Archiv der Kategorie: Stress

Der Bio-Rhythmus von Eulen und Lerchen

Bist du eine Eule oder eine Lerche?

Meine Artikel und Beiträge schreibe ich überwiegend am späten Abend bzw. nachts. Auch wenn ich an einem Buch arbeite, bin ich zwischen 23.00 und 2.30 Uhr am kreativsten. Nachts ist (meist) alles ruhig, kein Telefon klingelt, keine Ablenkung von außen, die irgendwie stören könnte. Der Kosmos ist offen, die Energien fließen, und manchmal kann ich gar nicht so schnell schreiben, wie mir die Sätze in den Kopf kommen. Je nach dem, woran ich gerade arbeite, mache ich auch schon mal eine Nacht durch.

Ich gehöre also zu den so Eulen, die abends lange leistungsfähig sind und früh morgens nur schwer in die Gänge kommen.

Daneben gibt es auch noch die Lerchen, die Frühaufsteher, die oft schon vor dem Wecker, ja sogar mit dem ersten Sonnenstrahl putzmunter aus dem Bett hüpfen. Dafür gehen sie am Abend mit den Hühnern schlafen.

Die meisten Menschen sind allerdings Mischtypen, und ihr Schlaf-Wach-Rhythmus liegt irgendwo dazwischen.

Nach welchem Rhythmus wir am liebsten leben, bestimmt unsere innere Uhr, unserer biologischer Taktgeber, mit dem wir alle ausgestattet sind.

Leider lässt sich unser Bio-Rhythmus nicht immer mit unseren Arbeitszeiten vereinbaren, nicht wahr? Und wer Schichtdienst zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten schieben muss, hat es auch nicht gerade leicht, seiner inneren Uhr zu folgen. Das bedeutet für den Organismus und die Psyche mitunter enormen Stress.

Nach welchem Rhythmus tickt deine innere Uhr?

Bist du eher Eule oder Lerche? Kannst du deinen Tagesablauf deinem Bio-Rhythmus anpassen?  Wenn nicht, ist es ratsam, dir die Arbeitszeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Auch die Freizeit sollte nach Möglichkeit mit Aktivitäten ausgefüllt werden, die Freude und Energie bringen und dich nicht auslaugen. So kannst du die Auswirkungen, gegen deine innere Uhr zu leben, etwas abpuffern.

Sorge gut für dich 

Wenn du dich wohl und ausgeglichen fühlst, bist du viel leistungsfähiger. Die Dinge gehen dir leichter von der Hand. Die Zeit vergeht schneller, wenn du deinen Beruf mit Freude erledigst. Und deine Arbeit kommt dir nicht mehr wie eine lästige Pflicht vor.

Wann wirst du dir erlauben, mehr nach deinem Bio-Rhythmus zu leben? 🙂

 

Beitragsbild: Shutterstock / Eric Isselee (gefunden auf: www.einfachtierisch.de)

Distress und Eustress

Hat Stress immer negative Auswirkungen auf Psyche und Körper?

Die Antwort lautet: Nein!
Wir unterscheiden zwei Arten von Stress, nämlich Dis-Stress und Eu-Stress.

Dis-Stress

Die lateinische Vorsilbe „dis“ bedeutet „schlecht“. Dis-Stress (oder Distress) wird auch als negativer Stress bezeichnet. Diese Art von Stress wirkt destruktiv (zerstörerisch) auf unsere psychische und körperliche Gesundheit. Da es eine Wechselwirkung zwischen Psyche und Körper gibt, kann man diese beiden Aspekte unseres Selbst nicht trennen.

Sind wir über einen längeren Zeitraum Distress ausgesetzt, kann dies schwere geistige, körperliche und seelische Folgen haben. Dauerhafter Negativ-Stress kann zu traumatischem Stress werden. Unsere Bewältigungsmechanismen, die uns normalerweise zur Verarbeitung emotionaler Belastungen zur Verfügung stehen, sind vehement überfordert. 

