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Seelenverlust nach traumatischen Erlebnissen

Seelenverlust nach traumatischen Erlebnissen

Körper und Seele bilden eine Einheit. Diese ist wiederum von einem universellen Geist, dem reinen Bewusstsein durchdrungen. Andernfalls wäre der Mensch unfähig, zu leben, zu fühlen, zu denken und zu lieben.

Durch ein traumatisches Ereignis, auf das der Organismus mit dem Schock-Mechanismus regiert, wird die Körper-Seele-Einheit auseinandergerissen. Sie zersplittert regelrecht.

Dissoziation = Seelenverlust

Splitter„Dissoziation bedeutet Auseinanderfallen der einheitlichen Erlebnisgestalt, der bewussten Erinnerung, des im Körper gespeicherten Schmerzes, der Angst, des Erschreckens, der tiefen Erschütterung durch ein Trauma. Dadurch werden diese Gefühle nicht mehr gespürt oder der traumatischen Situation nicht mehr zugeordnet“[1].

Das Trauma wird als Erinnerung im Körper abgelegt. Die körperorientierte Psychotherapie spricht hier von „Körpererinnerung“ oder „Körpergedächtnis“. Solange das Trauma nicht gelöst ist, bleibt es im Energiefeld gespeichert. Dort wirkt es als Anziehungspunkt für ähnliche Erfahrungen.

Deine vielen Körper

Der Mensch besteht nicht nur aus seinem physischen Körper, er verfügt darüber hinaus über weitere, feinstoffliche Ebenen, die auch als Auraschichten bezeichnet werden. Ich möchte dies anhand des 5‑Körper-Systems erklären, wenngleich es weit mehr Ebenen des menschlichen Seins gibt. Aber das würde hier zu weit führen, und ich möchte es einfach halten.5-Koerper-System

Die Abbildung zeigt, dass die verschiedenen Ebenen bzw. Auraschichten übereinanderliegen. Dies dient nur dem besseren Verständnis dafür, dass es mehrere Ebenen gibt, die uns als Menschen ausmachen. Vielmehr ist es so, dass sich die feinstofflichen Körper/Ebenen gegenseitig und alle unseren physischen Körper durchdringen.

Wir haben einen physischen Körper, mit Zellen, Organen, Muskeln, Knochen, DNS etc., mit dem wir unsere irdischen Aufgaben erledigen können, z. B. Schreiben, Sprechen, Laufen, Essen kochen, zur Arbeit gehen, Säen, Ernten usw. Er ist die dichteste Form unserer anderen Körper.

Es folgt der Ätherkörper, auch „ätherische Blaupause“ genannt. Er besteht aus feinen Energielinien und hat die gleiche Struktur wie der grobstoffliche Körper. Ohne dieses ätherische Energiefeld kann der physische Körper nicht existieren. Der Ätherkörper enthält den informellen Bauplan für unseren physischen Körper. Wenn dir beispielsweise Gliedmaßen, Zähne oder Organe fehlen, so sind diese immer noch als Information in der ätherischen Blaupause vorhanden. Vielleicht kennst du Menschen, die Phantomschmerzen haben, nachdem ihnen ein Arm oder Bein entfernt wurde. Sie spüren Schmerzen in ihrem physisch nicht (mehr) vorhandenen Körperteil oder Organ. Diese Phantomschmerzen resultieren aus dem fehlenden grobstofflichen Gegenstück zur ätherischen Blaupause.

Unser Astralkörper ist der emotionale Körper, der Körper des Fühlens und Spürens, der Körper unserer Wünsche, Ängste, Träume und Hoffnungen. Mit dem Astralkörper manifestieren wir unsere Wünsche in unsere physische Realität. Der Astralkörper kann den physischen Körper verlassen und auf „Wanderschaft“ gehen. Dies tut er meistens nachts, wenn wir schlafen. Aber auch tagsüber kann der Astralkörper sich loslösen, besonders in schmerzhaften, angstbesetzten und traumatischen Situationen.

Der Mentalkörper beinhaltet unsere Gedanken und Erinnerungen. Unsere Gedanken reichen über unseren Kopf hinaus, sie können nicht eingesperrt werden („Die Gedanken sind frei…“). Der Mensch produziert täglich 40.000 bis 80.000 Gedanken. Bewusste und unbewusste Denkprozesse, Bewertungen und Vorstellungen sind dem Mentalkörper zuzuordnen. Unsere Gedanken und Vorstellungen bestimmen unsere Realität.

Der spirituelle Körper wird auch als Hohes Selbst bezeichnet. Er hat die höchste Schwingungsfrequenz und verbindet uns mit dem reinen Sein. Keine Trennung, keine Polaritäten, keine Bewertungen, sondern reiner Geist, reines Bewusstsein. Der spirituelle Körper ist jener Teil von uns, der unsterblich ist und ewig fortbesteht.

Wenn der Astralkörper fliehen will[2]

Der Astralkörper und die anderen energetischen Körper müssen synchron aufeinander ausgerichtet und miteinander verankert sein, während wir in unserem physischen Körper leben. Dies ist wichtig, um ganz und heil zu sein. Es gibt Menschen, besonders solche, die ein oder mehrere Traumata erlitten haben, bei denen der Astralkörper nicht fest im physischen Körper sitzt und sozusagen aus ihm heraushängt. Hellsichtige können dies sehen und wissen, dass Menschen, bei denen der Astralkörper sich losgelöst hat, „spacy“ werden, d. h. nicht bei sich, abgehoben, abgekapselt, nicht im Körper sind (Depersonalisationszustände). Der Astralkörper ist der Körper, der in einer traumatischen Situation über das Kronen-Chakra (Energiezentrum am Scheitel) aus der Schädeldecke fliehen möchte. Er entkoppelt sich vom physischen Körper und will nur noch weg.

DepersonalisationDann kommt es zu so genannten Dissoziationsphänomenen. Der Mensch fühlt sich abgespalten von dem traumatischen Erleben und den damit verbundenen Gefühlen, Emotionen und Schmerzen. Ein Teil der Persönlichkeit möchte das Grauenhafte unzerstört überstehen, daher verlässt es den Menschen und flieht[3].

Ein Bekannter von mir wurde als Kind oft von Mitschülern geschlagen. Er berichtete mir, dass er den Schmerz und die Angst ausgeschaltet hat, weiß aber nicht, wie er das gemacht hat. Nun, dies geschieht unwillkürlich. Manche berichten, dass sie über der Situation „schweben“ und von oben beobachten, was da passiert, ohne die damit verbundenen Emotionen oder Schmerzen zu spüren. Sie beschreiben es so, als hätten sie selbst mit dem Geschehen nichts zu tun, als würde dort eine andere Person misshandelt.

Warum will der Astralkörper weg?

GesichtDer Astralkörper hat gelernt zu fliehen, wenn es brenzlig wird. So fühlt er den Schmerz nicht bzw. weniger davon.

Bliebe er komplett im physischen Körper, wäre es für ihn zu schmerzvoll, zu grauenhaft. Er will mit Gefühlen von Angst, Wut und Schrecken nicht in Berührung kommen.

Der Mensch lernt über das Gefühl

Das vermittle ich besonders im Vorgespräch einer Rückführung. Eine Volksweisheit sagt: „Wer nicht hören will, muss fühlen.“ Und über das Fühlen und den Schmerz lernen wir dann doch endlich unsere Lektionen. Du hast dir dieses Leben ausgesucht, um menschliche Erfahrungen zu machen und zu lernen, sei es auch noch so schmerzhaft. Wenn du dich vor deinen Gefühlen und Emotionen drückst, wenn du das Leben mit seinen Höhen und Tiefen nicht leben willst, wird deine Seele sich nicht weiterentwickeln können.

Wenn ein Mensch aufgrund des abgespaltenen Astralkörpers sehr „verkopft“ ist und überwiegend im mentalen Bereich lebt, ist er unfähig, Zugang zu seinen Emotionen zu finden, positiven wie negativen. Ich kenne viele Menschen, bei denen dies der Fall ist. Einige davon haben schwere Traumata erlebt. Wird jedoch der Astralkörper wieder dauerhaft verankert, kannst du dich recht schnell durch dein Leiden hindurcharbeiten und wieder frei und ganz du selbst werden.

Schamanische Traumaarbeit – Seelenrückholung

Seelenverlust bedeutet im Schamanismus, dass dem bewussten Ich ein Teil der Seele verloren geht. Aber auch, dass dem Betroffenen durch den Schock ein Teil seiner Vitalität, seiner Lebendigkeit, seiner Lebenskraft, seiner „Seelenkraft“ verloren geht[4].

foot-450378_640In der schamanischen Traumatherapie können abgespaltene Seelenanteile, die durch angstbesetzte Ereignisse „geflohen“ sind, wieder zurückgeholt werden.

Zuvor wird ein „innerer sicherer Ort“ errichtet, an den sich der Betroffene zurückziehen kann. Dies geschieht über Imaginationsübungen. Diesen inneren sicheren Ort kennt nur der Betroffene selbst, niemand sonst. An diesem Ort hat der Betroffene einen besseren Zugang zu seinen Kraftquellen, hier kann er positive Gedanken und Gefühle erzeugen und für die Traumaarbeit nutzen.

Im weiteren Verlauf werden die Informationen, die zum Trauma gehören und im Energiefeld des Betroffenen gespeichert sind, so weit es geht aufgelöst, damit keine oder so wenig wie möglich Anknüpfungspunkte für ähnliche Ereignisse mehr vorhanden sind.

Das gesamte Energiefeld, die Aura wird geklärt und stabilisiert. So kann der Betroffene in der anschließenden Seelenrückholung die verloren gegangenen Seelenanteile wieder annehmen und in seine Gesamtpersönlichkeit integrieren.

Wurde das Trauma, welches im aktuellen Leben entstand, aufgelöst, jedoch die Gedanken- und Verhaltensmuster bzw. Symptome ändern sich nicht im gewünschten Maß, so muss nach Ereignissen gesucht werden, die weiter zurückliegen, z. B. in der frühen Kindheit, im Mutterleib oder in anderen Leben (siehe Rückführung).

Übung: So kannst du dich erden

Sorge dafür, dass du für ca. eine Viertelstunde ungestört bist.

Setze oder lege dich hin und mache es dir bequem. Wenn du sitzt, stell die Füße flach auf den Boden. Wenn du liegst, achte darauf, dass deine Hände und Beine nicht gekreuzt sind. Schließe die Augen und spüre, wo dein Körper die Unterlage berührt. Dann beobachte für eine Weile deinen Atem, wie er durch deinen Körper fließt.

Nun stell dir vor, wie aus deinen Füßen – wie bei einem Baum – Wurzeln wachsen, die sich tief in die Erde graben. Sie wachsen weiter und weiter, bis zum Mittelpunkt der Erde, wo sich ein strahlender Bergkristall befindet. Lass deine Wurzeln in den Kristall hineinwachsen, wo sie von helfenden Wesen liebevoll verankert werden. Spüre, wie Mutter Erde dich über deine Wurzeln nährt und mit allem versorgt, was du brauchst und was dir gut tut.

