Archiv der Kategorie: Stress

Stress-Zeit

Stress-Therapeutin „schwer im Stress“

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Kaktus- Symbol für Resilienz

Resilienz: 7 Geheimnisse seelischer Abwehrkräfte

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Stand up for your needs – für Deine Bedürfnisse einstehen

Seine Bedürfnisse zu kennen ist das eine, sie zu äußern das andere. Aber für die Befriedigung seiner Bedürfnisse einzustehen und sie durchzusetzen, ist nochmal ein Zacken schärfer.

Kennst Du Deine Bedürfnisse?

Damit meine ich nicht das Verlangen nach etwas, was Dir kurzfristig Befriedigung verschafft und danach immer und immer wieder erzeugt werden muß, um die Leere in Dir zu füllen.

Ich meine echte Bedürfnisse, wie z. B. das Bedürfnis nach Ruhe, das Bedürfnis nach Ordnung oder das Bedürfnis nach Sicherheit.

Ich treffe mich einmal im Monat mit ein paar Berufskolleginnen. Wir sind alle etwa im gleichen Alter und jede von uns hat mit kleineren und größeren Hürden im Leben zu kämpfen. Bei unseren Treffen sprechen wir über unsere beruflichen und privaten Erfolge und Mißerfolge und beratschlagen, wie wir uns gegenseitig unterstützen können. 

Meist kristallisiert sich im Laufe des Abends ein bestimmtes Thema heraus, über das sich dann angeregt ausgetauscht wird. Ich nehme aus unseren Gesprächen oft interessante Impulse und neue Sichtweisen mit, die ich dann die Tat umsetze. Na ja, zumindest versuche ich es. Gestern ergab sich das Thema „Für seine Bedürfnisse einstehen“. 

Das Bedürfnis nach Ordnung und Orientierung

colorful-1172727_640Anke erzählte uns dabei die Geschichte von einer Weiterbildung, die sie vor einigen Jahren machte. Diese Weiterbildung gliederte sich in verschiedene Module. Und in jedem neuen Modul kamen neue Teilnehmer hinzu. 

Die „alten“ Teilnehmer hatten bereits ihre festen Sitzplätze mit den dazugehörigen Sitznachbarn. Und jedes Mal, wenn ein neues Modul begann, setzten die Neuen sich einfach auf den Platz, der ihnen gerade gefiel, und die ganze Sitzordnung geriet durcheinander. 

Anke kam an diesem Tag ein paar Minuten zu spät zum Unterricht, und wie der Teufel es will, saß auf ihrem Stammplatz ein Mann. Er hatte eine Managerposition inne und war es gewohnt, Anweisungen zu geben. Anke schaute sich kurz im Raum um und bemerkte, daß die Sitzordnung völlig durcheinander war. Jeder, auch die alten Teilnehmer, saß auf einem anderen Platz als beim letzten Ausbildungsmodul.

Du sitzt auf meinem Stuhl

Anke war nicht auf den Mund gefallen, ging zu dem Mann und sagte zu ihm: „Das ist mein Platz, Du sitzt auf meinem Stuhl.“ Der Mann schaute sie amüsiert an und meinte nur, sie könne sich ja da vorne in die erste Reihe setzen, da sei ja noch was frei.

Anke bestand jedoch darauf, daß sie auf ihrem Platz sitzen konnte. Ihre beiden Sitznachbarn saßen auch nicht mehr dort, wo sie sonst gesessen hatten. Die anderen Teilnehmer/innen und die Dozentin waren sichtlich genervt von Ankes Beharrlichkeit und meinten, ihr Verhalten sei überzogen. Aber Anke war es nunmal wichtig, daß sie in einer Weiterbildung auf ihrem festen Platz sitzen kann mit den Sitznachbarn, die sie gerne neben sich hat. Es ist ja auch eine Frage der Sympathie und auch der Energie. Man will nicht jeden neben sich sitzen haben und will auch nicht neben jedem sitzen. Und wenn man den ganzen Tag in einer Weiterbildung verbringt, ist es schon wichtig, eine gewisse Ordnung (in diesem Fall Sitzordnung) einzuhalten. Sonst sucht jeden Tag jeder einen neuen Platz. Das war für Anke ein absolutes No-Go. Und dies machte sie auch deutlich.

Stand up for your needs – für Deine Bedürfnisse einstehen

Der Typ auf ihrem Platz schien sichtlich darüber amüsiert zu sein, wie Anke sich ereiferte und immer aufgeregter wurde. Auch die anderen Teilnehmer/innen machten inzwischen ihre Bemerkungen. Aber unsere Anke stand hinter dem Stuhl, auf dem der Typ saß und sagte zu ihm: „Ich bleibe so lange hinter Dir stehen, bis Du aufstehst.“

chaos-485493_640Das imponierte ihm wohl, denn er war es als Manager nicht gewohnt, dass ihm jemand derartig Paroli bot. Lange Rede, kurzer Sinn: Der Typ stand tatsächlich auf und räumte Ankes Platz. 

Doch nicht nur das, plötzlich gab es eine Heidenunruhe im Raum, weil die anderen Teilnehmer auch auf ihre angestammten Plätze wollten, besonders die beiden Kollegen rechts und links von Anke, mit denen sie von Anfang an zusammengesessen hatte.

Nachdem dann jeder seinen neuen bzw. alten Platz eingenommen hatte, konnte der Unterricht endlich beginnen.

Für seine Bedürfnisse einzustehen lohnt sich

Doch glaube bitte nicht, lieber Leser, dass Anke sich bei dieser Aktion wohlgefühlt hätte. Ganz im Gegenteil. Sie fühlte sich sehr alleine gelassen und raunte sogar noch ihre beiden Sitznachbarn an, warum sie ihr ihre Plätze nicht freigehalten hatten. Die ganze Aktion war sehr unschön und war ihr auch sichtlich peinlich. Man sprach noch zwei Tage lang darüber. Anke entschuldigte sich bei den Teilnehmern für die Umstände, machte aber unmißverständlich klar, worum es ihr ging und warum ihr dies so wichtig war. 

Das Ende vom Lied war: Am nächsten Tag gaben die anderen Teilnehmer zu, daß Anke genau richtig gehandelt hatte. Sie hatten sich zwar fürchterlich geärgert, aber nicht über Ankes Verhalten, sondern mehr darüber, daß sie selbst nicht den Mumm gehabt hatten, für ihre Bedürfnisse einzustehen. Viele Teilnehmer bestätigten, daß sie auch gerne auf ihrem alten Platz gesässen hätten, aber als die Neuen diese besetzt hatten, hätten sie sich eben gefügt.

Man könnte jetzt denken, dass Anke wohl etwas engstirnig, kleinkariert oder gar rücksichtslos sei. Aber weit gefehlt. Sie ist eine Frau mit einem herrlichen Humor, die in schwierigen Konfliktsituationen total souverän reagieren kann. Und wenn es um Bedürfnisse geht, die ihr absolut wichtig sind, benennt und erklärt sie das glasklar und steht dafür ein. 

