sams­ten Stra­te­gien, mit denen du schnur­stracks in die Stress-Höl­le fährst

Stra­te­gie 1: “Das darf doch nicht wahr sein”

Dieser Gedan­ke taucht auf, wenn du eine unan­ge­neh­me oder schwie­ri­ge Situa­ti­on nicht hin­neh­men willst. Du wei­gerst dich, die­se Rea­li­tät zu akzep­tie­ren. Du hast z. B. im Stra­ßen­ver­kehr einen Unfall ver­ur­sacht, beim Fuß­ball einen Elf­me­ter ver­schos­sen, der die Meis­ter­schaft kos­tet. Dein Part­ner hat dich einen Tag vor der Hoch­zeit sit­zen­las­sen usw.

In die­sen Situa­tio­nen hat unser Gehirn mäch­tig viel Platz für Gedan­ken, wie “das darf doch nicht wahr sein”, “das gibt’s doch nicht”, “das glau­be ich jetzt nicht” usw.

Wenn du die­se Gedan­ken denkst, kannst du dar­auf wet­ten, dass inner­halb kür­zes­ter Zeit die Kampf­hor­mo­ne in dei­nem Sys­tem die Ober­hand gewin­nen. Ärger und kör­per­li­che Erre­gung machen sich breit und wer­den ver­stärkt. Du spürst einen Wider­stand in der Magen­ge­gend und wahr­schein­lich auch im Hals.

Ich wet­te, es gelingt dir mühe­los, dich mit die­sem Gedan­ken so rich­tig in dei­nen Ärger hin­ein­zu­stei­gern. Gut gemacht. Jetzt wird er dich garan­tiert dar­an hin­dern, dich kon­struk­tiv mit der jewei­li­gen Situa­ti­on aus­ein­an­der­zu­set­zen und das Bes­te dar­aus zu machen. Herz­li­chen Glück­wunsch, du hast es geschafft, dich schnur­stracks in die Stress-Höl­le zu katapultieren.

Es gibt jedoch noch eine ande­re Vari­an­te die­ses “Nicht-wahr-haben-wol­lens”. Man­che Men­schen ver­leug­nen regel­recht die Rea­li­tät. Sie igno­rie­ren, was pas­siert ist und blen­den die Tat­sa­chen aus. Hier­bei han­delt es sich jedoch um einen psy­cho­lo­gi­schen Schutz­me­cha­nis­mus, der dich davor bewahrt, von all­zu schmerz­haf­ten Gefüh­len, wie Angst oder Trau­er über­wäl­tigt zu wer­den. Dies kann z. B. dann der Fall sein, wenn du vom Tod eines gelieb­ten Wesens erfährst oder eine schlim­me Krank­heits­dia­gno­se bekom­men hast.

Stra­te­gie 2: “Alles Schei­ße, dei­ne Elli!”

Eine sehr ein­fa­che und effek­ti­ve Stra­te­gie, um dir das Leben zur Höl­le zu machen, ist es, wenn du dei­ne Auf­merk­sam­keit aus­schließ­lich auf die Din­ge rich­test, die schief­ge­lau­fen sind, die dich stö­ren oder dich sonst wie ner­ven. Das ist doch sicher­lich kein Pro­blem für dich, oder? Na bit­te, das dach­te ich mir doch.

Mit die­ser Vor­ge­hens­wei­se gibst du dei­nen nega­ti­ven Erfah­run­gen eine über­di­men­sio­na­le Bedeu­tung. Und das Bes­te dar­an ist, dass du jeg­li­chen ver­nünf­ti­gen Maß­stab ver­lierst und die posi­ti­ven Din­ge ein­fach ausblendest.

Eine blö­de Bemer­kung von dei­ner Freun­din, eine klei­ne Kri­tik dei­nes Chefs oder ein ver­schüt­te­tes Glas Wein kön­nen dir das gan­ze Wochen­en­de versauen.

Schließ­lich fängst du an, die­se nega­ti­ven Erfah­run­gen zu ver­all­ge­mei­nern mit Gedan­ken wie “Immer mache ich alles falsch” oder “Ich bin ein­fach nicht gut genug” usw.

Mit die­sen Gedan­ken­schlei­fen im Kopf kannst du dich men­tal so ein­stel­len, dass du garan­tiert auch noch den Rest des Tages Frust ver­spürst und die­sen sogar mit ins Bett nimmst. Jetzt hast du dich auch noch um den Schlaf gebracht. Ist es nicht fas­zi­nie­rend, wie gut das funktioniert?

Stra­te­gie 3: Hor­ror­sze­na­ri­en oder das Aus­ma­len nega­ti­ver Konsequenzen

Du stehst vor einer wich­ti­gen Prü­fung, einem Vor­stel­lungs­ge­spräch oder einer Ope­ra­ti­on? Dann tust du gut dar­an, dir in allen Far­ben deren nega­ti­ven Aus­gang aus­zu­ma­len. Bit­te sei hier so krea­tiv wie mög­lich und ent­wer­fe dir die fan­tas­tischs­ten Hor­ror­sze­na­ri­en, wenn du dir das Leben zur Höl­le machen willst. Stell dir vor, wie du bei der Prü­fung schei­terst und mit Pau­ken und Trom­pe­ten durch­fällst. Stell dir vor, wie du beim Vor­stel­lungs­ge­spräch mit puter­ro­tem Kopf dasitzt und kei­nen Ton her­vor­bringst. Und stel­le dir vor, dass du wäh­rend der Ope­ra­ti­on vor­zei­tig aus der Nar­ko­se aufwachst.

Das hilft unge­mein, die Kampf­hor­mo­ne in dei­nem Sys­tem in kür­zes­ter Zeit zum Blub­bern zu brin­gen und zu spü­ren, wie die Angst dir die Keh­le zuschnürt.