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Stell dir dann vor, wie du deine Hände in den Himmel streckst und deine Haare sich wie Antennen in den Kosmos richten. Über dein Kronen-Chakra, das Energiezentrum am Scheitel deines Kopfes, nimmst du nun die feinstofflichen Energien des Himmels in dich auf. Himmel und Erde fließen nun in deinem gesamten Körper, vom Kopf bis zu den Füßen und wieder zurück. Nimm es wahr, genieße es.


[1, 3 + 4] Madert, K.K. (2007): Trauma und Spiritualität: Wie Heilung gelingt.
Neuropsychotherapie und die transpersonale Dimension. – Kösel-Verlag.

[2] Eileen Nauman – www.medicinegarden.com

Kleiner Junge mit Hund

Tierische Therapeuten

Tiere als Helfer in Therapie und Pädagogik

Viele Menschen haben ein Haustier, ich behaupte einmal, die meisten von uns. Und jeder, der ein Haustier zu sich nimmt, tut das aus ganz bestimmten, individuellen Gründen.

TiereHelfer

Die Wissenschaft hat sich in den letzten Jahren vermehrt mit der Wirkung von Tieren auf Menschen befasst. Leider hinkt Deutschland mit der Erforschung der „animal assisted therapy“, wie die tiergestützte Therapie in den angelsäschischen Ländern heißt, mal wieder hinterher. In den USA erschien bereits im Jahr 1969 das erste Werk zu diesem Thema, und es gibt weiterhin dazu viel Fachliteratur.

Doch inzwischen interessieren sich immer mehr Pädagogen und Therapeuten aus verschiedenen Richtungen für die tiergestützte Therapie bzw. tiergestützte Interventionen und setzen auch Tiere bei ihrer Arbeit ein. Mittlerweile gibt es sogar professionelle Weiterbildungen für Heilpädagogen, Sozialarbeiter oder auch Ergotherapeuten in tiergestützter Therapie.

Tierische Therapeuten

Tiere haben beim Menschen positive Auswirkungen, z. B.

  • Senkung des Blutdrucks
  • Reduktion der Herzfrequenz
  • Hormonhaushalt
  • Muskeltonus
  • Wahrnehmung (wird gefördert)
  • Entspannung im Gesicht (Mund-/Augenpartie)
  • Stimme wird weicher (Frequenz steigt)
  • Erhöhung der Aufmerksamkeit
  • Erhöhung der Kommunikations- und Leistungsfähigkeit

Die Entwicklung der Beziehung zwischen Mensch und Tier

elephant-375_640Menschen und Tiere leben schon seit Ewigkeiten zusammen. Im Lauf der Geschichte domestizierte der Mensch die Tiere und setzte sie für die Arbeit ein, z. B. auf dem Feld. Je mehr sich der Mensch kulturell entwickelte, desto mehr veränderte sich auch die Beziehung zwischen Mensch und Tier. In prähistorischen Hochkulturen spielten Tiere eine wichtige Rolle. So galten beispielsweise Katzen bei den alten Pharaonen als heilige Tiere. In Indien sind es bis heute noch die Kühe. In anderen Teilen der Welt gelten Elefanten als heilig.

Trotzdem wurden Tiere als niedere Wesen angesehen, die keine Seele besaßen. Erst Aristoteles (384−322 v. Chr.) sprach den Tieren eine Seele zu. Unter verschiedenen religiösen Einflüssen änderte sich diese Sichtweise jedoch immer wieder. Der Mensch ist in der Lage, über sich selbst nachzudenken, das Tier nicht, hieß es. Daher stellte man den Menschen über das Tier und nahm sich das Recht heraus, das Tier nach Belieben zu benutzen.

Erst im 18. Jahrhundert begann ein Umdenken. Der Philosoph und Naturforscher Jean-Jacques Rousseau fand heraus, dass Tiere sehrwohl ein Empfindungsvermögen haben. Und so nahm man nicht mehr allein die geistige Leistung als Maßstab, sondern entdeckte Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Tier, nämlich über das Fühlen und die Sensibilität. Damit veränderte sich erneut die Mensch-Tier-Beziehung. Nicht zuletzt durch die moderne Verhaltensforschung, die herausfand, dass Tiere leidensfähig sind.

War das Tier früher überwiegend Jagdgefährte oder Arbeitstier, so nimmt es heute einen immer wichtigeren Stellenwert im sozialen Bereich ein: das Tier als Freund und Familienmitglied.

Was ist tiergestützte Therapie?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sowohl in der Therapie als auch in der Pädagogik bzw. sozialen Projekten Tiere als Helfer eingesetzt werden mit dem Ziel, das psychische und körperliche Wohlbefinden oder das Sozialverhalten zu verbessern, Ängste abzubauen, Spannungen zu lösen und vieles mehr.

Welche Voraussetzungen muss ein Tier haben, um als Helfer eingesetzt zu werden?

Nicht jedes Tier eignet sich als Therapie-Tier. Um bei einer Therapie eingesetzt zu werden, muss das Tier bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Es muss

  • gesund und gepflegt
  • kontaktfreudig und neugierig sein und
  • ein freundliches Wesen haben

Es kann vorkommen, dass jemand mit motorischen Störungen das Tier etwas fester anpackt als ein gesunder Mensch. Oder dass sich aufgrund von psychischen Beeinträchtigungen, Ängsten oder emotionalen Belastungen ein Mensch nicht so verhält, wie er es sonst tun würde. Daher ist ein freundlicher und geduldiger Charakter des Tieres unabdingbar.

Welche Tiere sind als Co-Therapeuten geeignet und wo werden sie eingesetzt?

HUNDE
Der Hund als BegleiterIm medizinischen Bereich werden Hunde gerne in der Logotherapie eingesetzt.

Aber auch Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Behinderteneinrichtungen, Erziehungsheime und sogar Justizvollzugsanstalten werden im Rahmen von Tierbesuchsdiensten besucht. In den USA wirkenTherapiehunde schon seit vielen Jahren in Krankenhäusern am Heilungsprozess von Patienten mit z. B. schweren Kopf- oder Rückenmarkverletzungen, Amputationen, Schlaganfällen und neuromuskulären Beeinträchtigungen mit.

Inzwischen gibt es sogar Hunde, die darin ausgebildet werden, Krebs zu erschnüffeln,  bevorstehende Epilepsie-Anfälle oder eine Unterzuckerung bei Diabetes-Erkrankten zu erkennen.

Aber nicht nur im körperlichen, sondern auch im seelischen Bereich sind Hunde eine große Hilfe. In psychiatrischen Abteilungen oder psychotherapeutischen Praxen wird gerne mit Hunden gearbeitet. Der Körperkontakt zum Hund durch Streicheln und Kuscheln wirkt sich wohltuend auf die Seele des Menschen aus.

PFERDE
arabian-horse-656756_640Auch mit dem Pferd ist ein enger körperlicher Kontakt möglich. Die Hippotherapie wird in der Hauptsache zur Lösung von Verkrampfungen und zur Förderung von Gleichgewicht und Bewegung eingesetzt. Heilpädagogisches oder therapeutisches Reiten wird beispielsweise gerne bei Suchtpatienten oder bei verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen eingesetzt.

Ebenso bei Menschen mit Sprachstörungen oder mit psychischen bzw. psychosomatischen Beeinträchtigungen ist die Pferdetherapie sehr beliebt. Pferde und Esel werden auch gerne im Rahmen einer Angsttherapie eingesetzt. Denn das Führen eines so großen Tieres baut Unsicherheiten ab und stärkt das Selbstvertrauen. Ein Pferd lässt sich nämlich nur führen, wenn man sich selbst ganz sicher ist, wohin man will und das auch ausstrahlt. Schon die kleinste Unaufmerksamkeit genügt, und das Pferd macht was es will und nicht, was der Patient möchte.

DELPHINE
DelfintherapieDelphin-Therapien gehören zu den bekanntesten Therapieformen mit Tieren. Sie werden hauptsächlich bei Kindern angewendet, z. B. bei Autismus, dem Down-Syndrom oder geistigen Behinderungen.

Die Therapie findet im Wasser statt, was einen besonderen therapeutischen Effekt auf den Patienten hat: das Getragenwerden im Wasser, die Wärme der Sonne, die Wellenbewegungen des Wassers und natürlich der Kontakt zum Delphin haben eine überaus positive Wirkung auf den Patienten.

Delphine können erkennen, ob eine Frau schwanger ist. Über ihr Sonar nehmen sie wahr, dass im Bauch der Frau noch ein Herz schlägt. Das zieht sie magisch an.

Entspannung, Zufriedenheit, Steigerung der Kommunikation, längere Phasen der Aufmerksamkeit sind positive Effekte der Delphin-Therapie.

NUTZTIERE:
Nutztiere als TherapeutenKühe, Schafe, Ziegen, Schweine, Gänse etc.
Nutztiere werden oft auf Bauernhöfen eingesetzt, die sich auf Tier-Therapien spezialisiert haben.

Hier wohnen und arbeiten Menschen mit geistiger Behinderung, psychisch oder psycho-sozial Beeinträchtigte, Suchtkranke, Demenzerkrankte oder verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche. Auch Ex-Häftlinge werden mit der Pflege eines oder mehrerer Tiere auf dem Therapie-Bauernhof betraut. Dies dient der Verbesserung des Sozialverhaltens im Rahmen von Re-Sozialisierungsmaßnahmen.

SONSTIGE TIERE
Haustiere als Therapeuten und BegleiterKatzen, Vögel, Meerschweinchen oder Fische werden in Krankenhäusern, Anstalten oder Kliniken eingesetzt, wo sie durch ihre bloße Anwesenheit wirken.

Dabei ist zu sagen, dass Katzen sich durch eine Besonderheit auszeichnen. Sie setzen oder legen sich gerne auf energetische Störfelder, z. B. Wasseradern.

Für wen sind Tiere als Co-Therapeuten geeignet?

Die Frage wurde zum Teil schon beantwortet, hier noch einmal zusammengefasst:

  • Verhaltensauffällige Kinder, Jugendliche und Erwachsene
  • Kinder und Jugendliche in pschiatrischen und psychotherapeutischen Einrichtungen oder Praxen: Schwellenängste werden abgebaut. Tiere vermitteln eine entspannte und vertrauensvolle Atmosphäre, die Angst vor dem Therapeuten oder der Therapie wird genommen.
  • Senioren und Bewohner von Pflegeheimen: Oft sind diese Menschen alleine und haben niemanden, der sie besucht. Auch das Knüpfen von neuen Kontakten gestaltet sich oft schwierig. Zärtlichkeiten können nicht mehr ausgetauscht werden, sind oft sogar ein Tabuthema. Die älteren Menschen erfahren wieder Gefühle und Emotionen. Sie erleben Körperkontakt mit dem Tier, spüren seine Wärme, seinen Atem, seine pulsierende Lebendigkeit. Sie dürfen dem Tier ihre Zuneigung und Zärtlichkeit geben, anstatt selbst nur versorgt zu werden. Mit einem Tier lassen sich auch leichter soziale Kontakte herstellen, und Tiere helfen gegen die gähnende Langeweile des Alltags. Tiere vertreiben die Einsamkeit und senken nachweislich die Medikamentendosis.
  • Demenz- und Parkinsonerkrankte
  • Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen
  • Patienten mit neurologischen Störungen
  • Depressive und Suchterkrankte
  • AIDS- und Krebspatienten
  • Koma-Patienten und Menschen, die im Sterben liegen: Hunde werden hier gerne eingesetzt, sie helfen Druck abzubauen.