Schnell auf „180“?

Unsere Nerven liegen blank, wir sind gereizt, aggressiv und schnell auf 180. Wir schreien unsere Kinder an und unser Partner kann uns nichts rechtmachen. Wir nörgeln an allem herum, nichts ist uns gut genug. 

Es kann aber auch ins Gegenteil umschlagen. Depressive Vestimmungen, Lethargie und Freudlosigkeit können die Folge sein. Wir haben keinen Appetit mehr, leiden unter chronischer Müdigkeit bis hin zur Erschöpfung. 

Im Artikel Stressauslösende Umstände sind zahlreiche Stressoren, also Stressfaktoren aufgelistet, die unsere Lebensqualität stark beeinträchtigen können. Sicherlich kommt dir der eine oder andere bekannt vor, weil du ihn selbst schon erlebt hast.

Erinnerst du dich an eine stressige Situation in der Vergangenheit?

  • Was hast du damals gefühlt? 
  • Was hast du gedacht? 
  • Wie hast du reagiert? 
  • Welche Mittel und Möglichkeiten hattest du zur Verfügung, um angemessen mit dem Stress umzugehen?

TIPP:

Solltest du wieder einmal vor einer ähnlich belastenden Situation stehen, kannst du dir bewusst machen, dass du diese Art von Distress schon einmal ganz gut gemeistert hast. Das stärkt dein Selbstvertrauen!

Eu-Stress

Dieser Begriff leitet sich von einer griechischen Vorsilbe ab. „Eu“ bedeutet „gut“. Euphorie ist ein vorübergehendes Gefühl gesteigerter Lebensfreude und Wohlbefindens. Eu-Stress (auch Eustress) ist also positiver Stress. Er wird nicht als Belastung empfunden. Musst du beispielsweise eine Aufgabe in einer vorgegebenen Zeit erledigen und tust dies mit größter Freude und Leidenschaft, so wirst du den Zeitdruck nicht als strapaziös oder überfordernd empfinden.

Im Gegenteil – du erledigst alles mit Leichtigkeit und Heiterkeit. Eustress erhöht die Aufmerksamkeit und fördert die maximale Leistungsfähigkeit von Körper und Geist. Nichts kann dich aus der Bahn werfen. Das Kribbeln in deinem Bauch fühlt sich angenehm an. Du strotzt vor Kraft und könntest Bäume ausreißen.

Beispiele für positiven Stress

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass wir von Stress meist im negativen Sinn sprechen, aber selten von Eustress? Dabei gibt es zahlreiche Beispiele für Eustress, z. B.  Sport, eine Hochzeit, die Vorfreude auf ein bevorstehendes Ereignis, eine Prüfung, auf die man sich gut vorbereitet hat etc.

Diese Ereignisse bedeuten zunächst auch Stress für den Organismus, denn es werden Kampfhormone (z. B. Adrenalin) ausgeschüttet, genau wie bei einer Gefahrensituation. Allerdings wirken sich freudige Ereignisse positiv auf unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit aus. Es werden nämlich gleichzeitig Freudehormone (z. B. Serotonin) ausgeschüttet, die Glücksgefühle in uns hervorrufen.

Vera F. Birkenbihl (1946−2011), Psychologin, Bestsellerautorin und ihrerzeit Leiterin des Instituts für gehirn-gerechtes Arbeiten, lehrt uns:

Freudehormone fressen Kampfhormone auf!

Wenn wir uns z. B. ärgern und die kritische Marge an Kampfhormonen in unserem „Stresstöpfchen“ erreicht ist, können wir nicht mehr klar denken. Vielleicht kennst du ja jemanden, dem das schon mal passiert ist 😉

In solch einem Moment wäre es gut, wenn wir jemanden hätten, der uns zum Lachen brächte. Dann gewännen die Freudehormone die Überhand und könnten die Stresshormone neutralisieren (siehe hierzu das Video von Vera F. Birkenbihl: Pragmatische Esoterik – Der kleine Weg zum großen Selbst). 