Wer kann das schon von sich behaupten? Kannst Du für das, was Dir wichtig ist, einstehen und es durchsetzen? Nicht mit Gewalt, sondern mit Überzeugungskraft.

Mut kostet Kraft

stone-538794_640Viele nehmen sich heutzutage rücksichtislos, was sie haben wollen, ohne darüber nachzudenken, was das für Konsequenzen haben könnte und ob sie andere damit vor den Kopf stoßen, so wie die neuen Teilnehmer in Ankes Kurs. 

Da war es gut und richtig, dass Anke deutlich gemacht hatte, daß das so nicht geht. 

Allerdings kostete sie diese Aktion ganz schön viel Kraft. Es war ihr keineswegs einerlei, dazustehen und ihre Position zu verteidigen, während alle sie anstarrten und die ganze Aufmerksamkeit auf ihr lag. Aber es mußte sein, und im Endeffekt bekam sie von den anderen die Bestätigung dafür. 

Der Typ, mit dem sie sich um ihren Platz stritt, ist Anke ein guter Freund geworden. Die beiden verstehen sich super und kommen bestens miteinander aus.

Was lernen wir daraus?

cloud-705732_640Wenn Du Deine Bedürfnisse und Motive klar und nachvollziehbar zum Ausdruck bringst, gibst Du anderen die Möglichkeit, Dich besser zu verstehen und sich entsprechend zu verhalten. Menschen brauchen Orientierung und klare Ansagen. Damit fahren sie am besten. Leider können nur wenige solche klaren Ansagen machen, ohne anderen damit Schaden zuzufügen. 

Und es braucht Mut, sich gegen die versammelte Mannschaft zu stellen und sich zu behaupten. Doch bei Anke hat es zum Erfolg geführt, und für die anderen war es auch nicht zum Nachteil. 

„Die Gewohnheit des Denkens sagt nichts über dessen Richtigkeit aus.“

- Thorwald Dethlefsen -

Schizophrenie oder PTBS?

Es kommt leider immer wieder vor, dass die Diagnose „Schizophrenie“ bzw. eine so genannte schizophreniforme Störung gestellt wird, obwohl es sich um posttraumatische Belastungssymptome handelt. Das ist deswegen so fatal, weil Menschen mit der Diagnose Schizophrenie einen Stempel aufgedrückt bekommen, den sie nicht wieder loswerden. Sie werden als Psychopathen verschrien, als Irre oder dergleichen. Die Folgen können verheerend für das weitere Leben sein.

Wie unterscheide ich eine Schizophrenie von einer PTBS (posttraumatische Belastungsstörung)?

Wenn ein Mensch vor Dir steht, der ängstlich ist, unruhig herumzappelt, bei jeder Bewegung, die Du machst, erschreckt und sich bedroht fühlt oder aggressiv wird, wenn Du ihm einen Schritt zu nahe kommst… oder wenn er in sich gekehrt ist, kaum Kontakt zur Außenwelt aufnimmt, seine Affekte so flach sind, dass Du kaum eine Regung wahrnehmen kannst… wenn er von irrealen Gefühlen und Empfindungen spricht, wie z. B. „ich fühle mich wie unter Strom“ oder wenn er sagt, dass er seine Gliedmaßen nicht spürt… wenn er seine Gliedmaßen nicht bewegen kann… wenn er Dir mitteilt, er habe das Gefühl, seine Haut würde brennen oder wenn er Dir auf Deine Frage eine ganz andere Antwort gibt als das, was gefragt war… wenn er Stimmen im Kopf hat, die immer wieder auf ihn einreden, ihn verhöhnen oder auslachen… wenn er beschreibt, dass er nicht mehr Herr seiner Gedanken und seiner Gefühle ist… würdest Du diesen Menschen als schizophren bezeichnen?

Auf den ersten Blick vielleicht ja. Die Symptomatik könnte darauf hindeuten, dass es sich nach schulmedizinischer Lehre um eine schizophreniforme Erkrankung handelt. Es könnte sich aber auch genauso gut um posttraumatische Stress-Symptome handeln. Das wird leider allzu oft verkannt. Viele Behandler schauen nur auf die Symptome und versuchen sie sogleich einzuordnen. Zusammengezählt ergibt sich dann dieses oder jenes „Störungsbild“.

Ursachen suchen – Zusammenhänge erkennen

Dabei ist es von großer Bedeutung, nicht nur auf die Symptome zu schauen, die augenscheinlich sind, sondern auch nach einem möglichen Auslöser in der Lebensgeschichte des Betroffenen zu suchen, nach der Ursache für die Symptomatik. Dies ist bei posttraumatischem Stress genauso wichtig wie bei anderen psychischen Beeinträchtigungen. Gerade traumatischer Stress kann Symptome nach sich ziehen, die nach der Schulmeinung als psychotisch einzuordnen sind. Psychotisch heißt, wenn Betroffene beispielsweise von wahnhaften Verfolgungs- oder Beeinträchtigungsgedanken geplagt werden oder von körperlichen Missempfindungen, wie Taubheitsgefühlen oder dem Gefühl, körperlich berührt worden zu sein. Diese Symptome, die als psychotisch gelten, können auch bei schweren traumatischen Erlebnissen vorkommen, z. B. nach einer Vergewaltigung, nach körperlicher Folter oder immer wieder kehrenden körperlichen und psychischen Gewalterfahrungen, wie z. B. ritualisierte Gewalt.

Es muss auch daran gedacht werden, dass Menschen mit zahlreichen oder immer wiederkehrenden Traumata mit der Zeit tatsächlich ‘wahnsinnig’ werden können. Dies gilt nicht nur für Opfer, sondern auch für Täter. Wer anderen Menschen ständig und immer wiederkehrend Gewalt zufügt, kann dabei in einen regelrechten Blutrausch geraten und total irre werden. Oft wird Folterknechten oder Terroristen selbst schlimmste (sexualisierte) Gewalt angetan, damit sie auf Befehl funktionieren.

Wenn sie dann ihrerseits anderen Menschen Gewalt zufügen, befinden sie sich meist in einem dissoziativen Zustand, d. h. sie haben im Anschluss an die Tat keine Erinnerung mehr daran, was sie getan haben und gehen ihrer gewohnten Arbeit nach. Terroristen werden entsprechend ausgebildet. Die Befehlshaber wissen genau, wie sie Menschen in eine Dissoziation führen können und wieder hinaus. Wenn z. B. Selbstmordattentäter mit einem Gürtel um den Bauch in eine Menschenmenge geschickt werden, wurden sie vorher meist sexuell gefoltert und befinden sich in einem dissoziativen Zustand (Dissoziation ist ein Überlebensmechanismus, d. h. das Gehirn koppelt die schlimmsten Erfahrungen vom Alltagsbewusstsein ab, weil das Grauen sonst unerträglich wäre). In diesem Zustand können sie die Tat ausführen, ohne über mögliche Folgen oder gar den eigenen Tod nachzudenken.