Die Wirkung der Tiere auf Menschen

Durch die enge Beziehung zwischen Mensch und Tier, durch die gemeinsame Kommunikationsebene (non-verbal, Körpersprache), lösen sich Ängste und wird das Selbstbewusstsein gestärkt.

In der Begegnung mit einem Tier, z. B. mit einem Hund, erfährt der Mensch bedingungslose Liebe, Zuneigung und Akzeptanz. Dies erfahren sie von ihren Mitmenschen meist nicht. Das Tier nimmt uns so an, wie wir sind, ohne Vorurteile oder Zweifel. Die vertrauensvolle Öffnung des Patienten dem Tier gegenüber begünstigt den Heilungsprozess.

Auch tierische Therapeuten brauchen eine Auszeit

Tiere, die pädagogisch oder therapeutisch eingesetzt werden, sind oft einem hohen Maß an Stress ausgesetzt. Körperliche Zudringlichkeiten, raues Zupacken, zu viele Menschen, die sich um ein Tier drängeln, ungewohnte Gerüche oder Bewegungen durch die Patienten bedeuten für das Tier Stress.

Hunde am StrandWichtig ist daher, dass Personen, die therapeutisch mit Tieren arbeiten, das Tier oder die Tiere gut kennen, Stressreaktionen des Tieres erkennen und gut darauf reagieren können. Tierische Co-Therapeuten spüren Anspannungen und Ängste ihrer Patienten, was für sie eine zusätzliche Belastung darstellt. Deshalb braucht das Tier regelmäßige Pausen und Erholungszeiten. Tiere sind unsere Freunde und haben ein Recht auf ihre eigene Lebensfreude.

Alles in allem sind Tiere als therapeutische Helfer eine große Bereicherung. Eine verantwortlicher, artgerechter Umgang mit den Tieren, Sachkunde sowie eine spezielle Ausbildung ist bei tier-therapeutisch Arbeitenden unerlässlich.

Wie haben sich Tiere auf dein Wohlbefinden und auf deine Genesung ausgewirkt?

Schreibe mir. Ich freue mich auf deine Erfahrungen.

Hier noch ein paar Empfehlungen, falls Du Dich näher mit der tiergestützten Therapie oder Tieren in der Sozialen Arbeit mit Menschen befassen möchtest:

11 Tipps bei Mobbing am Arbeitsplatz

Mobbing: Psychoterror am Arbeitsplatz

Arbeitskollegen können ganz schön gemein sein. Besonders, wenn sie der Meinung sind, sie seien etwas Besseres. Wenn ihnen dann noch deine Nase nicht gefällt, bist du dran, egal, wie nett oder kompetent du bist.

Dr. Cholerikus

57400-mobbingVor vielen Jahren hatte ich einen Kollegen, der eine Freude daran zu haben schien, andere zu gängeln und zu provozieren. Das hat er nicht nur mit mir, sondern auch mit anderen Kollegen gemacht. Er war von cholerischem Charakter, deshalb nenne ich ihn hier Dr. Cholerikus. Wir waren beide in einer Bundesoberbehörde beschäftigt. Ich war Referats-Sekretärin, mein Kollege hatte einen Doktortitel, den Beamtenstatus und eine entsprechend dotierte Besoldungsgruppe.

Talente werden nicht immer von allen geschätzt

Ich hatte immer schon eine schnelle Auffassungsgabe und konnte mich rasch in neue Themengebiete einarbeiten. Meine Arbeiten erledigte ich nicht nur gewissenhaft, sondern auch noch in einem Tempo, dass mein Referatsleiter immer staunte und lache und mich fragte, ob ich zaubern könne. Und so kam es hin und wieder vor, dass am Ende meiner Arbeit noch viel Zeit übrig war. Früher nach Hause gehen durfte ich nicht, schließlich hatte ein Arbeitstag 7,5 Stunden, und die mussten „abgesessen“ werden, egal ob man was zu tun hatte oder nicht. So war das jedenfalls damals im Öffentlichen Dienst.

Mein Referatsleiter sagte immer: „Frau Geiss, wenn Sie nach Leistung bezahlt werden würden, hätten Sie bereits mittags Feierabend.“
Der Leiter eines anderen Referates meinte, ich gehörte mit meinen Fähigkeiten in die freie Wirtschaft, dort könnte ich viel mehr Geld verdienen als im Öffentlichen Dienst. Tja, da mag er Recht gehabt haben, aber ich hatte damals ein kleines Kind und war alleinerziehend. Da bot mir der Job in der Behörde die Sicherheit, die ich brauchte. Und ich war glücklich dort.

My office is my castle

Ich hatte damals ein winzig kleines Büro, das nach heutigen EU-Richtlinien gar nicht mehr als Arbeitsplatz durchgehen würde. Darin befanden sich ein Aktenschrank, ein Schreibtisch mit PC, ein Telefon und natürlich ein Drehstuhl. Ich liebte dieses Büro. Es war klein, aber es war mein Reich. Mit den Kolleginnen und Kollegen im Haus hatte ich ein super gutes Verhältnis. Das Arbeitsklima wurde nicht zuletzt durch unseren Referatsleiter auf einem sehr familiären Niveau gehalten. Wir haben das alle sehr genossen.

Das Messer im RückenDr. Cholerikus hingegen war ein richtiger Stinkstiefel. Er war das, was man „hinterfotzig“ nennt. Zuerst tat er dir freundlich ins Gesicht, und kaum dass er sich umgedreht hatte, rammte er dir das Messer in den Rücken. Er konnte es nicht ertragen, wenn ich mal eine halbe Stunde Zeit hatte, um mit anderen KollegInnen im Haus ein Schwätzchen zu halten oder mich für die Arbeit im Labor interessierte.

Und so kam es, dass der werte Kollege immer mal wieder durch die Blume – manchmal auch sehr direkt – hatte fallen lassen, dass die Frau Geiss wohl entweder zu wenig zu tun oder zu viel frei hätte. Dabei war es ihm egal, ob andere Kollegen dabei waren oder nicht. Einmal fragte ich ihn vor versammelter Mannschaft, ob er denn glaubte, dass ich den ganzen Tag nur Däumchen drehen würde. Worauf er antwortete: „Nein, nicht den ganzen!“ Meine KollegInnen und ich schauten uns nur an, verdrehten die Augen und grinsten, weil klar war, dass Dr. Cholerikus mal wieder eine Laus über die Leber gelaufen sein musste.

Er war auch ein Meister der Unterstellungen. Ich erinnere mich, dass er ein paar Mal versuchte, mir etwas unter die Weste zu jubeln, um mich dann „hochgehen“ zu lassen. Da ich den Braten aber schon 10 Meilen gegen den Wind roch, beugte ich vor und machte mir zu allem, was er mir auftrug, Notizen und zeichnete die Arbeiten, die ich erledigt hatte, mit Datum und Kürzel ab. Obendrein machte ich davon Kopien und verwahrte sie bei mir auf. Wie gut, dass ich das tat.

Nicht mit mir!

Eines Tages kam er zu mir ins Büro und versuchte, mich zur Sau zu machen, weil ich angeblich eine bestimmte Aufgabe nicht erledigt hätte. Ich griff kurzerhand in meine Schublade und zog das Beweisstück hervor. Das brachte ihn erst recht auf die Palme, denn mit so viel Pfiffigkeit meinerseits hatte er nicht gerechnet. Er hielt sich nämlich für oberschlau. Da kannte er aber die Frau Geiss noch nicht. Die hat zwar keinen akademischen Grad, steht Dr. Cholerikus jedoch in Sachen Intelligenz und Straßenschläue in nichts nach. Ätsch.

Als er dabei war, mich anzubrüllen, wurde ich immer ruhiger, stand nur da und schaute ihn an, bis er fertig war. Durch die Lautstärke, die er an den Tag legte, ließ es sich nicht vermeiden, dass die KollegInnen im Haus das mitbekamen.

Rote Karte für MobberDann brüllte ich zurück: „Du verlässt auf der Stelle mein Büro. Und du kommst erst dann zurück, wenn du wieder normal geworden bist. Dann darfst du mich fragen, ob ich wieder etwas für dich schreibe. Andernfalls kannst du dich in Zukunft an die Schreibkanzlei im Haupthaus wenden.“

Dr. Cholerikus verschlug es die Sprache, er lief puterrot an und drohte fast zu ersticken. Wutentbrannt machte er auf dem Absatz kehrt und verließ mein Büro. Drei Tage lang sprach er kein Wort mit mir. Danach behandelte er mich mit einer Freundlichkeit, die schon fast nicht mehr zu ertragen war. Nicht dass er sich etwa entschuldigt hätte, nein, das hätte Dr. Cholerikus nicht über sich gebracht. Aber er machte sich mit seinem Verhalten zum Gespött des ganzen Referates. Es war köstlich und ging mir runter wie Öl.

Erst viele Jahre später erfuhr ich, dass so ein Verhalten „Mobbing“ genannt wird. Und natürlich gibt es viele, die am Arbeitsplatz gemobbt werden. Gott sei Dank bin ich mit genügend Selbstbewusstsein und Schlagfertigkeit ausgestattet, sonst hätte ich mich gar nicht getraut, mich zu wehren.

Was ist Mobbing?

Wir alle haben eine Vermutung, was Mobbing ist, haben es vielleicht selbst schon erlebt oder können zumindest einige der nachfolgenden Punkte benennen:

Mobbingarten

Die allgemeine Definition von Mobbing geht auf den Psychologen Heinz Leymann (1932−1999) zurück. Er gilt als Pionier in der Mobbingforschung:

„Eine Person wird an ihrem Arbeitsplatz gemobbt, wenn sie im Konflikt mit Kollegen oder Vorgesetzten in eine unterlegene Position gekommen ist und auf systematische Weise über mindestens 6 Monate hinweg mindestens einmal pro Woche einer der folgenden 45 feindseligen Handlungen ausgesetzt ist:“

Einige dieser 45 feindseligen Handlungen seien an dieser Stelle aufgeführt. Die restlichen findest du unter dem o. g. Link.

  • Gerüchte werden verbreitet
  • Ständige Kritik an der Arbeit oder am Privatleben
  • Man gibt dem Betroffenen sinnlose Arbeitsaufgaben
  • Man gibt dem Betroffenen Aufgaben, die seine Qualifikation weit übersteigen, um ihn zu diskreditieren
  • Man nimmt ihm jede Beschäftigung am Arbeitsplatz, so dass er sich nicht einmal selbst Aufgaben ausdenken kann
  • Hinter dem Rücken des Betroffenen wird schlecht über ihn gesprochen
  • Sexuelle Handgreiflichkeiten

Die juristische Definition von Mobbing lt. Urteil des Landgerichts Thüringen vom 10.04.2001 (Az. 5 Sa 40300) lautet:

„Im arbeitsrechtlichen Verständnis erfasst der Begriff des „Mobbing“ fortgesetzte, aufeinander aufbauende oder ineinander übergreifende, der Anfeindung, Schikane oder Diskriminierung dienende Verhaltensweisen, die nach Art und Ablauf im Regelfall einer übergeordneten, von der Rechtsordnung nicht gedeckten Zielsetzung förderlich sind und jedenfalls in ihrer Gesamtheit das allgemeine Persönlichkeitsrecht oder andere ebenso geschützte Rechte wie die Ehre oder die Gesundheit des Betroffenen verletzen…“ 
zum Volltext

mobbingKollegInnen sind keine Punching-Bälle

Es gibt Menschen, die loten mit ihrem Verhalten ihre Grenzen aus und prüfen, wie weit sie bei dir gehen können. Mein Kollege war so jemand. Er versuchte es immer wieder bei mir. Und je mehr Kontra ich ihm gab, desto größer wurde sein Respekt. Im Laufe der Zeit wurde er immer zahmer. Und wenn er mal wieder drohte auszubrechen, wies ich ihn in seine Schranken und gut war.