Wenn gerade niemand da ist, der dich  zum Lachen bringt, kannst du in 60 Sekunden dasselbe bewirken, so Frau Birkenbihl. Wenn wir lachen, drückt ein Gesichtsmuskel auf einen Nerv, der dem Gehirn signalisiert: „Achtung, Gehirnbesitzer lacht!“ Sofort löst das Gehirn Freudehormone aus. Der Muskel ist sozusagen der Schalter, über den das läuft. Diesen Effekt können wir nutzen.

Und hier kommt die 60-Sekunden-Strategie:

Wenn du also das Gefühl hast, dass dein Maß an Ärger voll ist, dann verzieh dich irgendwohin, wo dich niemand sehen kann. Im Zweifelsfall schließe dich auf dem „stillen Örtchen“ ein.

Lacher-im-Spiegel2
Copyright S. Geiss

Und dann mache 60 Sekunden nonstop diesen hier ⇒⇒⇒

Du musst nur mit dem Muskel auf den Gesichtsnerv drücken, sonst nichts. Das ist kein Lächeln, das ist eine Grimasse, völlig klar. Dein Gesicht sieht total verbissen aus. Aber solange du mit dem Muskel auf den Nerv drückst, ist alles in Ordnung.

60 Sekunden durchhalten, dann sinkt der Stresspegel genauso ab wie in 10 Sekunden echten Lachens!

Warum Lachen gesund ist und welche positiven Wirkungen es auf uns hat, erfährst du in meinem Ratgeber „Lache, wenn Dir zum Weinen ist!“

 Meist pendeln wir zwischen Distress und Eustress hin und her. Im Idealfall haben wir ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Distress- und Eustress-Situationen.  Überwiegt der negative Stress, sollten wir dafür sorgen, dass wir mehr zu Lachen haben. Und für zwischendurch hilft die 60-Sekunden-Strategie 🙂

{Bildquelle Beitragsfoto oben: http://www.thinkstockphotos.de}

Alkohol als Überlebensstrategie

„Das Leben lässt sich nur noch im Suff ertragen...“

Hat man einmal einen über den Durst getrunken, kommt einem dieser Satz schon mal über die Lippen. Er ist allerdings selten ernst gemeint und kommt eher mit einem Augenzwinkern daher. Jammern wir doch nur allzugerne auf hohem Niveau. Doch das gilt nicht für alle. 

Für viele Menschen ist dieser locker dahergesagte Spruch alles andere als witzig. Er ist bitterer Ernst. Denn ihr Leben lässt sich in der Tat nur noch im Suff ertragen. Viele haben über Jahre hinweg eine Alkoholabhängigkeit entwickelt, um sich zu betäuben, um den Schmerz, den sie in sich tragen, nicht fühlen zu müssen. 

Mit „Suffköppen“ wollen wir nicht gerne etwas zu tun haben. Nun, wenn uns eine fremde Person nicht behagt, können wir naserümpfend die Straßenseite wechseln. Doch was, wenn dieser alkoholabhängige Mensch ein Familienmitglied ist? Was, wenn es sich bei diesem Alkoholsüchtigen um den eigenen Partner, die Eltern oder das eigene Kind handelt? 

Ein Schluck zur Erleichterung

Es gibt immer einen Grund, warum ein Mensch eine Alkoholabhängigkeit entwickelt. Niemand gerät per Zufall in eine Alkoholsucht. Abgesehen davon, dass es keine Zufälle gibt. Der Mensch trinkt, um seelische Belastungen leichter zu ertragen. Man spricht hier auch vom Erleichterungstrinker oder Alpha-Trinker (n. Jellinek). 