Für Opfer von z. B. ritualisierter sexueller Gewalt gilt dasselbe entsprechend. Sie werden von den Tätern Schritt für Schritt in die Dissoziation geführt, in diesem Zustand missbraucht und danach Schritt für Schritt wieder aus der Dissoziation herausgeführt in den normalen Alltag. Die Opfer verbringen den Rest des Tages ganz normal, und wenn man sie fragt, wie ihr Tag war, sagen sie: Gut, alles in Ordnung. Und sie empfinden es auch als in Ordnung, weil sie an den Missbrauch sowie die unmittelbare Zeit davor und danach keine Erinnerung haben.

Es ist so lange alles in Ordnung, bis so genannte Trigger (= Auslöser), wie z. B. bestimmte Gerüche, Formen, Farben, Gestalten, Klänge etc. dafür sorgen, dass der Betroffene plötzlich aus heiterem Himmel anfängt zu schreien, eine Panikattacke bekommt oder in Apathie verfällt und ‘wirres’ Zeug redet. Für den Betroffenen ist es so, als erlebte er das Schreckliche jetzt in diesem Moment, obwohl es schon eine Zeitlang zurückliegt und es dabei in Wirklichkeit um eine Erinnerung handelt, die lange verdrängt im Unterbewusstsein schlummerte und jetzt hochpoppt.

Diese Menschen sind nicht schizophren. Schizophren oder psychopatisch sind die Drahtzieher dahinter, meist geschulte Leute, die genau wissen, wie das menschliche Gehirn und die Psyche funktionieren. Sie sind die wahrhaft Kranken und gehören aus dem Verkehr gezogen.

Werden posttraumatische Belastungssymptome nicht rechtzeitig und nicht richtig behandelt, können sie chronifizieren und extreme Ausmaße annehmen, die dann in der Tat schizophrenie-ähnlich anmuten können.

Bei der Diagnosestellung – speziell bei der Unterscheidung Schizophrenie oder PTBS – gibt es so viele Faktoren zu berücksichtigen, weshalb die Frage nach der Kausalität von immenser Bedeutung im Umgang mit den Betroffenen ist.

Aber die Frage nach der Ursache interessiert unser Gesundheitssystem oder besser gesagt unser Krankheitserhaltungssystem nicht. Eine Referatsleiterin im Bundesgesundheitsministerium hat mir einmal persönlich gesagt, dass nach den Ursachen nicht geschaut werde, es würden immer nur die Symptome behandelt. Etwas anderes sei in unserem Gesundheitssystem nicht vorgesehen. So, jetzt weißt Du’s.

Leitsymptome der Schizophrenie

Es gibt unterschiedliche Arten von Schizophrenie mit unterschiedlichen Symptombildern. Leitsymptome sind:

Formale Denkstörungen (zerfahrenes, sprunghafter Gedankengang ohne logischen Zusammenhang, Sprache bruchstückhaft bis Wortsalat, Sprachverarmung, plötzliches Abreißen des zunächst flüssigen Gedankens)

Inhaltliche Denkstörungen (Wahn, z. B. Verfolgungswahn, Vergiftungswahn, hypochondrischer Wahn etc., wahnhafte Fehlinterpretationen einer realen Wahrnehmung)

Ich-Störungen (Fremdbeeinflussungserleben = Denken und Handeln erscheinen als von außen gelenkt; Gedankenentzug, Gedankeneingebung, Depersonalisation = der Körper und das Ich bilden keine Einheit mehr, die Grenzen zwischen Ich und Umwelt sind durchlässig; Derealisation = Empfinden von räumlicher Veränderung, Entfremdung der Umwelt, Empfinden des Unwirklichen, Gespenstischen)

Wahrnehmungsstörungen (akustische, optische oder taktile Halluzinationen, Leibhalluzinationen = abnorme Körperempfindungen, wie z. B. das Gefühl des Schrumpfens oder das Gefühl, von elektrischem Strom durchströmt zu werden)

Affektstörungen (emotionale Verarmung und Isolation, mangelnder emotionaler Kontakt, leere Heiterkeit oder Albernheit, inadäquate Affekte = Gefühlsausdruck und Erlebnisinhalt passen nicht zusammen, unpassende Mimik)

Katatone Störungen (starke motorische Unruhe mit z. T. stereotypen Bewegungsabläufen, Erregungszustände , Schreien, Grimmassieren, Störungen der Psychomotorik, bizarre Haltungen, Haltungsstereotypien etc.)

Suizidalität und Aggressivität (Suizidgefahr durch befehlende Stimmen und Angstzustände oder Verfolgungswahn; Fremdgefährdung durch z. B. Angriff auf vermeintlichen Verfolger)

Die drei häufigsten Varianten der Schizophrenie

Bei der paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie stehen Wahnerlebnisse und Halluzinationen im Vordergrund. Es ist das häufigste Erscheinungsbild schizophrener Störungen. Die Symptomatik beginnt meist ab dem 40. Lebensjahr.

Die katatone Schizophrenie ist geprägt von Störungen des Antriebs sowie der Willkürbewegungen. Dabei kommt es zu Schwankungen zwischen katatonem Stupor (Erstarrung) und katatoner Erregung. Beim Stupor ist der Betroffene bei klarem Bewusstsein und nimmt die Vorgänge in seiner Umgebung mit besonderer Empfindlichkeit wahr. Er ist jedoch aufgrund seiner Bewegungsunfähigkeit nicht in der Lage, daran teilzunehmen. Wenngleich Angst, Wahn und Halluzinationen nicht im Vordergrund stehen, so sind sie für den Betroffenen doch besonders quälend.

Bei der hebephrenen Schizophrenie handelt es sich um eine Form, die besonders junge Menschen meist vor dem 30. Lebensjahr betrifft. Affektstörungen, formale Denkstörungen (ungeordnet, zerfahren, weitschweifig), Störungen des Sozialverhaltens und Manierismen (= bizarre, verzerrte oder verschnörkelte Bewegungsabläufe, die in dieser Situation unsinnig erscheinen), bestimmten das Erscheinungsbild.

Behandlung von Schizophrenie

Die Behandlung bei Menschen mit akuter Schizophrenie erfolgt in der Regel stationär und mit Psychopharmaka (Antipsychotika, Antidepressiva, Beruhigungsmittel etc.). Eine Behandlung wird ggf. auch gegen den Willen des Betroffenen mittels einer behördlichen Unterbringung durchgeführt. Neben der Pharmakotherapie ist auch eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll, z. B. Soziotherapie zur Förderung der Eigenaktivität, Förderung der Fähigkeit zur Entwicklung von Bewältigungsstrategien, lebenspraktische Maßnahmen im Bereich Arbeit, Freizeit und Wohnung; Verhaltenstherapie zur Verbesserung der sozialen Kompetenz; Arbeits- und Beschäftigungstherapie und weitere Reha-Maßnahmen.