Manche wollen auch einfach nur ihren Frust und ihre Aggressionen an ihren KollegInnen ablassen, weil sie nicht wissen, wohin damit. Wenn du so jemand bist, solltest du darüber nachdenken, ob ein Anti-Aggressionstraining nicht angebrachter wäre. Kauf dir einen Boxsack und bearbeite den nach Herzenslust. So sorgst du dafür, dass du, deine Mitmenschen und deine Beziehung zu ihnen heil bleiben.

11 Tipps bei Mobbing am Arbeitsplatz

11TippsbeiMobbing

Bist du schon einmal Opfer von Mobbing geworden?

Schreibe mir deine Erfahrungen dazu.

  • Wie hast du dich gefühlt?
  • Was hast du gesagt/getan?
  • Konntest du dich wehren?
  • Wenn ja, wie hast du das angestellt?

Wenn du gemobbt wirst und psychologische Unterstützung brauchst, stehe ich dir für ein kostenloses 15-minütiges Telefonat zur Verfügung. Danach kannst du entscheiden, ob du weiter mit mir arbeiten möchtest.

Tel. 030 – 7790 9225


Bildquellen:

Beitragsbild ganz oben:
Anti-Mobbing e.V.: http://www.muenster.org/antimobbing/

„Messer im Rücken“
http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/experten-analysieren-mobbingfaelle-und-geben-tipps-a-825551.html

„Sorry“ – Iodilavoro.it
http://www.wirtschaft.ch/Supervision+schuetzt+vor+Mobbing+am+Arbeitsplatz/420600/detail.htm

„Mobbing – eine schlimme Sache“:
https://notendur.hi.is/ems/Forum/artikeldeutsch/Gesellschaft/mobbing1.htm

 

Einkaufsstress‑3

Einkaufsstress – Teil 3

Wenn Shoppen zum
Alptraum wird

Quelle: Instagram
Quelle: Instagram

Nicht nur Frauen leiden unter Einkaufsstress, sondern auch Männer. Für sie sind die ausgedehnten Shoppingtouren ihrer Freundin oder Ehefrau der absolute Horror. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Es gibt für Männer nichts Langweiligeres als ihrer Freundin beim Shoppen zuzuschauen. Während sie im Laden nach brauchbaren Klamotten oder Schuhen sucht, darf er danebenstehen oder in einer Ecke sitzen und Löcher in die Luft gucken.

Sie könnte ja alleine shoppen gehen, doch sie will ihn unbedingt dabei haben. Sie will seinen Rat, will wissen, ob das Teil der Begierde ihm auch gefällt. Sie will ihn dabei haben, vielleicht nicht zuletzt deswegen, weil er die Kreditkarte hat? Er gibt sich wirklich Mühe, nichts Negatives zu sagen, denn darauf reagiert sie allergisch. Und dann ist das Wochenende dahin. Also bewundert er all die Handtaschen, die sie ihm zeigt und bestärkt sie darin, doch alle drei zu kaufen, weil sie sich mal wieder nicht entscheiden kann.  Freudestrahlend bezahlt sie die neuen Errungenschaften und drückt ihm noch eine Einkaufstüte in die Hand. Er verdreht die Augen und betet, dass die Einkaufsmeile doch hier zu Ende sein möge…

Selbstmord durch Einkaufsstress

boutique-646295_640Langeweile ist ein riesiger Stressfaktor, der oft unterschätzt wird. Häufig oder über einen längeren Zeitraum Dinge zu tun, die man absolut nicht mag, stresst ebenfalls. Es führt zu Gereiztheit, Nervosität, Aggressivität, Erschöpfung und manchmal auch zu Kurzschlusshandlungen.

So hat sich vor einigen Jahren ein 28-jähriger Mann in China das Leben genommen, weil er den Shopping-Marathon seiner Freundin nicht länger ertragen konnte. Der Mann folgte seiner Freundin bereits seit fünf Stunden durch die Geschäfte eines großen Einkaufszentrums. Mit zahlreichen Tüten bepackt war er genervt und wollte endlich nach Hause. Doch seine Freundin wollte unbedingt noch in ein weiteres Geschäft mit Schuh-Angeboten gehen. Der junge Mann meinte: „Du hast doch bereits mehr Schuhe, als du in deinem Leben je tragen kannst.“ Seine Freundin schrie ihn an: „Du bist ein Geizhals und verdirbst mir Weihnachten.“ Da warf der junge Mann die Tüten beiseite und sprang über die Brüstung im 7. Stock in die Tiefe. Die Notärzte konnten ihn nicht mehr retten. Er war tot.

Einkaufsstress vermeiden – alleine losziehen

Liebe Geschlechtsgenossinnen. Habt ein Einsehen mit euren Männern. Ich lasse meinen lieber zuhause, wenn ich Shoppen gehen will. Denn wenn er dabei ist, haben wir beide Stress. Das braucht keiner von uns. Wenn ich Klamotten kaufen gehe, brauche ich Zeit, denn ich muss unzählige Male in die Umkleide und wieder raus, bis ich endlich ein Teil gefunden habe, das

  1. mir gut passt,
  2. nicht zu teuer ist und
  3. auch noch gut aussieht.

Und ihr wisst selbst, diese drei Dinge unter einen Hut zu bringen, ist eine große Herausforderung für jede Frau und ein Stressfaktor für sich.

Quelle: Instagram
Quelle: Instagram

Wenn ich weiß, dass es meinem für meinen Mann eine Quälerei ist, mich beim Shoppen zu begleiten, verlange ich es auch nicht von ihm. Punkt. Aus.

Ich möchte nicht die ganze Zeit über seine miese Laune ertragen, weil er sich langweilt oder genervt ist. Er möchte sich die Zeit auch lieber anders vertreiben. Also, warum nicht?

Getreu nach dem Motto „Schmerz vermeiden – Freude erleben“ wird also jeder von uns seinen Vorlieben nachgehen, ohne Einkaufsstress.

In großen Einkaufszentren gibt es so genannte „Kinderparadiese“, Spielecken mit Bällebad, wo man die lieben Kleinen während des Shoppens abgeben kann. Gibt es sowas eigentlich auch für Männer?

Quelle: borispfeiffer.de
Quelle: borispfeiffer.de

„Der erschöpfte Klausi möchte aus dem ‘7. Himmel’ abgeholt werden.“

Okay, ich werde diesen Gedanken lieber nicht weiterdenken…

Hier noch ein erheiterndes, nicht ganz so ernst gemeintes Beispiel für Einkaufsstress beim Shoppen. Es ist ein Auszug aus einer Karnevalsrede, die ich vor vielen Jahren einmal gehalten habe. Die Story ist natürlich entsprechend überzogen. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht kommt dir das sogar bekannt vor oder du kennst jemanden, dem das schon mal passiert ist…

Ich wollte neulich einen Einkaufsbummel in der Stadt machen und habe mir gedacht: ich nehme meinen Mann mit, dann kommt der auch mal raus – und wir machen uns einen richtig schönen Nachmittag.

Na, der hat sich vielleicht gefreut...

Übrigens, damit ihr es wisst: Männer brauchen klare Ansagen, damit sie genau wissen, woran sie sind. Wenn ihr also wollt, dass eure Männer mit euch ins Einkaufszentrum fahren, dann müsst ihr so genau und exakt wie möglich definieren, was ihr da wollt, warum und wie lang es dauert. kichern

So habe ich also zu meinem Liebsten gesagt: Mein Herzkartöffelchen, du Marzipanfüllung in meinem Schokoladenherzen, ich will heute Nachmittag um 15 Uhr zu C&A fahren, ich brauche eine schwarze Stoffhose. Ich verspreche dir, in spätestens 20 Minuten sind wir da wieder draußen  und fahren danach gleich in den Baumarkt...  Kaum waren wir bei C&A drin, wurde ich von einem traumhaften violett-grün changierenden Etui-Kleid aus gekämmter Wildseide magisch angezogen. Ein richtig scharfes Teil. Ich grabschte mir den Fummel, zog ihn über und sagte zu meinem Schatz: Na, mein Gummibärchen, was sagst du zu diesem Outfit? 

Er fragte mich: Soll ich ehrlich sein oder höflich?

Ich sagte: Ehrlich natürlich, du weißt doch dass ich die Wahrheit vertragen kann.

Da säuselte mein Liebster: Fantastisch, ein Traum, das sitzt an dir wie angegossen. – Können wir jetzt gehen?

Ich sagte: Moment, was soll das denn heißen – wie angegossen? Willst du vielleicht damit sagen, das Kleid ist zu eng?

Nein, auf gar keinen Fall, du siehst toll aus. – Können wir jetzt gehen?

Ich rief: Halt, ich hab gesagt, du sollst ehrlich sein, also bitte. Findest du das Kleid zu eng oder nicht?

Na ja...zu eng würde ich nicht sagen, vielleicht ein bisschen s p a c k.

S p a c k – auf das Wort bin ich allergisch... 

Nachdem ich mich von meinem Tobsuchtsanfall erholt und mir den Schaum vom Mund gewischt hatte, sagte meine bessere Hälfte süffisant lächelnd: 

Trüffelchen, reg dich nicht auf. Du weißt, dass ich nicht unbedingt der ideale Modeberater bin. Mit Farben und Mustern kenne ich mich auch nicht so gut aus, obwohl du in violett-grün changierender Wildseide ganz bezaubernd aussiehst. Und ich hab auch wirklich für vieles Verständnis – aber nicht für einen 42er Arsch in einem 38er Fummel…

So, Mädels. Das haben wir nun davon, wenn wir wollen, dass unsere Partner uns die Wahrheit sagen, weil wir meinen, wir könnten sie vertragen. Wer bei dieser Nummer mehr Einkaufsstress hatte, weiß ich nicht. Fest steht jedoch, dass Shoppingtouren mit dem Partner meist nicht gutgehen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Coaching-Tipp

 

 

Wenn du unbedingt eine Begleitung brauchst, nimm jemanden mit, der sich sowieso für Mode interessiert und es liebt, stundenlang shoppen zu gehen. Benötigst du zum Bezahlen die Kreditkarte deines Partners, wird er sie dir vielleicht freiwillig geben, wenn er dafür nicht mit zum Shoppen muss. Es sei denn, er hat Angst, dass du zu viel Geld ausgibst und hält lieber die Hand drauf – tja, dumm gelaufen 😉

Die Checkliste Einkaufsstress hilft dir, deine Stressfaktoren beim Shoppen zu identifizieren. Hier downloaden: Checkliste Einkaufsstress

Wie du Einkaufsstress vermeidest und
eine entspannte Haltung zum Einkaufen entwickelst,
zeige ich auch dir im persönlichen Coaching. 
Vereinbare gleich deinen Termin!