Keine Feier ohne Meier

Es gibt Menschen, die keine Gelegenheit auslassen, zu denen Alkohol konsumiert wird (Gelegenheitstrinker bzw. Beta-Trinker). Sie lassen sich leicht zum Trinken verleiten und sind suchtgefährdet. Durch ihr Trinkverhalten schädigen sie ihre Gesundheit. 

Immer mehr, immer mehr, immer mehr...

Ist der Mensch erst einmal zum Suchttrinker (Gamma-Trinker) geworden, kommt es beim Trinken häufig zu Kontrollverlust. Regelrechte Saufexzesse und unauffällige Phasen wechseln sich ab. Bereits der erste Schluck Alkohol löst ein unstillbares Verlangen (Craving) aus.

Entzugserscheinungen

Irgendwann schmeckt die Plörre nicht mehr. Leider ist es dann oft zu spät. Man kann nicht mehr aufhören zu trinken, kommt nicht mehr vom Alkohol los. Ohne ein gewisses Pensum an „Sprit“ ist der Tag nicht mehr zu bewältigen (Spiegeltrinker bzw. Delta-Trinker). Sind alkoholische Getränke nicht sofort verfügbar, kommt Panik auf. Der Mensch leidet an Entzugserscheinungen, wird unruhig, nervös und fängt an zu zittern. 

Spätestens jetzt ist klar, dass es sich bei diesem Trinkverhalten um eine ausgewachsene Alkoholabhängigkeit handelt. 

War ich das etwa?

So genannte Quartalssäufer (Epsilon-Trinker) können über viele Monate abstinent leben und ohne Alkohol auskommen. Dann folgt eine Phase exzessiven Alkoholkonsums, wobei der Trinker keine Kontrolle über sein Trinkverhalten hat. Tagelange Saufgelage können zu vorübergehendem Gedächtnisschwund, dem berühmten Filmriss (Blackout) führen. Danach folgt in der Regel wieder eine Phase der Abstinenz.

Trinken als Überlebensstrategie

Wie ich vorhin schon angeführt habe, haben diese Menschen einen Grund für ihr Tun. Sie trinken, um innere Spannungen abzubauen und sich selbst vor unerträglichem Seelenschmerz zu schützen. Der Alkoholkonsum ist zunächst eine Bewältigungsstrategie, so absurd das auch klingen mag.

Menschen haben alles, was sie für ihre Lösung brauchen, bereits in sich. Und sie tun immer das Beste, was sie gerade tun können, um größeren Schaden von sich abzuwenden – bewusst oder unbewusst!

In der systemischen Therapie und Beratung spricht man von ressourcenorientiertem Verhalten. Und wenn die einzige Ressource darin besteht, durch Trinken diesen tiefen Schmerz nicht spüren zu müssen, ist dies erst einmal positiv zu sehen und entsprechend zu würdigen.

Dass dies auf Dauer keine Lösung ist, ist sonnenklar. Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Doch wir sollten uns immer vor Augen halten, dass niemand aus Jux und Tollerei zum Säufer wird. Dahinter steckt immer ein Seelenschmerz, ein unüberwältigbarer Stress bzw. ein Trauma. Eine Alkoholentzugstherapie mit anschließender Traumatherapie ist hier dringend angesagt.

Verurteilen wir also nicht vorschnell den Penner auf der Straße. Wir kennen nicht seine Geschichte, sind nicht in seinen Schuhen gegangen und haben nicht sein Leben gelebt.

Love & Light,

Sissell

 

{Bildquelle Beitragsfoto oben: http://www.thinkstockphotos.de}

So viel vor... wie Angst lähmt

Morgen hab ich viel vor

Du gehst am Abend zu Bett mit dem Gedanken an deine To-do-Liste für den nächsten Tag und nimmst dir vor, mindestens zwei Drittel davon abzuarbeiten. Du hast einen Zeitplan gemacht und deine Aktivitäten gut durchdacht und geplant.