Behandlung von PTBS

Eine Posttraumatische Belastungsstörung braucht ggf. auch Medikamente, aber nicht zwangsläufig. Antidepressiva, angstlösende und beruhigende Medikamente können zum Einsatz kommen, hin und wieder auch Antipsychotika. Dies muss individuell abgestimmt und entschieden werden. Es gibt viele Betroffene, die prima ohne Medikamente auskommen oder allenfalls ein homöopatisches Mittel nehmen. Auch eine stationäre Behandlung ist nicht unbedingt erforderlich. Die psychotherapeutische Behandlung von posttraumatischem Stress sollte nicht in erster Linie aus einer Verhaltenstherapie bestehen.  Leider wird dies aber in vielen Fällen so gemacht, weil es sich über die Krankenkassen abrechnen lässt. Für die Betroffenen ist eine Verhaltenstherapie bei PTBS mitunter fatal. Sie brauchen eine speziell auf ihre Bedüfnisse ausgerichtete Traumatherapie. Viele Therapeuten verfügen aber gar nicht über die entsprechende Zusatzqualifikation. Es genügt auch nicht, ein Wochenendseminar in EMDR zu belegen und zu glauben, man könne Traumatherapie machen. Leider kommt dies immer wieder vor. Die Wartezeit auf einen angemessenen Therapieplatz beträgt viele Monate, bis zu einem Jahr und länger.

Differentialdiagnose bei Schizophrenie

Schulmedizinische Diagnosen können ein Fluch sein, aber für manche auch ein Segen. Menschen, die ihre Diagnose kennen, können sich dadurch sehr erleichtert fühlen. Sie haben dann das Gefühl, etwas Greifbares in der Hand zu haben, endlich Gewissheit zu haben, was mit ihnen los ist. Für andere wiederum bedeutet eine Diagnose etwas Endgültiges, oft auch Stigmatisierendes. Oft kommen Angst und das Gefühl von Hilflosigkeit hinzu. Das kann zu einer großen Belastung werden. Im GK3 für Psychiatrie, der Bibel für alle angehenden Psychiater oder Psychotherapeuten, sind folgende Differentialdiagnosen aufgeführt:

  1. Schizophrenietypische Symptome über mind. 1 Monat
  2. organische Psychosen (z. B. Delir)
  3. psychotische Symptome bei Suchterkrankungen
  4. Akute, schizophrenieforme psychotische Störungen (kurze reaktive Störung, weniger als 1 Monat)
  5. Persönlichkeitsstörungen (paranoide, schizotype und schizoide)
  6. Akute bzw. anhaltende wahnhafte Störung

Wo bleiben hier die Symptome einer posttraumatischen Belastungsreaktion, wie z. B. dissoziative Reaktionen, wie Stupor, Krampfanfälle, Depersonalisation, Derealisation und dergleichen. Auch die gehören in die Differentialdiagnose bei Schizophrenie. Denn die Symptome sind oft sehr ähnlich und müssen vor der endgültigen Diagnosestellung unbedingt abgeklärt und abgegrenzt werden. Man könnte die Symptome der PTBS auch im Punkt 1 „Schizophrenietypische Symptome über mind. 1 Monat“ unterbringen. Aber gerade dieser Punkt ist ja ein Kriterium, das für die Diagnose Schizophrenie spricht. Vielleicht kann mir jemand erklären, warum der Punkt 1 im GK3 differentialdiagnostisch aufgeführt ist.

Schizophrenie oder PTBS?

Ich weiß, dass die differentialdiagnostische Abgrenzung nicht einfach ist, gerade bei Schizophrenie. Sogar erfahrene Ärzte und Therapeuten tun sich damit schwer. Ich kenne Fälle, in denen eine Schizophrenie diagnostiziert wurde, und im Nachhinein stellte sich heraus, dass es sich in Wirklichkeit um posttraumatische Stress-Reaktionen gehandelt hatte.

Ich hatte vor ein paar Jahren (ich war gerade mit meiner Ausbildung fertig) mit einer betroffenen Frau ein langes Telefongespräch. Sie erzählte mir, dass bei ihr eine Schizophrenie diagnostiziert worden war, sie aber der Meinung sei, dass es sich bei ihr um posttraumatische Belastungssymptome handelte. Sie erzählte mir, was ihr alles passiert war.

Ich hatte bei ihren Schilderungen zunächst auch den Eindruck gewonnen, dass an der Diagnose Schizophrenie etwas dran sein könnte. So berichtete sie beispielsweise von „Wellen“, die immer über sie kommen würden. Auf mein Nachfragen konnte sie nicht weiter sprechen. Sie stammelte, ihre Gedanken rissen ab und sie konnte den Faden nicht wieder aufgreifen. Allerdings hatte ich die Frau nur am Telefon und nicht persönlich vor mir sitzen, so dass ich ohnehin keine Vermutung hätte äußern können, um was es sich wirklich handelt.  Abgesehen davon bleibt die Diagnosestellung „Schizophrenie“ allein Psychiatern vorbehalten.

Lange Rede – kurzer Sinn: Fakt war, dass die Frau einfach zu viele schreckliche Dinge erlebt hatte und nicht in der Lage war, sie chronologisch zu schildern. Es stellte sich weiterhin heraus, dass diese „Wellen“ keineswegs abnorme wahnhafte Empfindungen waren. Die Frau konnte lediglich ihre Empfindungen und Eindrücke nicht mit den passenden Worten beschreiben, weil sie durch die traumatischen Erlebnisse noch so beeinträchtigt war. Die Symptome waren in der Zwischenzeit chronifiziert, da sie nicht bzw. unsachgemäß behandelt wurden. Mit einer Schizophrenie hatte ihre Symptomatik so viel zu tun, wie der Papst mit dem Kamasutra.

Achtsamkeit bei der Diagnosestellung

Ich unterstelle den meisten Medizinern, Psychiatern und Psychotherapeuten eine förderliche Einstellung zu ihrer Arbeit und ihren Patienten.

Leider werden immer wieder Fehldiagnosen, fehlerhafte oder falsche Gutachten erstellt und Fehlbehandlungen durchgeführt. Es wird wohl die unterschiedlichsten Gründe dafür geben, je nachdem, welchen Interessen(gruppen) hier gedient werden soll.

Deshalb möchte ich Sie, verehrte Fachkräfte und angehende Fachkräfte im Bereich Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie, herzlich bitten, mit Menschen, die sich vertrauensvoll in Ihre Hände begeben, besonders achtsam und behutsam umzugehen. Wenn Sie den Menschen wohlgesonnen sind, schauen und hören Sie einmal mehr hin, bevor Sie eine endgültige Diagnose stellen oder ein Gutachten schreiben. Fragen Sie nach Hintergründen und suchen Sie nach Zusammenhängen, auch wenn unser aktuelles Gesundheitssystem das nicht vorsieht. Es kann nicht sein, dass wir gezwungen werden sollen, die Kausalität von Erkrankungen sowie die Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche zu ignorieren, nur weil es ein paar wenigen so gefällt.