Einkaufsstress‑2

Einkaufsstress – Teil 2

Shoppen für die Seele?

Shoppen scheint uns weit mehr Vergnügen zu bereiten als gewöhnliches Einkaufen, welches zu unserem Lebensunterhalt dient.

Shoppen macht Spaß. Shoppen ist Freizeitbeschäftigung. Shoppen ist spannend. Shoppen ist entspannend. Shoppen bedeutet Gewinn. Shoppen ist Luxus und Freiheit. Shoppen für die Seele?…

Was ist der Unterschied zwischen Einkaufen und Shoppen? Und warum empfinden wir beim Einkaufen Stress, während wir beim Shoppen regelrecht aufblühen?

bag-159543_1280Was wir über unseren Einkauf denken oder was wir dabei erleben, beeinflusst unser Empfinden und bereitet uns positiven oder negativen Stress. Während unser normaler Feierabend‑, oder Wochenend-Einkauf oft in Distress ausartet, sieht es beim Shopping ganz anders aus. Hier wird das Belohnungssystem in unserem Gehirn aktiviert und Unmengen an Freudehormonen ausgeschüttet. Wir fühlen uns wohl und bereichert, besonders dann, wenn wir das Gefühl haben, ein Super-Schnäppchen gemacht zu haben. Das kann durchaus auch bei einem Lebensmitteleinkauf der Fall sein. Schnäppchen-JägerInnen erleben Glücksgefühle, wenn sie das Gefühl haben, etwas wirklich Gutes und Günstiges ergattert zu haben. Und genauso schnell macht sich Frustration breit, wenn sie nicht das bekommen haben, was sie wollten oder noch schlimmer, wenn sie gar nichts mitnehmen konnten.

Schmerz vermeiden – Freude erleben – so funktioniert unser Gehirn!

Ein normaler Einkauf geht bei vielen oft mit einem Verlustgefühl einher. Wir müssen unser sauer verdientes Geld hergeben für die paar Teile, die morgen schon wieder aufgebraucht sind. Verlust bedeutet für unser Gehirn „Schmerz“. Schmerz wollen wir nicht erleben und versuchen ihn daher zu vermeiden. Lieber nicht so viel Geld ausgeben… lieber behalten, was man hat. Das bedeutet aber auch, dass man sich den einen oder anderen Wunsch versagt. Und das führt wiederum zu Frustration. Wer oft Frust hat, weil er vielleicht jeden Cent zweimal umdrehen muss, schadet auf Dauer seiner Gesundheit.
Dauerfrust → Dauerstress → krank!

Shopping für die Seele?

Beim Shopping fühlen wir uns bereichert. Wir haben Beute gemacht. Wir haben etwas bekommen für unser Geld. Wir haben unsere Wünsche erfüllt.

Vielleicht hast du längst gemerkt, dass unsere Gedanken uns hier einen Streich spielen. Unsere Denkweise beeinflusst, was wir fühlen. Wenn du denkst, du hast für dein Geld nichts bekommen, fühlst du dich schlecht und hast Stress, weil du genau weißt, du musst morgen wieder Geld ausgeben, ohne etwas dafür zu bekommen. Und das Tag für Tag, Monat für Monat.

offer-706847_640Wenn du der Meinung bist, für dein Geld etwas Wertvolles erhalten zu haben, etwas das du gebrauchen kannst oder das dich erfreut, sieht die Sache ganz anders aus, nicht wahr? Du fühlst dich super, jedenfalls so lange, bis dein schlechtes Gewissen dir sagt: „Das hätte jetzt aber auch nicht sein müssen…“. Oder bis du der Meinung bist, dich mal wieder belohnen zu müssen…

Vorsicht, hier besteht Suchtgefahr! Wer ständig shoppen muss, um sich gut zu fühlen, kompensiert damit einen unbewussten psychischen Konflikt, eine Leere, die ausgefüllt wird mit Handtaschen, Schuhen, Akkuschraubern, Videospielen oder sonstigem Schnickschnack.

Was veranlasst uns zum Kauf?

Wir kaufen zu über 90% aus emotionaler Motivation. Diese emotionale Kaufentscheidung rechtfertigen wir dann mit rationalen Begründungen. Wir kaufen, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Abraham Maslow hat die Motive menschlichen Handelns hierarchisch in fünf Grundmotivationen unterteilt.

1. Befriedigung körperlicher Bedürfnisse:
Essen, Trinken, Schlaf, Kleidung, Gesundheit, Sexualität

2. Befriedigung unseres Sicherheitsgefühls:
Das Gefühl, in sicheren Verhältnissen zu leben, sichere Wohnung, sicherer Arbeitsplatz etc.

3. Befriedigung unseres Bedürfnisses nach sozialen Beziehungen:
Familie, Partnerschaft, Freunde, Kollegen, das Gefühl, gebraucht zu werden

4. Befriedigung unseres Bedürfnisses nach sozialer Anerkennung:
Streben nach Wohlstand, Karriere, Macht, Statussymbole, Ruhm bzw. Auszeichnungen

5. Befriedigung unseres Bedürfnisses nach Selbstverwirklichung:
Entfaltung unserer Individualität, Lebenssinn, Werte, Glauben, Religion, Spiritualität

Das viel beachtete, neuere Züricher Modell der sozialen Motivation von Norbert Bischof unterscheidet hingegen nur drei Motivsysteme des Menschen:

1. Sicherheit
Hierunter werden alle Motive zusammengefasst, die die Absicherung der Existenz, des Lebens und der Sicherheit uns nahestehender Menschen betreffen.

2. Erregung
Hierunter fallen alle Motive, die sich auf Stimulanz beziehen, z. B. das Streben nach Abwechslung, nach Abenteuer, neuen Erfahrungen etc.

2. Autonomie
Hier werden Motive vereint, die mit Leistung, Kontrolle, Durchsetzung zu tun haben, z. B. das Streben nach Unabhängigkeit, nach Geltung, Macht und Einfluss.

Das Wissen darum, dass jedes menschliche Handeln durch innere Motivationen gesteuert wird, gibt der Werbeindustrie wichtige Hinweise für die konkrete Gestaltung ihrer Werbung. Hinzu kommen Erkenntnisse aus der modernen Gehirnforschung. Neuromarketing heißt hier das Zauberwort.

Marlboro-ColaFrüher wurde die Werbung positiv gestaltet. Wir sollten uns wohlfühlen, wenn wir die Anzeige oder den Spot im Fernsehen angeschaut haben. Eine angenehme Melodie wurde hinterlegt, eine nette Szene gezeigt, die einerseits den Nutzen des Produktes herausstellte und uns andererseits ein Gefühl von mehr Lebensqualität vermitteln sollte.

Vielleicht kennst du noch die Marlboro-Werbung, die dem Konsumenten ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit suggerierte? Oder die Spots von Coca-Cola, die für Lebensfreude, Spaß und Genuss standen.

Heute weiß man:  Nicht nur positiv präsentierte, auch negative Werbung bleibt beim Konsumenten hängen. Dabei gilt: je nerviger desto besser. Das Brüllen des Werbetextes (speziell in der Radiowerbung), aggressive Hintergrundmusik und die vielfache Wiederholung des Schlagwortes innerhalb kürzester Zeit führen dazu, dass sich der Werbespot so richtig in unsere Nervenbahnen hineindreht. Das ist ähnlich wie bei einem Ohrwurm, den kriegst du so schnell auch nicht mehr aus dem Kopf.

Fazit

Ob wir positive oder negative Werbung sehen… ob wir mit dem Einkauf unsere Grundbedürfnisse befriedigen oder shoppen, um ein Glücksgefühl zu haben – hinter jedem Kauf steckt eine Motivation.

Wenn wir uns bewusst werden, wer oder was unsere Kaufentscheidungen beeinflusst, können wir uns nicht nur vor den Tricks der Werbeindustrie, sondern auch vor gefährlichen Lust- und Frustkäufen schützen. Die Betonung liegt hier auf „gefährlich“. Denn ein gelegentlicher Lust- oder auch Frustkauf schadet nicht, solange er im Rahmen bleibt. Den allerdings musst du selbst festlegen.

Coaching-Tipp

 

 

Mach dir deine Einstellungen und Glaubenssätze übers Einkaufen bewusst. Finde heraus, was genau dir Einkaufsstress bereitet. Sind es die 17 verschiedenen Sorten Ketchup, die dich wuschig machen? Ist es die lange Schlange an der Kasse?

HandtaschenbohrerIst es die Feststellung, dass diese spezielle Handtasche oder Bohrmaschine leider ausverkauft ist und du heute „leer“ ausgehst?

Oder ist es die Vermutung, für dein Geld nicht genug bekommen zu haben? In diesem Fall ist es ratsam, dir eine wertschätzendere Einstellung anzueignen, wenn du Dauerfrust vermeiden willst.

Wie du deinen Blickwinkel veränderst und
eine wertschätzende Grundhaltung entwickelst,
zeige ich dir im persönlichen Coaching. 
Vereinbare gleich deinen Termin!

Die Checkliste Einkaufsstress hilft dir, deine Stressfaktoren beim Einkaufen zu identifizieren. Hier downloaden: Checkliste Einkaufsstress


In der nächsten Woche:
3. und letzter Teil der Einkaufsstress-Reihe: „Wenn Shoppen zum Alptraum wird“

Einkaufsstress‑1

Einkaufsstress – Teil 1:

Schnäppchenjagd im Supermarkt 

Einkaufsstress ist nicht nur ein Modewort, sondern eine ernstzunehmende Angelegenheit. Einkaufen ist anstrengend. Einkaufen ist langweilig. Einkaufen ist eine lästige Pflicht. Einkaufen und dabei jeden Cent zweimal umdrehen zu müssen, ist Stress pur.

Mann an der WurstthekeDa ist der Mann, der total überfordert vor dem Wurstregal steht und nicht weiß, welche Mortadella nochmal die richtige war. Er weiß wohl, dass es zuhause Stress gibt, wenn er die falsche mitbringt. Also, egal wie er es macht, es wird höchstwahrscheinlich falsch sein…

Und da ist die junge Familie, die jeden Samstag mit kleinem Budget ihren Wocheneinkauf macht. Die Kinder quengeln im Auto, quengeln im Supermarkt und haben keinerlei Verständnis dafür, warum Mama und Papa sich schon wieder an der süßwarenfreien Kasse anstellen. Wo es doch nebenan so herrliche Köstlichkeiten gibt.

Supermarkt FamilieDer vierjährige Daniel wirft sich auf den Boden und schreit, was das Zeug hält. Die Leute, die an den Nachbarkassen anstehen, schauen schon herüber, was denn da wohl los ist.... Mama ist die Situation sichtlich peinlich. Sie versucht verzweifelt, den Jungen zu beruhigen, aber der schreit nur noch lauter. Papa ist da etwas gelassener. Er hebt seinen Sohn auf und geht „…mit ihm schon mal nach draußen“.

Mama bleibt mit der sechsjährigen Lisa und puterrotem Kopf an der Kasse zurück und legt ihre Einkäufe aufs Band. Vor ihr zählt eine ältere Dame beim Bezahlen jeden Cent einzeln ab. Du meine Güte, wie lange dauert das denn noch? – Endlich ist sie dran. Bezahlen, einpacken, und dann nichts wie raus hier.