Dann klingelt der Wecker, es ist 7.00 Uhr... du haust drauf, drehst dich um und... zum Glück hast du eine Wiederholungsfunktion... es ist 7.10 Uhr... der Wecker klingelt erneut. Du haust nochmal drauf und denkst, ach, nur noch ein paar Minuten... und während du das denkst, schläfst du auch schon  wieder ein. Um 7.20 Uhr klingelt der Wecker in drittes Mal. 

Du weißt genau, wenn du jetzt draufhaust und nicht gleich aufstehst, ist der Tag gelaufen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Immer diese Sache mit der Disziplin

Du ärgerst dich über dich selbst, weil du mal wieder nicht die Disziplin hattest, beim ersten Klingeln aus dem Bett zu springen. Dein Mann ist schon seit 2 Stunden aus dem Haus. Du machst dir also erst mal einen Kaffee, dann schaltest du das Frühstücksfernsehen an und drückst dir nebenbei ein Weißmehlbrötchen mit Butter und Marmelade rein. 

Mist, auch das noch. Du wolltest doch streng mit dir sein und bis zum Mittagessen nur Obst zu dir nehmen. Du gehst ins Bad, wäschst dir das Gesicht und putzt dir die Zähne. Zum Duschen und Anziehen hast du überhaupt keine Lust. Am liebsten würdest du vor dem Frühstücksfernsehen sitzen bleiben und vergessen, dass du heute so viel zu tun hast. Da fällt dir deine To-do-Liste wieder ein. Du nimmst sie dir vor und... dir wird schlecht.

Du legst sie wieder zur Seite und setzt erst einmal eine Waschmaschine mit Buntwäsche auf. Dann schaltest du deinen PC ein und checkst deine E‑Mails – immer noch im Schlafanzug.

Rast- und Ruhelosigkeit

Anstatt den ersten Punkt auf deiner Liste anzugehen, wanderst du rastlos in deiner Wohnung umher. Du hast Angst. Angst vor diesem Telefonanruf, der so unangenehm ist... Angst vor einem „Nein“... Angst vor der Ablehnung deiner neuen Geschäftsidee... Angst vor unangenehmen Fragen, die du (noch) nicht beantworten kannst... Angst, keine Interessenten zu gewinnen und am Ende des Monats deine Rechnungen nicht bezahlen zu können... Du weißt genau, wenn du das heute nicht hinkriegst, wirst du heute Nacht wieder nicht schlafen können.

Du gehst deine To-do-Liste noch einmal durch und suchst dir einen Punkt raus, der dir leichter fällt zu erledigen. Du kannst dabei in deiner Komfortzone bleiben und musst nicht da raus, in diese Welt voller Hyänen, die alle um dasselbe Stück Fleisch kämpfen. 

Ok, dieser Punkt ist abgehakt. Mal sehen – was kommt als nächstes? Steuerunterlagen zusammenstellen, einen Zahnarzttermin machen, endlich diesen blöden Nachsendeantrag stellen. Aber dafür müsstest du zur Post – oder kann man das auch online machen? Du gehst ins Internet, um das zu recherchieren. Da fällt dein Blick auf die aktuellen Nachrichten auf der Startseite deines Browsers. Du klickst auf die Überschrift, die dich gerade am meisten fesselt und merkst dabei nicht, wie du dich immer mehr und mehr verzettelst.

Der Druck wird größer

Mittlerweile ist es 14 Uhr. Du hättest immer noch genug Zeit, das eine oder andere von deiner Liste abzuarbeiten. Aber jetzt ist es auch schon egal. Dann mache ich es eben morgen, sagst du zu dir selbst. Du machst dir was zu Essen, bleibst in deinen Schlumperklamotten und machst es dir auf der Couch gemütlich. Beim Zappen durch die Kanäle empfindest du Langeweile. Aber auch so etwas wie Unruhe, der innere Druck baut sich mehr und mehr auf. Deine Laune verschlechtert sich zusehends.

haareraufen[Bildquelle: littlemisswife.com]

Das Telefon klingelt, es ist deine beste Freundin. Du siehst ihre Nummer im Display und beschließt, nicht ranzugehen. Du fühlst dich dermaßen elend, dass du niemanden sehen und mit niemandem sprechen willst, nicht einmal mit ihr.