Auch soll­test du tun­lichst Gedan­ken an frü­he­re, ähn­li­che Situa­tio­nen oder Erfah­run­gen ver­mei­den, in denen du der­ar­ti­ge Her­aus­for­de­run­gen mit Bra­vur gemeis­tert hast.

In der bevor­ste­hen­den Situa­ti­on selbst wird dann mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit genau das ein­tre­ten, wovor du Angst hast. Aber das war ja der Sinn der Sache, oder etwa nicht?

Du siehst, auch die­se Stra­te­gie funk­tio­niert her­vor­ra­gend, wenn du dich genau an die Anwei­sun­gen hältst.

Stra­te­gie 4: Nimm alles mög­lichst persönlich

Bist du heu­te Mor­gen auf dem Bett­vor­le­ger aus­ge­rutscht? Hat dei­ne Toch­ter eine schlech­te Note nach Hau­se gebracht? Streikt der Dru­cker? Hat dein Nach­bar dich schon wie­der nicht gegrüßt? Oder bist du in ein Hun­de­häuf­chen getreten?

Dann soll­test du die­se Ereig­nis­se oder Ver­hal­tens­wei­sen unbe­dingt per­sön­lich neh­men. Rede dir immer wie­der ein, dass all dies nur geschieht, um dich per­sön­lich anzu­grei­fen, zu belei­di­gen oder herabzusetzen.

Hilf­reich ist es auch, wenn du dir selbst die Schuld an allem gibst. So wirst du im Lau­fe des Tages immer wie­der Gele­gen­hei­ten fin­den, wo du dich auf­re­gen kannst und in die Luft gehen, wie das HB-Männ­chen etc.

Prak­ti­zie­re dies regel­mä­ßig, wenn du dei­nen Blut­druck dau­er­haft erhö­hen möch­test oder dir sonst jeg­li­che Auf­re­gung im Leben fehlt.

Stra­te­gie 5: Beto­ne stets dei­ne Schwächen

Rich­te dei­ne Auf­merk­sam­keit stets auf dei­ne Schwä­chen, Defi­zi­te und Miss­erfol­ge. Set­ze dich aus­schließ­lich mit dei­nen Schwä­chen aus­ein­an­der und igno­rie­re dei­ne Stär­ken und Erfol­ge. Das unter­gräbt dein Selbst­ver­trau­en, das du eigent­lich bräuch­test, um den täg­li­chen Anfor­de­run­gen des Lebens gelas­sen und sicher ent­ge­gen­ge­hen zu können.
Beden­ke: Ste­ter Trop­fen höhlt den Stein!

So, nun weißt du, was du tun kannst, um dir selbst das Leben schwer zu machen.

Was denn? Du willst das gar nicht? Ja, wozu habe ich dir dann die­se nütz­li­chen Tipps zusammengestellt?

Okay, ich habe auch eine gute Nach­richt für dich: Du hast näm­lich die Wahl! Jawohl. Du kannst selbst bestim­men, was du den­ken und wie du dich füh­len willst. Posi­tiv oder negativ.

Ist das nicht groß­ar­tig? Welch eine Macht dir das gibt!

Das bedeu­tet aller­dings auch, dass du für dei­ne Gedan­ken ver­ant­wort­lich bist. Denn sie bestim­men dei­ne Rea­li­tät oder, wie der fran­zö­si­sche Phy­si­ker J.E. Cha­ron sagte:

“Die Welt ist, was ich von ihr denke!”

Du wirst dich viel­leicht fra­gen, wie das gehen soll mit der frei­en Wahl der Gedan­ken. Schließ­lich hast du in der Ver­gan­gen­heit schlech­te Erfah­run­gen gemacht, die dich bis heu­te geprägt und dein Den­ken und Ver­hal­ten bestimmt haben. Und nun kom­me ich daher und ver­lan­ge vor dir, den Schal­ter umzu­le­gen und alles anders zu sehen als bis­her? Die­se Vor­stel­lung läuft dem Gefühl in dei­ner Magen­gru­be gera­de total zuwider?

Oh ja, das glau­be ich dir.

Nur, wenn du dir das Leben nicht selbst zur Höl­le machen willst, indem du immer wie­der die glei­chen zer­stö­re­ri­schen Denk- und Ver­hal­tens­mus­ter abfährst, soll­test du all­mäh­lich damit begin­nen, etwas zu verändern.

Und Ver­än­de­run­gen sind (fast) immer mit einem unan­ge­neh­men Gefühl ver­bun­den, nicht wahr? Schließ­lich müs­sen wir unse­re Kom­fort­zo­ne ver­las­sen und uns auf unbe­kann­tes Ter­rain bege­ben, wenn wir etwas Neu­es ler­nen und uns wei­ter­ent­wi­ckeln wollen.

Die gute Nach­richt: Es gibt nicht nur stress­ver­stär­ken­de Gedan­ken, son­dern auch stress­re­du­zie­ren­de, för­der­li­che Gedan­ken. Dar­auf kom­me ich nächs­te Woche zu sprechen.

Bis dahin kannst du selbst ein­mal prü­fen, wel­che der vor­hin genann­ten stress­ver­stär­ken­den Stra­te­gien bei dir mehr und wel­che weni­ger aus­ge­prägt sind.

Ach, übri­gens: Kennst du die Geschich­te von Peter Pan? Erin­nerst du dich noch an sei­nen Ausspruch

“Ein wun­der­vol­ler Gedan­ke, und du kannst fliegen”

Tra­ge dich in den Ver­tei­ler  ein und erhal­te jeden Mon­tag von mir einen wun­der­vol­len Gedan­ken, der dei­ne Flü­gel mehr und mehr wach­sen lässt.

Montagsspruch