EiswagenAuf dem Supermarktparkplatz steht ein Eiswagen, den die Kinder natürlich sofort entdecken. Mama und Papa schauen sich an, und jeder entdeckt beim anderen den leicht panischen Ausdruck in den Augen. Natürlich wissen sie, was jetzt kommt, und da geht es auch schon los. Beide Kinder wie aus einem Mund: „Krieg ich ein Eis…, bitte, ach bitte…, warum nicht... och menno.“ Bevor sich wieder jemand schreiend auf den Boden wirft und strampelt, bestellt Mama „einmal Vanille und einmal Erdbeer.“ – Sehr konsequent. Nun ja, man muss eben Prioritäten setzen. Die Kinder schlecken an ihrem Eis. Und Mama und Papa genießen die Ruhe – wenn auch nur für drei Minuten...

Was sich hier liest wie ein Sketch, ist in Wirklichkeit bitterer Ernst. Viele Familien machen diesen Einkaufsstress Tag für Tag und Woche für Woche immer wieder durch. Besonders wenn das Budget knapp ist, wird der Einkauf zu einer echten Herausforderung. Da muss man manchmal ganz schön jonglieren. Wie viel bekomme ich heute noch für mein Geld? Was brauche ich unbedingt, und worauf kann ich verzichten? Ist noch ein Eis für die Kinder drin? Eigentlich bräuchte ich auch mal wieder eine neue Hose. Soll ich sie mir kaufen oder lieber noch einen Monat damit warten?

SonderangebotEinkaufen ist für viele der reinste Horror. Da häufen sich Angebote über Angebote. Der Briefkasten ist voll mit Werbeprospekten unterschiedlichster Supermärkte, die natürlich alle abgeklappert werden müssen. Schließlich gibt es das Pfund Kaffee bei Aldi um 50 Cent billiger. Dafür hat Lidl die Erdnüsse um 20 % reduziert. Beim Bäcker zwei Blocks weiter schmeckt das Brot besser als in der Bäckerei gegenüber, also wird dort auch noch hingefahren.

Mein Freund Henry sagte mir einmal, ich müsse die Angebote verschiedener Supermärkte nutzen, so würde ich eine Menge Geld sparen. Ich bezweifelte das und war der Meinung, dass sich die viele Hin- und Herfahrerei nicht rechnet. Dennoch machte ich die Probe aufs Exempel. Und was denkst du, was unterm Strich dabei herauskam? Ich sparte nicht einen Cent. Im Gegenteil, ich war erheblich länger unterwegs als sonst, verbrauchte Sprit, weil ich Auto fahren musste, anstatt wie sonst zu Fuß zum Supermarkt gegenüber zu gehen. Ich war in insgesamt vier verschiedenen Supermärkten, musste viermal einen Parkplatz suchen, einen Einkaufswagen holen und in der langen Schlange an der Kasse stehen. Zudem waren die Angebote teilweise schon vergriffen oder gar nicht da, so dass ich auf Ersatzprodukte zurückgreifen musste. Zu guter Letzt musste ich dann doch noch in meinen Stamm-Supermarkt gegenüber gehen, um dort die Sachen zu kaufen, die ich woanders nicht bekommen hatte. Das mache ich garantiert nicht wieder.

Coaching-Tipp

 

 

Ich habe schon lange „Bitte keine Werbung“ an meinem Briefkasten kleben und kaufe ohne Prospekte wesentlich entspannter ein. Ich klappere auch nicht mehr mehrere Geschäfte nach Angeboten ab. Zeit ist Geld. Und meine Zeit kann ich sinnvoller nutzen als sie mit Einkaufen zu verbringen.

Wenn dir der Großeinkauf mit Kind und Kegel den letzten Nerv raubt, frag doch mal die Oma oder lass die Kinder bei deinem Partner oder Partnerin und fahre alleine zum Einkaufen. Wenn du alleinerziehend bist, hat deine Freundin vielleicht mal Zeit oder du hast eine liebe Nachbarin, die so lange auf den Nachwuchs aufpasst. Es muss ja nicht jedes Mal sein, sondern vielleicht jeden zweiten Samstag oder nur einmal im Monat.

Was bereitet dir Stress beim Einkaufen?
Welche Herausforderungen hast du?
Wie hast du sie bisher gemeistert?
Schreibe mir, ich freue mich auf deine Geschichte.

Nächste Woche:
Einkaufsstress Teil 2: Shoppen für die Seele?

Der Baum als Kraftspender

Der Baum als Kraftspender

Am 25. April 2015 ist der Internationale Tag des Baumes.

Hast Du schon einmal einen Baum umarmt?

Nein? Dann wird es aber höchste Zeit.

„Ich mache mich doch nicht zum Volldeppen“, wirfst du ein? Ok, ich gebe zu, es mutet zunächst etwas merkwürdig an, so mitten im Stadtpark einen Baum zu umarmen, vor all den Leuten, die kopfschüttelnd und schmunzelnd an einem vorübergehen.

Baumumarmung-JapanWas, wenn ich dir sage, dass es Baum-Umarmungs-Seminare gibt, bei denen die Teilnehmer/innen auch schon mal 60 Euro für einen geführten Spaziergang hinblättern, nur um einen Baum zu umarmen? Immerhin –  ist jedenfalls günstiger als ein Bungee-Sprung, den gibts ab 100 Euro aufwärts und in 5 Sekunden ist alles vorbei. Dafür hat man dann entweder einen herrlichen Adrenalin-Kick oder den Schock fürs Leben – je nachdem, wie man es erlebt. Es soll allerdings auch Leute geben, die für ein Wochenendseminar mit Baum-Umarmung über 1.000 Euro gezahlt haben. Nun gut, jeder nach seiner Façon.

In Japan ist das Umarmen von Bäumen eine Wissenschaft. Shinrin-yoku, zu deutsch „Waldbaden“, heißt der Begriff, der in den 1980er Jahren vom Japanischen Ministerium für Land- und Forstwirtschaft für den Zustand geprägt wurde, mit dem Wald eins zu werden.

Aber auch hierzulande weiß man, dass ein einfacher Waldspaziergang eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit hat.

EichhörnchenBritzerGartenIch nehme an, die meisten von uns mögen Spaziergänge im Wald.  Im Wald herrscht eine besondere Energie, eine spezielle Atmosphäre. Vor allem bei schönem Wetter halten wir uns gerne dort auf. Die Sonne scheint, die Vögel singen, die Blumen blühen, der Wald duftet.

Du erblickst vielleicht ein Eichhörnchen oder ein Reh und bleibst einige Sekunden verzückt stehen und traust dich fast nicht, dich zu bewegen, um das Tier nicht zu verschrecken. Dann wirst du dir der Magie dieses Moments gewahr und genießt es, ganz bei dir, ganz im Hier und Jetzt zu sein. „Augenblick, verweile noch...“

Ein Wald ist mehr als eine Ansammlung von Bäumen und Sträuchern. Ein Wald ist ein lebendiges Ökosystem mit hoher Artenvielfalt, eine Lebensgemeinschaft mit der Fähigkeit zur Selbstregulation. Dies ist beispielsweise bei einer Palmölplantage nicht der Fall, die besteht tatsächlich nur aus einer Ansammlung von Palmen, die gezüchtet und abgeerntet werden. In dieser sklavenartig anmutenden Atmosphäre kann kein Mensch Erholung finden. Verstehst du, was ich meine?

„Ok, ein Waldspaziergang ist etwas Schönes, da sind wir uns einig“, sagst du? „Aber es ist doch ein Unterschied, ob ich nur im Wald spazieren gehe oder mir ganz explizit einen Baum aussuche, um ihn zu umarmen.“

Jeder Baum hat seine eigene Schwingung

Ja, das ist es. Und genau das ist der Punkt. Jeder Baum hat eine andere Energie, jeder Baum hat seine ureigene Schwingungsfrequenz, die eine heilende, zumindest aber wohltuende WIrkung auf uns hat.

Eine Eiche hat eine andere Oberflächenstruktur als eine Buche. Auch die Temperatur ist je nach Baumart unterschiedlich. So fühlt sich eine Eiche oder eine alte LInde oft warm an, eine Buche hingegen eher kühl. Und so hat auch jeder Baum seine eigene Kraft und Symbolik.

Ich liebe es, im Wald oder im Park spazieren zu gehen und mich mit dem Rücken gegen einen Baum zu lehnen, zu dem es mich hinzieht. Manchmal lege ich auch nur eine Hand oder beide Hände gegen den Stamm, erspüre seine Energie und lausche dabei nach innen, was er mir wohl zu „sagen“ hat. Du würdest erstaunt sein, was da so alles vor dem inneren Auge oder dem inneren Ohr auftaucht.

BaumumarmungDie Kraft eines Baumes zu erspüren und auf sich wirken zu lassen, ist eine wundervolle Erfahrung. Wer das einmal erlebt hat, wird es immer wieder haben wollen. Es ist einfach zu schön und tut zu gut, als dass ich darauf verzichten möchte.

Du kannst das alleine machen, wenn du dich nicht traust, von anderen gesehen zu weden. Aber besonders schön ist es auch in einer Gruppe. Wenn es alle machen, ist es weniger „peinlich“, nicht wahr.

Nimm die Energie des Baumes auf 

Du kannst mit dem Baum durch die Berührung und auch innerlich Kontakt aufnehmen. Wie fühlt sich der Stamm an? Warm oder kühl? Kannst du spüren, wie die Energie in ihm fließt? Um was für eine Energie handelt es sich? Wie fühlt sie sich an? Ist es die Energie, die dir gerade fehlt und die du über den Baum in dich aufnehmen kannst?

Gib deine Last ab

Oder möchtest du dem Baum etwas von deiner Last abgeben. Dann lehne dich mit dem Rücken an ihn und stell dir dabei vor, wie er dir etwas von deinem „Gepäck“, das du mit dir herumträgst, abnimmt. Stell dir vor, wie der Baum deine Last aufnimmt und über die Blätterkrone ans Universum abgibt oder über seine Wurzeln in Mutter Erde weiterleitet, die alles transformiert.

Du kannst dich auch mit der Stirn an seinen Stamm lehnen. Das mache ich gerne, wenn mir zu viele Gedanken im Hirn herumschwirren und ich den Kopf wieder frei bekommen will. Die Gedanken beruhigen sich, der Druck in Stirn und Schläfen lässt nach.

Zieht es dich zu einem jungen Baum mit schmalem Stamm und verspielten Blättern oder brauchst du eher die Energie eines alten, weisen Baumes, der dir das Gefühl vermittelt, deine Last auch tragen zu können. Was kann er dir mit auf den Weg geben?

Wenn du das Gefühl hast, jetzt ist es genug, dann bedanke dich bei deinem Baum und verabschiede dich. Du kannst ihn jederzeit wieder besuchen.

entspannungWenn dir das alles zu seltsam erscheint, dann spanne dir doch einfach eine Hängematte zwischen zwei Baumstämme und genieße es, getragen und geschaukelt zu werden.