Das schlechte Gewissen

Damit du das Gefühl hast, wenigstens ein bisschen was getan zu haben, nimmst du dir nochmal deine To-do-Liste vor. Mittlerweile ist es 15.30 Uhr. Deine innere Unruhe wird immer größer, die Anspannung immer stärker. Du fragst dich, was du deinem Mann nachher erzählen wirst, wenn er nach Hause kommt. Dann beschließt du, dich doch noch ein wenig frisch zu machen, ziehst dich an, machst dir die Haare, legst ein wenig Make up auf und rufst deinen Zahnarzt an, um einen Termin zu machen. Ok, dieser Punkt ist erledigt. Dann gehst zur Post und stellst deinen Nachsendeantrag. Prima, auch das wäre geschafft. Deine Laune verbessert sich wieder etwas, und du machst noch deine Einkäufe für’s Abendessen.

17.30 Uhr – du hängst noch schnell die Wäsche auf, danach fängst du mit den Vorbereitungen für’s Abendessen an. Dein Mann kommt nach Hause und sagt: „Na, Schatz, wie war dein Tag? Konntest du alles erledigen, was du dir vorgenommen hast? Ich habe dich heute extra nicht angerufen, um dich nicht zu stören.“

Jetzt hat dein schlechtes Gewissen endgültig die Oberhand. Du hast Stress, und zwar richtigen Stress. Es vibriert in deiner Magengrube, und du fragst dich, ob es irgend etwas gibt, was du zu deiner Rechtfertigung vorbringen kannst. Fieberhaft überlegst du, was du ihm sagen könntest. „Mir ging es heute gar nicht gut. Ich habe schon den ganzen Tag so ein flaues Gefühl im Magen. Ich glaube, ich brüte etwas aus. Ich musste mich vorhin sogar hinlegen. So ein Mist, ich hatte mir so viel vorgenommen und hab wieder nichts geschafft.“

So geht’s nicht weiter

Auch das noch, jetzt lüge ich ihn auch schon an, denkst du dir. So geht das nicht weiter. Der Druck und die Schuldgefühle werden immer größer. Du quälst dich mit Selbstvorwürfen. Du fragst dich: was kann ich nur tun, um mehr Disziplin aufzubringen, die Aufschieberitis und die Angst vor unangenehmen Aufgaben zu überwinden?

Hilfe ist angesagt

Angst ist eine lähmende Energie. Diese Geschichte ist ein klassischer Fall für eine Beratung oder ein Coaching. Hier kannst du gemeinsam mit deinem Coach beleuchten, was hinter deinem Verhaltensmuster  steckt. Wenn du Wert darauf legst, die Ursache für deine Ängste herauszufinden, kannst du das beispielsweise mittels Hypnose oder Rückführung tun.

In der Trance können Dinge wieder erinnert werden, die vergessen wurden, alte Muster und Verhaltensweisen bewusst gemacht und Blockaden gelöst werden.  Mit Hilfe des Unterbewusstseins werden positive und kreative Lösungen erarbeitet, die du in der für dich angemessenen Zeit in dein Leben integrieren kannst.

Du kannst auch mit EFT arbeiten, der Meridianklopftechnik. Sie wird in der Therapie und in der Selbsthilfe eingesetzt, ist sehr leicht zu erlernen und anzuwenden. EFT wirkt oft da, wo sonst nichts mehr hilft. Es wirkt auch dann, wenn du die Ursachen für deine Angst nicht kennst. 