Erinnern Sie sich daran, warum Sie Arzt oder Therapeut geworden sind.

Man könnte noch so viel zu diesem Thema sagen, aber an dieser Stelle soll es genug sein. Mehr dazu in meinen nächsten Blog-Artikeln.


Literatur:

Poehlke, T. (2009): GK3 Psychiatrie. Original-Prüfungsfragen mit Kommentar. – 17. Auflage, Thieme Verlag

Echte Freunde

„Echte Fründe ston zesamme,
ston zesamme su wie eine Jott un Pott.
Echte Fründe ston zesamme,
eß och dih Jlöck op Jöck un läuf dir fott.
Fründe, Fründe, Fründe en dr Nut,
jon´er hundert, hundert op e Lut...“ (Übersetzung am Ende des Artikels)

Ja, ja, ich weiß: Karneval ist vorbei. Der Aschermittwoch hat die närrische Zeit beendet und die Fastenzeit eingeläutet. Trotzdem möchte ich heute dieses Kölsche Lied  der Höhner zitieren, das nicht nur zur Karnevalszeit hochaktuell ist, sondern jeden Tag im Jahr. Denn in der Not kann man gute Freunde immer gebrauchen, gell. Leider gibt es so wenige davon, ich meine, die echten! Manchmal sonnen sich andere einfach nur in unserem Licht oder heften sich an uns wie die Schmeißfliegen, und wenn’s dann mal brenzlig wird, schwirren sie davon, wie selbige. Echte Freunde sind mit Gold nicht aufzuwiegen...

Was macht für Dich eine echte Freundschaft aus?

Tust Du Dich schwer mit dem Begriff Freundschaft? Warum nennt man den einen Freund und der andere, mit dem man viel mehr und öfter zu tun hat, ist ’nur’ ein Bekannter? 

Wie viele Menschen gibt es, die Du Freunde nennst? Nein ich meine nicht Deine Facebook-Freunde und nicht Deine Kumpel, auch nicht die guten Bekannten oder die alten Bekannten. Eine Thekenbekanntschaft ist kein Freund. Obwohl natürlich aus einer Bekanntschaft eine Freundschaft werden kann.

Wie genau definierst Du Freundschaft? Wann darf sich jemand Dein Freund oder Deine Freundin nennen?

Mein Lebensgefährte hat einen Freund, mit dem er seit der 3. Klasse befreundet ist. Die beiden haben ihre Kindheit und Jugend miteinander verbracht, haben (Liebes-)Kummer und Freude geteilt, sind zusammen mit einer alten Rostlaube nach Paris gefahren, haben geheiratet, Trauzeugen und Patenschaften übernommen und was man halt so macht als Freunde. Heute sind beide über 60 und  immer noch befreundet. Die gemeinsamen Unternehmungen sind weniger geworden, man sieht sich nicht mehr so oft wie früher, aber es wird mindestens zweimal im Monat miteinander telefoniert. Wenn wir zusammen sind, werden die alten Geschichten von früher erzählt, und wir schmeißen uns jedesmal weg vor Lachen. Einmal hat mein Lebenspartner sogar für seine Freunde, die in Not waren, seinen Job gekündigt, weil der Chef ihm keinen Urlaub geben wollte, um zu ihnen zu fahren und ihnen zu helfen.

Ich habe eine Freundin, die ich nur sehr unregelmäßig sehe und spreche. Da ich in Berlin wohne und sie am Bodensee, telefonieren oder skypen wir meistens miteinander. Ich nenne sie Freundin, weil ich mit ihr meine tiefsten Gedanken teile und sie die ihren mit mir. Sie ist meine Freundin, weil sie mir keinen Schmu um die Backe streicht, sondern mir die Wahrheit knallhart ins Gesicht sagt (liebevoll, aber unverblümt). Wir hauen uns unsere Wahrheiten um die Ohren. Wir bauen uns gegenseitig auf und wachsen aneinander und miteinander. Manchmal sprechen wir uns viele Monate (zuletzt sogar über ein Jahr) nicht. Und dennoch ist es so, als hätten wir uns gestern erst gesehen. Wir haben eine tiefe Herzensverbindung, ich würde sogar sagen, Seelenverbindung.

Für mich hat eine Freundschaft nichts damit zu tun, wie oft man sich sieht, spricht oder wie oft man miteinander ausgeht. Freundschaft heißt für mich, da zu sein. Ich weiß, dass meine Freundin vom Bodensee da ist. Und ich bin auch da, nicht nur für sie , auch für andere Menschen, mit denen ich befreundet bin und die ich lange nicht gesehen habe. Da sein bedeutet nicht, an einem bestimmten Ort zu sein. Verstehst Du, was ich meine? 

„Wenn ein Schicksalsschlag dich trifft,
musst du einen Freund haben,
dem du trauen und auf den du bauen kannst.“

(Mr. Hobbs in „Der kleine Lord“)

Hast Du eine Freundin oder einen Freund, die Du nachts um drei anrufen kannst, wenn es sein muss? Gibt es Menschen, die Dich nachts um drei anrufen können?

Jemanden zu haben, bei dem man sich ausweinen und bei dem man sich Erdrückendes von der Seele reden kann, hat etwas unglaublich Entlastendes und Befreiendes. Das offene Ohr eines Freundes bei einem Glas Bier bewirkt manchmal mehr als ein Gespräch bei einem Therapeuten. Es muss auch nicht immer gleich eine Lösung her, zuhören reicht oft schon. 

Der Begriff „Freund“ oder „Freundin“ wird teilweise sehr lax verwendet. Und obwohl ich nicht jeden meinen Freund nennen würde, ist es bei mir dennoch so, dass sich Begriffe wie „Freunde oder Freundschaft“ irgendwie aufzulösen scheinen. Sie haben für mich nicht mehr diesselbe Bedeutung wie früher. Ich merke, dass, je mehr ich in mir zuhause bin, ich gar keine Freunde mehr habe. Das klingt seltsam und widersprüchlich, nicht wahr? Und doch fühlt es sich total richtig an. Denn das Gefühl, dass ich in mir habe, geht über Freundschaft weit hinaus. Es ist ein Gefühl von bedingungsloser Annahme, von Liebe zu allem was ist. Es gelingt mir nicht immer, dieses Gefühl über mehrere Stunden oder gar einen ganzen Tag zu halten. Aber ich rufe es mir immer wieder in Erinnerung und übe und übe und übe... Smily-rot

Hier eine kleine Übung für Dich. Beantworte Dir selbst einmal folgende Fragen:

Wen liebst Du?
Wer darf Dich lieben?
Wofür bist Du dankbar?
Wem vertraust Du?
Kannst Du Dich selbst lieben?