Dabei kannst du die nachfolgende Imaginationsübung machen. Sie dient zum Krafttanken und dauert nur wenige Sekunden bis Minuten:


Baum-Meditation


Quelle des Beitragsbildes ganz oben: „1000-jährige Eiche Bad Blumau“ von Claus Ableiter – Eigenes Werk http://commons.wikimedia.org/wiki/File:1000‑j%C3%A4hrige_Eiche_Bad_Blumau.JPG#/media/File:1000‑j%C3%A4hrige_Eiche_Bad_Blumau.JPG

Lachen – Wellness für die Seele

Lachen tut der Seele gut

Zähneputzen und Duschen gehört bei den meisten von uns zum täglichen Programm. Wir pflegen unseren Körper mit Peelings, Cremes, Massagen. Unsere Haare lassen wir vom Friseur behandeln, wenn sie stumpf und splissig geworden sind. Wir halten unsere Wohnung und unseren Arbeitsplatz sauber. Sogar unser Auto wird regelmäßig gewartet, gewaschen und gewachst, damit das gute Stück lange läuft und schön glänzt.

Nur eines pflegen wir selten mit so viel Hingabe: unsere Psyche

Dabei ist es sehr gewinnbringend, hin und wieder einen „seelischen Hausputz“ zu machen und sich von unnützem Ballast zu befreien.

Wellness für die Seele (Psychohygiene) zu betreiben bedeutet konkret: 

Maßnahmen zur Erhaltung der seelischen Gesundheit und emotionalen Zufriedenheit 

Ein ausreichender Ressourcen-Pool, aus dem wir Kraft schöpfen können, um mit belastenden Ereignissen angemessen umzugehen, ist dabei äußerst wertvoll. Dabei sind nährende Familienbeziehungen und Freunde genauso wichtig wie sinnvolle (Arbeits-) Aufgaben, stabile finanzielle Verhältnisse, Hobbies, gute Ernährung, regelmäßige Bewegung, Spaß an schönen Dingen, Musik, Kunst, Tanz, erfüllende Sexualität und vieles mehr.

Lache.jpgLachen hält jung und gesund

Lachen erhöht die Sauerstoffaufnahme… Lachen führt zur Vermehrung der natürlichen Killerzellen und stärkt die Immunabwehr. Die Lachforschung hat zahlreiche Belege dafür gefunden, warum Lachen tatsächlich gesund ist und dass Menschen, die viel lachen, weniger krankheitsanfällig sind und schneller wieder gesund werden (siehe „Lache, wenn Dir zum Weinen ist!“).

Heftiges Lachen ist richtig körperliche Arbeit: fast sämtliche Muskeln im Körper werden beansprucht. Bei herzhaftem Lachen steigt der Puls auf 120 Schläge pro Minute. Die Atmung wird stark angeregt, so dass es zu einem beschleunigten Austausch von verbrauchter und sauerstoffangereicherter Luft kommt. Die Lungenflügel dehnen sich und nehmen 3 bis 4 Mal so viel Sauerstoff auf wie gewöhnlich. Insgesamt kommt es zu einer besseren Durchblutung der Muskulatur. Das entspannt die Arterien und senkt den Blutdruck, weil auch der Herzschlag zwar zunächst beschleunigt wird, sich dann aber deutlich verlangsamt. Das Zwerchfell hüpft und massiert die inneren Organe. Die Bauchmuskeln spannen sich an, um die Luft mit einer Geschwindigkeit von ca. 100 km/h hinaus zu pressen.

Der durchschnittliche Lachanfall dauert übrigens etwa 6 Sekunden. Nach der starken muskulären Anspannung setzt umgekehrt eine genauso tiefe Entspannung ein. Stresshormone werden abgebaut. Der Effekt auf den Körper ist mit anderem körperlichen Muskeltraining vergleichbar. Auch die Ausschüttung von Hormonen, den so genannten Endorphinen, ist nach einem Lachanfall vergleichbar mit der Hormonausschüttung nach dem Joggen.

lucky-pig-580693_640Körperpflege und Seelenmassage

Achten Sie darauf, dass Sie sich gut ernähren, und zwar zu 80 Prozent basenbildende Lebensmittel und 20 Prozent säurebildende Lebensmittel (in den meisten Fällen ist es umgekehrt!). Nehmen Sie viele natürliche Mineralstoffe zu sich. Mineralien leiten Säuren aus. Schmeißen Sie Ihr billiges Kochsalz weg und nehmen Sie stattdessen Steinsalz oder Himalaya-Kristallsalz, hierin sind alle Mineralstoffe enthalten, aus denen auch Ihr Körper besteht.

Gönnen Sie Ihrem Körper hin und wieder eine Entschlackungskur. Fasten Sie, machen Sie basische Bäder etc. damit die überschüssige Säure nicht kristallisiert und sich an Ihren Zellwänden absetzt, was Sie definitiv krank macht (Arteriosklerose, Alzheimer, Parkinson, um nur einige Krankheiten zu nennen).

Sorgen Sie für ausreichenden Schlaf, machen Sie mal Pause, wenn Ihnen alles zu viel wird, spannen Sie aus. Ich weiß, dass das nicht immer leicht zu organisieren ist, aber es geht, wenn man sich selbst wichtig genug nimmt und nicht die Arbeit, den Chef, die Umstände und was sonst noch alles über sich stellt. Es muss auch nicht immer (viel) Geld kosten. Nehmen Sie sich wichtig – lieben Sie sich selbst. Sie dürfen, sollen und müssen, wenn Sie glücklich sein wollen.

Und sorgen Sie dafür, dass Sie immer viel zu lachen haben! Lachen wirkt nicht nur positiv auf Ihre Seele, sondern auch auf Ihren Körper. Heilungsprozesse können schneller vonstatten gehen, wenn Sie sich freuen und Spaß haben. Sie kennen das sicher aus eigenen Erfahrungen. Wenn Sie als Kind mit Fieber das Bett hüten mussten, und der Ausflug in den Zoo oder Vergnügungspark rückte immer näher, dann waren Sie beinahe schlagartig gesund, nicht wahr? Die Vorfreude darauf hat so viele Glückshormone produziert, dass Sie tatsächlich schneller genesen sind. Leider haben wir Erwachsene heute fast völlig vergessen, wie es sich anfühlt, in Glückseligkeit zu schwelgen.

20150105_102727Lache, wenn Dir zum Weinen ist!

Ich rate Ihnen: tun Sie es so oft wie möglich. Und wenn Sie nichts zu lachen haben, dann schaffen Sie sich die Umstände dafür. Sie haben es in der Hand. Es ist Ihre Entscheidung, wie Sie auf bestimmte Umstände oder Situationen reagieren. Es ist Ihre Entscheidung, ob Sie fröhlich oder miesepetrig sein wollen. Sie sind für sich verantwortlich! Kicken Sie alles aus Ihrem Leben, was Sie runterzieht. Schauen Sie einen lustigen Film, lesen Sie ein witziges Buch, treffen Sie sich mit Freunden, albern Sie herum, spielen Sie Klingelmännchen, hüpfen Sie mit einem Lolly im Mund durch die Stadt und amüsieren sich darüber, wenn die Leute Ihnen kopfschüttelnd hinterher schauen. Oder besuchen Sie ein Lachseminar. Werden Sie wieder zum Kind – es tut sooo gut!

Wer lachen kann, dort wo er hätte heulen können, bekommt wieder Lust am Leben

Werner Finck


Literatur & Quellen:

LachenGeiss, S. (2010): Lache, wenn Dir zum Weinen ist.  Wer niemals lacht, stirbt viel zu früh. – Books on Demand, Norderstedt

www.lachseminare.de

www.michael-titze.de

„Entspannungsstress“

Was bitte ist Entspannungsstress?

Heute habe ich mit einer lieben Kollegin telefoniert. Wir hatten uns längere Zeit nicht gesprochen, und sie erzählte mir, dass sie im vergangenen Jahr eine zusätzliche Ausbildung zur Entspannungstrainerin gemacht hat.

Die Ausbildung sei sehr anstrengend gewesen. Den lieben langen Tag habe es eine Entspannungsübung nach der anderen gegeben. Nach jeder Entspannung sei der Organismus wieder „hochgefahren“ worden in einen Zustand der Anspannung, in dem Aufmerksamkeit und Konzentration möglich sind.  Dieser ständige Wechsel von Entspannung und Anspannung habe ihr sehr viel Energie und obendrein den letzten Nerv geraubt. Zum Schluss habe sie regelrechten „Entspannungstress“ gehabt.

Ich musste herzhaft lachen. Den Ausdruck „Entspannungsstress“ hatte ich auch noch nicht gehört und fand ihre Geschichte zunächst sehr amüsant. „Entspannungsstress“ klingt irgendwie paradox, nicht wahr? Doch wenn ich mir vorstelle, wie so ein Ausbildungstag abgelaufen ist und mich in ihre Situation hineinversetze, kann ich sie verstehen.

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Bildquelle: www.simplify.de

Ausbildungen sind immer anstrengend, auch wenn es sich dabei „nur“ um Entspannungsmodule handelt. Denn diese müssen zunächst theoretisch behandelt und verstanden werden, bevor man zur Tat schreitet. Es ist also höchste Konzentration und Aufmerksamkeit gefragt. Wenn dann auch noch zu jeder vollen oder halben Stunde der Organismus vom Anspannungs–  in den Entspannungsmodus und wieder zurück in den Anspannungsmodus umschalten soll, ist dies für Körper und  Psyche sehr kräftezehrend.

So schön und angenehm Entspannungsübungen auch sind, im Rahmen einer straff organisierten Ausbildung können sie – wenn es zuviel wird – sehr nerven. Ich kenne das aus meiner Ausbildung zur Rückführungsbegleiterin. Der ständige Wechsel vom Alpha- in den Beta-Zustand kostet viel Kraft.

Die persönliche Tagesverfassung sowie gruppendynamische Prozesse spielen dabei ebenfalls eine Rolle und können zusätzliche Belastungen bedeuten, mit denen man umgehen muss. All das zusammengenommen kann in unserem System großen Stress auslösen. Und wir kommen abends todmüde und völlig entnervt nach Hause.

Bildquelle: http://gesund.co.at
Bildquelle: http://gesund.co.at

Dr. Gunther Schmidt, Entwickler des hypno-systemischen Ansatzes in der Psychotherapie und Vorsitzender des Milton Erickson-Instituts in Heidelberg, bestätigt das. In seinem Vortrag „Wie hypnotisieren wir uns erfolgreich im Alltag?“ berichtet er von einem Mann, der mit Erektionsproblemen zu ihm in die Praxis kam. Der Mann meinte, Dr. Schmidt müsse unbedingt eine Entspannungs-Hypnose mit ihm machen, um sein Problem zu lösen. Er sei  wohl zu sehr verspannt.

Dr. Schmidt fragte ihn , ob er nicht auch der Meinung sei, dass er in bestimmten Bereichen seines Organismus ein wenig arg entspannt sei. Und ob seine Partnerin, wenn er sie fragen würde, für noch mehr Entspannung in diesem Bereich plädieren würde... 😉

Der Kontext macht den Unterschied

Ob wir entspannt oder angespannt sind, kommt immer auf den Kontext an. Entspannt zu sein ist zwar unser natürlicher Zustand. Kein Baby kommt schlecht gelaunt oder aggressiv zur Welt oder steht ständig unter Strom. Jedoch sind wir nicht 24 Stunden am Tag entspannt. Um im Leben zurecht zu kommen und uns auf Dinge und Situationen zu konzentrieren und zu reagieren, ist eine gewisse Grundanspannung notwendig. Und manchmal auch ein wenig mehr 😉

Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Anspannung und Entspannung hält uns gesund und stabil. Sicherlich gelingt uns das im Alltag nicht immer. Es ist auch nicht weiter tragisch, wenn wir über einen gewissen Zeitraum Stress ausgesetzt sind, solange es sich nicht um traumatischen Stress handelt. Und auch nicht, solange wir wissen, wir wir uns wieder zurück ins emotionale Gleichgewicht bringen können.