Mein Sofort-Tipp:

  • Nimm dir nicht zu viel auf einmal vor. Schnell stellt sich sonst ein Gefühl von Überforderung ein.
  • Teile dir deine Vorhaben in kleinere Happen auf.
  • Übelege, welche Dinge du delegieren kannst.
  • Und baue immer einen Zeit-Puffer für unvorhergesehene Dinge ein.
  • Wenn du alleine nicht weiterkommst, hol dir Hilfe. Oft genügt schon ein Gespräch mit einer vertrauten Person.
  • Reicht das nicht aus, suche dir einen Coach, der dich bei deiner Herausforderung unterstützt.

Du darfst es! 🙂

Wann entsteht Stress?

Komfortzone = Sicherheit

Wir alle haben eine so genannte Komfortzone, in der wir uns absolut sicher fühlen. Die Komfortzone kann unsere Wohnung sein, aber auch der Arbeitsplatz, an dem wir schon lange sitzen.

Alles, was uns vertraut ist, was uns ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermittelt und in uns kein Ungehaben auslöst, gehört zur Komfortzone. Auch vertraute Personen, wie Familienmitglieder, enge Freunde und Kollegen, mit denen wir schon sehr lange zusammenarbeiten und die wir kennen.

 

Stress-Entstehung

Stretchingzone = Lernen und Wachstum

Wenn wir unsere Komfortzone verlassen, begeben wir uns die so genannte Stretchingzone. Hier findet Lernen und Wachstum statt. Wir lernen neue Menschen kennen, übernehmen neue Aufgaben im Beruf oder erlernen eine neue Sprache, Sportart, Musikinstrument etc. In der Stretchingzone fühlen wir uns nicht mehr ganz so sicher, wir begeben uns auf unbekanntes Terrain. Wir verspüren am ersten Arbeitstag ein nervöses Kribbeln im Bauch, weil wir die neuen Kollegen noch nicht kennen und noch nicht einschätzen können, ob sie uns wohlgesonnen sind.

Je weiter wir uns von unserer Komfortzone entfernen, desto mehr Stress empfinden wir.  Je anspruchsvoller die Aufgaben sind, die uns gestellt werden, desto mehr macht sich Nervosität oder sogar Angst in uns breit.  Begeben wir uns eine eine Gefahrensituation, z. B. der erste Bungee-Sprung, rast unser Puls und die Angst grenzt an Panik. Ist der Bungee-Sprung geschafft, und sind wir heil und wohlbehalten unten angekommen, zittern wir vielleicht noch eine Weile, doch dann mischen sich die ersten Glücksgefühle dazu. Juchee, wir haben es geschafft, unsere Angst zu überwinden.

Du siehst also, ein klitzekleines bisschen Panik kann helfen, dass wir über uns hinaus wachsen.

Panik- und Todeszone

Bewegen wir uns jedoch über längere Zeit in der Panikzone, ist kein Wachstum mehr möglich. Den äußeren Rand der Panikzone bildet die Todeszone, d. h. wenn die Panik zu groß wird und der Organismus nicht über ausreichende Bewältigungsmechanismen verfügt, stirbt der Mensch. Extreme Schockerlebnisse, wie z. B. über lange Zeit immer wiederkehrende traumatische Erfahrungen, können schwere und schwerste psychische und körperliche Gesundheitsschäden nach sich ziehen. Der physische Tod ist die Folge von maximalem, unaushaltbarem Stress.

 

 

 

Stressauslösende Umstände (Stressoren)

Stressoren aus Arbeitsaufgaben

  • Zu hohe qualitative und quantitative Anforderungen
  • Fehlende Eignung, mangelnde Berufserfahrung
  • Zeit- und Termindruck
  • Informationsfluss und Arbeitstempo
  • Unklare Aufgabenübertragung ,
  • widersprüchliche Instruktionen
  • unerwartete Unterbrechungen und Störungen
  • defekte Arbeitsmittel
  • fehlende Erholung und Entspannung