Wenn Du nicht aus dem Rheinland kommst oder des Kölschen Dialektes nicht mächtig bist, hier eine Übersetzung und Erklärung des Refrains von „Echte Fründe“:

Echte Freunde halten zusammen,
halten zusammen wie ein Gott und Pott (urkölsches Familiencredo: Wir beten zu einem Gott und essen aus einem Topf; Abk. ‘Jott un Pott’)
Echte Freunde halten zusammen,

ist auch dein Glück unterwegs und läuft dir fort.
Freunde, Freunde, Freunde in der Not,
gehen hundert, hundert auf ein Lot...
(Lot = alte Gewichtseinheit, ca. 14 – 18 g. Bedeutung: Die Freundschaft von 100 „Freunden“ wiegt gerade mal so viel wie 1 Lot, d. h. es bleiben Dir in der Not nicht viele Freunde übrig. Wenn Du Glück hast, gerade mal einer, und das ist dann eben ein echter Freund.)

Zeit für Dich: Dein schöner Tag in 7 Schritten

Nichts planen wir so akribisch, wie unseren Urlaub. Meist wissen wir schon, wohin wir reisen wollen, ob es ein Strand- oder ein Aktivurlaub werden soll, ob wir in die Sommerfrische fahren oder lieber einen Winterurlaub machen. Wir wälzen Prospekte oder schauen im Internet nach günstigen Reiseangeboten. Wir haben auch eine genaue Vorstellung davon, was wir im Urlaub erleben möchten. Dementsprechend planen wir unser Ausflugs- und Erlebnisprogramm. Natürlich müssen dafür die richtigen Klamotten eingepackt und ggf. noch eingekauft werden. Der Gedanke an den Urlaub zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht, und wir erledigen die Vorbereitungen mühelos und mit einer kindlichen Freude. Wie Du diese Freude auch in Deinem Alltag erleben kannst, verrate ich Dir in diesem Artikel.

Mach Dir einen schönen Tag

Du arbeitest  viel, hast Stress und freust Dich auf Deinen wohlverdienten Jahresurlaub. Endlich mal wieder ein paar Wochen am Stück ausspannen. Vielleicht kannst Du Dir aber auch keinen Urlaub leisten und bist frustriert, weil Dein Alltag nur aus Arbeit und Überlebenskampf besteht. Dann ist es für Dich vielleicht umso schwieriger, zu entspannen oder gar auszuspannen.

Ja, es ist ist schwierig, aber nicht unmöglich. Und deshalb ist es wichtig, Deinen Tag zu planen, so wie Du einen Urlaub planen würdest.

Was brauchst Du dazu?

Nun, zunächst einmal brauchst Du Deine Erlaubnis. Ja, denn ohne die geht’s nicht. Wenn Du Dir selbst nicht gestattest, einen schönen Tag zu erleben, dann wird es auch nichts. Schnell wirst Du 1000 Ausreden parat haben, warum Du „keine Zeit“ hast, einen schönen Tag zu erleben. Die Kinder, der Haushalt, die kranke Großmutter, das knappe Budget usw.

Dabei muss Dein schöner Tag nicht viel kosten, ja er kann sogar ganz ohne finanziellen Aufwand gestaltet werden. Es kommt halt darauf an, wie Du diesen Tag erleben möchtest.

Zeit für Dich: Dein schöner Tag in 7 Schritten

Um Deinen Tag zu planen stelle Dir folgende Fragen:

1.  Vorstellung

  • Wie soll Dein Tag beginnen?
  • Vielleicht mit einer Tasse Kaffee oder Tee?
  • Danach eine Dusche?
  • Ein ausgiebiges Frühstück...?

2. Worauf hast Du Lust?

  • Was willst Du mal wieder machen?
  • Was hast Du schon lange nicht mehr gemacht?
  • Was lässt sich an einem Tag gut bewerkstelligen?
  • Brauchst Du Action oder Ruhe?

3. Wo soll es hingehen?

  • Bleibst Du zuhause oder in Deinem Wohnort?
  • Oder fährst Du raus (über die Stadtgrenze, aufs Land etc.)?
  • Wie kommst Du dahin und wieder zurück?

4. Wen nimmst Du mit?

  • Reist Du alleine?
  • Oder in Begleitung?

5. Was kostet der Spaß?

  • Was darf Dein schöner Tag maximal kosten (Fahrtkosten, Eintritt, Verpflegung etc.)?
  • Wie kannst Du Dir das Geld dafür beschaffen (möglichst ohne Schulden zu machen)?
  • Lässt sich Dein schöner Tag auch ohne zusätzliche Kosten gestalten?

6. Was musst Du im Vorfeld organisieren, um Deinen Tag durchführen zu können?

  • Babysitter organisieren
  • Haustiere versorgen oder woanders unterbringen
  • Pflege eines Angehörigen delegieren
  • Urlaub beantragen etc.

7. Termin festlegen

Mach einen festen Termin und organisiere alles auf diesen Termin hin. Sonst wirst Du es wahrscheinlich nie tun.

Dieser Tag gehört nur Dir, er ist nur für Dich. Du hast ihn Dir verdient, einfach so, weil Du da bist, nicht weil Du vorher eine Leistung vollbracht hast. Das ist nämlich einer der größten Denkfehler, die wir fast alle machen. Wir denken, wenn wir nichts geleistet haben, dürfen wir auch nicht „belohnt“ werden. Dein schöner Tag hat aber nichts mit Belohnung zu tun, sondern mit Liebe und Wertschätzung Dir selbst gegenüber. Und wenn es Dir gut geht, geht es Deinen Lieben auch gut. Es ist ja nicht so, als würdest Du nur an Dich denken, nicht wahr? Du versorgst Deine Familie, bist für Deine Freunde da, die Kollegen brauchen Dich usw. Menschen, die nur an sich denken, haben diese Gewissensbisse nicht, die machen einfach, was ihnen gefällt, ohne Rücksicht auf Verluste. Aber das bist ja nicht Du.

Erlaube Dir, etwas für Dich zu tun, plane Deinen schönen Tag und dann genieße ihn in vollen Zügen. Gedanken an Reue oder Gewissensbisse lass beiseite. Die vermiesen Dir nur die Stimmung und machen Deinen schönen Tag in Nullkommanix zunichte. Und das wäre äußerst schade, denn damit hättest Du nichts gewonnen, außer noch mehr Frust. Und das willst Du ja nicht und Deine Lieben sicher auch nicht.

Wenn Du Dir keinen ganzen Tag genehmigen willst oder kannst, dann wenigstens ein paar schöne Stunden.

Ideen für einen schönen Tag (oder ein paar schöne Stunden)

  • Mal wieder ein Konzert besuchen
  • Für Freunde kochen
  • Pläne für die Zukunft machen
  • Im Mondschein schwimmen
  • Den Sonnenaufgang/Sonnenuntergang feiern
  • Eine Wanderung mit Rucksack über Stock und Stein
  • Alle gelben Blumen auf einer Wiese zählen
  • Mal wieder einen Schneemann bauen
  • Mit der besten Freundin / dem besten Freund Klingelmännchen spielen
  • Menschen besuchen, die Du lange nicht gesehen hast
  • Barfuß über eine nasse Wiese laufen
  • Auf einer Parkbank sitzen und die Natur bewundern
  • Einer Biene bei der Arbeit zusehen...
Wann wirst Du Dir erlauben, Zeit für Dich zu haben?