Passiver oder aktiver Stressabbau?

Um Stress abzubauen, sind nicht zwangsläufig Entspannungsübungen in Form von Meditation, Hypnose oder Atemübungen das Mittel der Wahl. Manchmal braucht es etwas anderes, nämlich gezielte Aktivität im Außen. Auch auf ein Kissen oder eine Matratze einzudreschen, eignet sich hervorragend, um Emotionen, wie Wut, Aggressionen und innere Anspannungen zu lösen. Wer sich nach einem anstrengenden Bürotag gerne beim Sqash austobt, einen Waldlauf macht oder zum Fußballtraining geht, schafft auf diese Weise die angesammelten Stresshormone aus seinem System. Sie werden ausgeatmet, ausgeschwitzt und über den Urin ausgeschieden. Zudem setzt die aktive Bewegung enorm viele Freudehormone frei und reguliert damit den Stresspegel wieder auf ein Normalmaß.

Körper und Psyche sind danach spürbar ausgeglichen. Solltest du also einmal unter „Entspannungsstress“ leiden, weißt du jetzt, wie du dem entgegenwirken kannst.

Blümchenblau

 

 

 

 

Alkohol als Überlebensstrategie

„Das Leben lässt sich nur noch im Suff ertragen...“

Hat man einmal einen über den Durst getrunken, kommt einem dieser Satz schon mal über die Lippen. Er ist allerdings selten ernst gemeint und kommt eher mit einem Augenzwinkern daher. Jammern wir doch nur allzugerne auf hohem Niveau. Doch das gilt nicht für alle. 

Für viele Menschen ist dieser locker dahergesagte Spruch alles andere als witzig. Er ist bitterer Ernst. Denn ihr Leben lässt sich in der Tat nur noch im Suff ertragen. Viele haben über Jahre hinweg eine Alkoholabhängigkeit entwickelt, um sich zu betäuben, um den Schmerz, den sie in sich tragen, nicht fühlen zu müssen. 

Mit „Suffköppen“ wollen wir nicht gerne etwas zu tun haben. Nun, wenn uns eine fremde Person nicht behagt, können wir naserümpfend die Straßenseite wechseln. Doch was, wenn dieser alkoholabhängige Mensch ein Familienmitglied ist? Was, wenn es sich bei diesem Alkoholsüchtigen um den eigenen Partner, die Eltern oder das eigene Kind handelt? 

Ein Schluck zur Erleichterung

Es gibt immer einen Grund, warum ein Mensch eine Alkoholabhängigkeit entwickelt. Niemand gerät per Zufall in eine Alkoholsucht. Abgesehen davon, dass es keine Zufälle gibt. Der Mensch trinkt, um seelische Belastungen leichter zu ertragen. Man spricht hier auch vom Erleichterungstrinker oder Alpha-Trinker (n. Jellinek). 

Keine Feier ohne Meier

Es gibt Menschen, die keine Gelegenheit auslassen, zu denen Alkohol konsumiert wird (Gelegenheitstrinker bzw. Beta-Trinker). Sie lassen sich leicht zum Trinken verleiten und sind suchtgefährdet. Durch ihr Trinkverhalten schädigen sie ihre Gesundheit. 

Immer mehr, immer mehr, immer mehr...

Ist der Mensch erst einmal zum Suchttrinker (Gamma-Trinker) geworden, kommt es beim Trinken häufig zu Kontrollverlust. Regelrechte Saufexzesse und unauffällige Phasen wechseln sich ab. Bereits der erste Schluck Alkohol löst ein unstillbares Verlangen (Craving) aus.

Entzugserscheinungen

Irgendwann schmeckt die Plörre nicht mehr. Leider ist es dann oft zu spät. Man kann nicht mehr aufhören zu trinken, kommt nicht mehr vom Alkohol los. Ohne ein gewisses Pensum an „Sprit“ ist der Tag nicht mehr zu bewältigen (Spiegeltrinker bzw. Delta-Trinker). Sind alkoholische Getränke nicht sofort verfügbar, kommt Panik auf. Der Mensch leidet an Entzugserscheinungen, wird unruhig, nervös und fängt an zu zittern. 

Spätestens jetzt ist klar, dass es sich bei diesem Trinkverhalten um eine ausgewachsene Alkoholabhängigkeit handelt. 

War ich das etwa?

So genannte Quartalssäufer (Epsilon-Trinker) können über viele Monate abstinent leben und ohne Alkohol auskommen. Dann folgt eine Phase exzessiven Alkoholkonsums, wobei der Trinker keine Kontrolle über sein Trinkverhalten hat. Tagelange Saufgelage können zu vorübergehendem Gedächtnisschwund, dem berühmten Filmriss (Blackout) führen. Danach folgt in der Regel wieder eine Phase der Abstinenz.

Trinken als Überlebensstrategie

Wie ich vorhin schon angeführt habe, haben diese Menschen einen Grund für ihr Tun. Sie trinken, um innere Spannungen abzubauen und sich selbst vor unerträglichem Seelenschmerz zu schützen. Der Alkoholkonsum ist zunächst eine Bewältigungsstrategie, so absurd das auch klingen mag.

Menschen haben alles, was sie für ihre Lösung brauchen, bereits in sich. Und sie tun immer das Beste, was sie gerade tun können, um größeren Schaden von sich abzuwenden – bewusst oder unbewusst!

In der systemischen Therapie und Beratung spricht man von ressourcenorientiertem Verhalten. Und wenn die einzige Ressource darin besteht, durch Trinken diesen tiefen Schmerz nicht spüren zu müssen, ist dies erst einmal positiv zu sehen und entsprechend zu würdigen.

Dass dies auf Dauer keine Lösung ist, ist sonnenklar. Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Doch wir sollten uns immer vor Augen halten, dass niemand aus Jux und Tollerei zum Säufer wird. Dahinter steckt immer ein Seelenschmerz, ein unüberwältigbarer Stress bzw. ein Trauma. Eine Alkoholentzugstherapie mit anschließender Traumatherapie ist hier dringend angesagt.

Verurteilen wir also nicht vorschnell den Penner auf der Straße. Wir kennen nicht seine Geschichte, sind nicht in seinen Schuhen gegangen und haben nicht sein Leben gelebt.

Love & Light,

Sissell

 

{Bildquelle Beitragsfoto oben: http://www.thinkstockphotos.de}

Stressauslösende Umstände (Stressoren)

Stressoren aus Arbeitsaufgaben

  • Zu hohe qualitative und quantitative Anforderungen
  • Fehlende Eignung, mangelnde Berufserfahrung
  • Zeit- und Termindruck
  • Informationsfluss und Arbeitstempo
  • Unklare Aufgabenübertragung ,
  • widersprüchliche Instruktionen
  • unerwartete Unterbrechungen und Störungen
  • defekte Arbeitsmittel
  • fehlende Erholung und Entspannung

 Stressoren aus der Rolle

  • Verantwortung
  • Konkurrenzverhalten unter Mitarbeitern
  • Fehlende Unterstützung und Hilfeleistungen
  • Enttäuschung, fehlende Anerkennung
  • Konflikte mit Vorgesetzten und Mitarbeitern
  • Belastungen durch Führungsprobleme

Stressoren aus der Umgebung

  • Umgebungseinflüsse: Lärm, mechanische Schwingungen, Kälte, Hitze usw.
  • Gefahren, Notsituationen
  • Betriebsklima, Informationsmangel
  • Wechsel der Umgebung, der Mitarbeiter und des Aufgabenbereichs strukturelle und räumliche Veränderungen im Betrieb

Persönliche Stressoren

  • Angst vor Aufgaben, Misserfolgen, Tadel und Sanktionen
  • Familiäre Konflikte
  • Dichte und Nähe

Stressoren am Arbeitsplatz

Physische Stressoren
  • Körperliche Schwerarbeit
  • Ungünstige Arbeitshaltung, einseitige körperliche Belastung
  • Nachtarbeit, Arbeit gegen die biologische Rhythmik
  • Lärm, Hitze, Kälte
  • Ungünstige Lichtverhältnisse
  • Gesundheitsschädliche oder lästige Gase, Nebel, Dämpfe, Stäube
  • Schwingungen
 Psycho-mentale und psycho-soziale Stressoren
  • Überforderung und Unterforderung
  • Entscheidungszwang
  • Widersprüchliche Instruktionen
  • Angst (vor Misserfolg, Kontrolle, Sanktionen)
  • Konflikte mir Vorgesetzten, Mitarbeitern (Betriebsklima)
  • Fehlende soziale Unterstützung
  • Arbeiten unter Gefahr
  • Fremdbestimmte Arbeit und Sinnentleerung der Arbeit
  • Fehlende Entscheidungs- und Handlungsspielräume
  • Bedrohung der persönlichen Identität
  • Räumliche Enge (hohe Belegung der Arbeitsräume)
  • Soziale Isolierung

 

Symptome bei körperlicher und emotionaler Belastung

Psychisch:

  • Leistungsabfall
  • Grübeln
  • Schlafstörungen
  • Essstörungen: Appetitlosigkeit
  • Anhedonie (Freudlosigkeit)
  • verminderter Antrieb
  • Gefühl der Gefühllosigkeit
  • Depression
  • Verminderung der sexuellen Appetenz
  • Libidoverlust
  • Konzentrationsstörungen
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Rast- und Ruhelosigkeit
  • Angst
  • Panik

Vegetativ:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Kurzatmigkeit
  • Schwitzen
  • erhöhter Herzschlag
  • erhöhter Blutdruck
  • Übelkeit
  • Magen-/Darmbeschwerden
  • Lebererkrankungen (bis zu Leberzirrhose)
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Nieren- und Harnwegsentzündungen
  • Hautveränderungen (z. B., trockene Haut, dunkle Ränder unter den Augen, Hautrötungen, Hautjucken, allergische Reaktionen)
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Vermehrte Pilzbelastungen
  • Stumpfes Haar (bis Haarausfall)

Veränderung von Mimik, Gestik und Körperausdruck:

  • müder Gesichtsausdruck
  • eingefallene Wangen
  • tiefliegende Augen
  • stumpfer, leerer Blick
  • verlangsamte + reduzierte Bewegungen

Was kannst Du tun, wenn Du solche Symptome bei Dir feststellst?

Ich habe hier enige Beiträge zum Thema Stress und der Umgang damit zusammengestellt:

Wenn Du weitere Hilfen zum Thema Stress suchst, gib einfach den Suchbegriff „Stress“ ins Suchfeld oben ein, und Du erhältst alle Beiträge zu diesem Thema.

Im Zweifelsfall und erst recht im Notfall ist es immer angeraten, Dir professionelle Unterstützung zu holen, entweder durch einen Arzt, Heilpraktiker oder einen psychologisch ausgebildeten Therapeuten oder Coach. Um organische Erkrankungen auszuschließen, ist eine medizinische Untersuchung in jedem Fall sinnvoll und notwendig.