 Stressoren aus der Rolle

  • Verantwortung
  • Konkurrenzverhalten unter Mitarbeitern
  • Fehlende Unterstützung und Hilfeleistungen
  • Enttäuschung, fehlende Anerkennung
  • Konflikte mit Vorgesetzten und Mitarbeitern
  • Belastungen durch Führungsprobleme

Stressoren aus der Umgebung

  • Umgebungseinflüsse: Lärm, mechanische Schwingungen, Kälte, Hitze usw.
  • Gefahren, Notsituationen
  • Betriebsklima, Informationsmangel
  • Wechsel der Umgebung, der Mitarbeiter und des Aufgabenbereichs strukturelle und räumliche Veränderungen im Betrieb

Persönliche Stressoren

  • Angst vor Aufgaben, Misserfolgen, Tadel und Sanktionen
  • Familiäre Konflikte
  • Dichte und Nähe

Stressoren am Arbeitsplatz

Physische Stressoren
  • Körperliche Schwerarbeit
  • Ungünstige Arbeitshaltung, einseitige körperliche Belastung
  • Nachtarbeit, Arbeit gegen die biologische Rhythmik
  • Lärm, Hitze, Kälte
  • Ungünstige Lichtverhältnisse
  • Gesundheitsschädliche oder lästige Gase, Nebel, Dämpfe, Stäube
  • Schwingungen
 Psycho-mentale und psycho-soziale Stressoren
  • Überforderung und Unterforderung
  • Entscheidungszwang
  • Widersprüchliche Instruktionen
  • Angst (vor Misserfolg, Kontrolle, Sanktionen)
  • Konflikte mir Vorgesetzten, Mitarbeitern (Betriebsklima)
  • Fehlende soziale Unterstützung
  • Arbeiten unter Gefahr
  • Fremdbestimmte Arbeit und Sinnentleerung der Arbeit
  • Fehlende Entscheidungs- und Handlungsspielräume
  • Bedrohung der persönlichen Identität
  • Räumliche Enge (hohe Belegung der Arbeitsräume)
  • Soziale Isolierung

 

Symptome bei körperlicher und emotionaler Belastung

Psychisch:

  • Leistungsabfall
  • Grübeln
  • Schlafstörungen
  • Essstörungen: Appetitlosigkeit
  • Anhedonie (Freudlosigkeit)
  • verminderter Antrieb
  • Gefühl der Gefühllosigkeit
  • Depression
  • Verminderung der sexuellen Appetenz
  • Libidoverlust
  • Konzentrationsstörungen
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Rast- und Ruhelosigkeit
  • Angst
  • Panik

Vegetativ:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Kurzatmigkeit
  • Schwitzen
  • erhöhter Herzschlag
  • erhöhter Blutdruck
  • Übelkeit
  • Magen-/Darmbeschwerden
  • Lebererkrankungen (bis zu Leberzirrhose)
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Nieren- und Harnwegsentzündungen
  • Hautveränderungen (z. B., trockene Haut, dunkle Ränder unter den Augen, Hautrötungen, Hautjucken, allergische Reaktionen)
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Vermehrte Pilzbelastungen
  • Stumpfes Haar (bis Haarausfall)

Veränderung von Mimik, Gestik und Körperausdruck:

  • müder Gesichtsausdruck
  • eingefallene Wangen
  • tiefliegende Augen
  • stumpfer, leerer Blick
  • verlangsamte + reduzierte Bewegungen

Was kannst Du tun, wenn Du solche Symptome bei Dir feststellst?

Ich habe hier enige Beiträge zum Thema Stress und der Umgang damit zusammengestellt:

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Im Zweifelsfall und erst recht im Notfall ist es immer angeraten, Dir professionelle Unterstützung zu holen, entweder durch einen Arzt, Heilpraktiker oder einen psychologisch ausgebildeten Therapeuten oder Coach. Um organische Erkrankungen auszuschließen, ist eine medizinische Untersuchung in jedem Fall sinnvoll und notwendig.