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Freude bei der Vorbereitung Deines Tages.

Angst frisst die Seele auf: Warum Bewusstseinsarbeit so wichtig ist

Angst ist eine starke negative Kraft. Angst lähmt. Angst wirkt zerstörerisch.  Aus Ängsten entwickeln sich Minderwertigkeitskomplexe, Depressionen, Panik und Phobien. Angst bringt die meisten Menschen dazu, falsche Entscheidungen zu treffen. Aus Angst treffen Menschen oft gar keine Entscheidung. Das führt dazu, daß die meisten im Leben nicht richtig weiterkommen, resignieren, zuerst ihre Träume und schließlich sich selbst aufgeben.

Angst frisst die Seele auf

In meinem Blog-Beitrag „Wenn Dich mal wieder die Angst packt“ habe ich bereits über die Entstehung von Ängsten geschrieben und wie sie sich auf unser Leben auswirken. Angst ist für die Machthaber dieser Welt der wichtigste Kontrollmechanismus, um Menschen, Gemeinden, ja ganze Völker in Unwissenheit und Sklaverei zu halten.

Wenn Du denkst, daß ich übertreibe, dann schau Dir die Weltgeschichte einmal an (nein, ich meine nicht die herkömmlichen Geschichtsbücher, darin wirst Du die Wahrheit nicht finden). Du mußt schon hinter die Kulissen schauen, jenseits des Mainstreams, und Dir Deine eigene Meinung bilden.

„Die Herrschenden haben uns intelligent genug gemacht, damit wir uns selbst versklaven, jedoch nicht intelligent genug, das auch zu erkennen.“
- Daniel Prinz -

Um zu erkennen, was hier läuft, wie und warum wir in Angst und Knechtschaft gehalten werden, ist es wichtig, ja so gar unabdingbar, daß wir über unseren Tellerrand hinausschauen und unser Bewußtsein erweitern. Das bedeutet unter anderem, daß wir die Dinge hinterfragen, die uns täglich geschehen. Warum müssen wir zum Beispiel für alles bezahlen? Wo wir doch angeblich als freie Menschen geboren werden und uns Lebensmittel und Waren kostenlos zur Verfügung stehen müßten? Hast Du Dich das jemals gefragt? Wer profitiert davon, daß Du und ich für alles, ja wirklich für alles bezahlen müssen, während die Machtelite niemandem Einblick in ihre Finanzen gewähren muß, wie zum Beispiel der Vatikan? 

Nun, um das zu ergründen, müßte ich einen sehr großen Sprung machen, der einige tausend Jahre zurückgeht, als nämlich die ersten Geldverleiher die Szenerie betraten und der Zins und Zinseszins erfunden wurde. Zurück in eine Zeit, in der Herrscher auf ihren Raub- und Eroberungszügen ganze Landstriche verwüsteten und abertausende von Menschen den Tod fanden. Und zurück in die Zeit, in der die klassische Sklaverei abgeschafft und stattdessen die Lohnarbeit eingeführt wurde = moderne Sklaverei.

Aber ich will das hier gar nicht ausschmücken. Dazu kannst Du Dich selbst belesen, wenn es Dich denn wirklich interessiert. Das Internet ist voll von Informationen diesbezgülich.

Menschen haben vor vielem Angst, z. B. vor Jobverlust und damit einhergehenden finanziellen Einbußen, Angst vor Gesichtsverlust, Angst, nicht anerkannt zu werden, nichts wert zu sein uvm.

Du mußt Dein Bewußtsein erweitern, wenn Du (wieder) in Deine Kraft kommen willst.

Warum ist dies so wichtig?

Das nachfolgende Schautafel zeigt die verschiedenen Bewußtseinsebenen von David R. Hawkins, einem amerikanischen Arzt, Bewußseinsforscher und spirituellen Lehrer.

Hawkins’ Hauptanliegen war die Förderung der Spiritualität im Menschen. Nach seiner Erfahrung ist spirituelles Wachstum das grundlegendste und tiefgreifendste Mittel zur Linderung von Leid in dieser Welt.

In über 30-jähriger Forschungsarbeit schlüsselte Hawkins die menschlichen Bewußtseinsebenen mittels kinesiologischer Tests in einer „Skala des Bewußtseins“ auf. Er beschrieb diese Ebenen in einer Messwertskala zwischen 0 und 1.000, mit denen man die verschiedenen Bewußtseinsebenen über kinesiologische Muskeltests messen kann. Die Ebene 0 stellt dabei den physischen Tod dar und die tiefste Ebene, auf die ein Mensch sinken kann. Der Wert 700−1.000 bezeichnet den Zustand der Erleuchtung.

Das klingt im ersten Moment vielleicht etwas kompliziert, ist es aber nicht, wie Du gleich sehen wirst.

Die Ebenen des Bewußtseins nach David R. Hawkins:

BewußtseinsebenenDu siehst, dass der untere Teil von Ebene 0 bis 175 die negativen Eigenschaften abbildet, der obere die positiven, bis hin zur höchsten Bewußtseinsebene, die irdisch erreichbar ist. Der grüne mittlere Teil bildet die Schwelle nach oben und unten.

Wenn wir ständig unten gehalten werden und in Angst, Sorge oder gar Schuld und Scham leben müssen, haben wir auf Dauer das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und der Ohnmacht (= erlernte Hilflosigkeit). Wir verlieren damit unser Gefühl für unsere Selbstwirksamkeit, ja wir haben gar kein Bewußsein mehr darüber, daß wir überhaupt eine Selbstwirksamkeit haben. Wir verlieren uns dabei selbst. 

Viele Menschen glauben in diesem Jammertal der Hoffnungslosigkeit, daß Gott ein strafender Gott ist, der über sie richtet und sie nicht liebt. Sie vergessen dabei völlig, daß sie selbst göttliche Wesen und mit Schöpferkräften ausgestattet sind. Die Schöpferkräfte sind ihnen im Laufe ihres Über-Lebenskampfes abhanden gekommen. 

Selbstwirksamkeit – was ist das?

Selbstwirksamkeit meint die Einstellung zu der Wirksamkeit unseres eigenen Handelns, also das Vertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten und in unser Leistungsvermögen. Menschen mit einer niedrigen Selbstwirksamkeitserwartung sind der Meinung, daß sie mit ihren Fähigkeiten und Handlungen nicht viel bewirken können. Sie glauben, daß ihr Leben vom Schicksal bestimmt ist, von Lehrern, Chefs, Politikern oder sonst irgendwelchen äußeren Umständen.

Menschen mit hoher Selbstwirksamkeitserwartung glauben bzw. wissen, daß sie mit ihrem Handeln etwas bewirken und auch schwierige Situationen und größere Strapazen gut meistern können. Sie verfügen über einen gesunden Optimismus, eine positive geistige Haltung in Bezug auf ihre Fähigkeiten und ihre Selbstbestimmungsmöglichkeiten.

Wir wirkt sich Deine Selbstwirksamkeitserwartung auf Dein Leben aus?

Deine Selbstwirksamkeitserwartung beeinflußt Deine Gefühle und Dein Verhalten. Erfolg oder Mißerfolg werden durch Deine Selbstwirksamkeitserwartung stark beeinflußt.

Wenn Du davon überzeugt bist, Einfluß auf Dein Leben zu haben, auf Deine Gesundheit und alles, was Dir im Leben geschieht, dann reagierst Du weniger ängstlich. Du bist guter Dinge und voller Zuversicht, daß Du etwas bewirken und erreichen kannst. Du traust Dir mehr zu, hast mehr Widerstandskraft und ein größeres Durchhaltevermögen. 

Menschen mit weniger Optimismus und einer niedrigen Selbstwirksamkeitserwartung geben schnell auf, wenn es Probleme gibt oder sie eine Niederlage einstecken müssen. Diese Menschen wagen sich oft an nichts Neues heran, weil sie Angst haben und sich nichts zutrauen. Und weil sie nicht an ihre eigenen Fähigkeiten glauben, fühlen sie sich hilflos, rutschen in eine Depression oder entwickeln ein Suchtverhalten.

Wie Du Deine Selbstwirksamkeit stärken kannst

Zunächst ist es wichtig zu wissen, daß unsere Selbstwirksamkeit erlernt ist. Sie zeigt sich in Äußerungen, wie

  • Ich weiß, was ich kann
  • Ich habe das früher schonmal geschafft, dann schaffe ich das jetzt auch
  • Ich vertraue meinen Fähigkeiten etc.

Du kannst Deine Selbstwirksamkeit dadurch stärken,

  • daß Du die Erfahrung machst, schwierige Situationen zu bewältigen
  • daß Du Du Menschen als Vorbild nimmst, die schon da sind, wo Du noch hinwillst
  • daß Du Dich mit Menschen umgibst, die an Dich glauben
  • daß Du lernst, Deine Gefühle zu beinflussen (Angst ist nur ein Gefühl!)
  • daß Du Dir eine positive Lebenseinstellung aneignest

Viele Menschen konnten ihre Selbstwirksamkeit nie entwickeln, weil sie seit ihrer Geburt in Angst und Schrecken leben. Ich denke da an Babys, die in Kinderpornoringe hineingeboren werden oder an Menschen, die schon früh sexuell mißbraucht wurden. Und ich denke an Menschen, die auf irgend eine Art und Weise traumatisiert wurden und die Erfahrung machen mußten, nichts bewirken zu können und der Situation hilflos ausgeliefert waren.

In solchen Fällen ist es nicht mit ein paar Affirmationen getan, sondern es bedarf einer individuellen, auf den jeweiligen Menschen zugeschnittene Therapie. 

Mir ist nur wichtig, Dir zu sagen, daß Du – egal, was Du erlebt hast – Deine Selbstwirksamkeit aufbauen und stärken kannst. Nährende Beziehungen, gute Freunde, eine liebende Familie sind da sehr hilfreich. Hol Dir im Zweifelsfall professionelle Hilfe.

Übung:

Erinnere Dich an eine schwierige Situation in Deinem Leben, die Du bewältigt hast. Es muß nichts „Weltbewegendes“ gewesen sein, es darf ruhig auch etwas „Kleineres“ sein. Wichtig ist, daß Du Dir bewußt machst, daß Du Deine Herausforderung gut gemeistert hast.

  • Wie hast Du das gemacht?
  • Welche Fähigkeiten hast Du dafür gebraucht und eingesetzt?
  • Welche Unterstützung von außen hattest Du?
  • Wie hast Du Dich gefühlt, nachdem die Schwierigkeit übewunden war (was hast Du gemacht, mit wem hast Du gesprochen)?

Mach Dir das bewußt und verweile eine Zeitlang in diesem guten Gefühl! Wenn Du vor einer ähnlichen Herausforderung stehst, brauchst Du dich nur daran zu erinnern, daß Du das schon einmal gut hinbekommen hast.


Bildquellen:

Beitragsbild: Engelsleiter (Wikipedia, gemeinfrei)

Karte des Bewußtseins: © Sylvia Geiss

Rituale zum Jahresende: So setzt Du Dir Ziele zum Anfassen

Tust Du Dich schwer damit, Dir Ziele zu setzen? Ich schon. Für mich ist das jedesmal eine riesen Herausforderung. Was will ich haben oder erreichen? Was muss ich dafür tun? Was ist sonst noch notwendig? Kann ich das überhaupt schaffen... usw. Dabei ist es eigentlich ganz einfach, wenn man weiß, wie es geht. Wir haben viele Wünsche und Träume, und wenn wir daraus keine konkreten Ziele machen, werden sie immer nur Wunschträume bleiben. Heute zeige ich Dir, wie Du aus einem Wunsch ein Ziel machst, damit der Wunsch auch in Erfüllung geht.

Rituale zum Jahresende Teil II – Wie aus einem Wunsch ein Ziel wird

Ist Zielsetzung denn überhaupt notwendig? Immer dieser Stress mit der Planung. Muss ich denn wirklich alles planen und mein Leben von Kopf bis Fuß durchstylen? Diese Fragen tauchen immer wieder auf. Und ehrlich gesagt, frage ich mich das manchmal auch. 

Nein, natürlich müssen wir unser Leben nicht komplett durchplanen. Und überhaupt: wir müssen gar nichts! Es ist sogar notwendig, das wir uns zwischendurch einfach mal treiben lassen, die Seele baumeln lassen und nichts tun. Körper und Geist brauchen das zur Erholung und Regeneration. Sonst ist ein Burnout schnell vorprogrammiert.

Aber, wenn wir im Leben etwas erreichen wollen, bestimmte Dinge haben wollen, beruflich erfolgreich sein wollen etc., ist eine Planung hilfreich, um uns unserem Ziel näherzubringen. Wenn Du nicht willst, dass Dein Traum ein Traum bleibt, kommst Du nicht umhin, aktiv zu werden und selbst dafür zu sorgen, dass Dein Traum in Erfüllung geht. Es wird sonst nämlich niemand für Dich tun!

Ja, ich träume auch manchmal davon, dass sich die Dinge wie von selbst erledigen. Dass ich abends einschlafe und am nächsten Tag ist mein Problem gelöst oder mein Wunsch erfüllt. Aber ganz so einfach ist es nicht. Wir müssen etwas dafür tun und unseren Teil dazu beitragen, dass unser Traum auch wahr werden kann. Und wenn unser Wunsch aus dem Herzen kommt und mit den Gesetzen des Lebens schwingt, wird uns vom Universum alles dazugegeben, was wir zur Verwirklichung brauchen. Doch ganz ohne unsere Mithilfe geht es nicht.

Schließlich muss der kosmische Wunscherfüllungs-Service schon genau wissen, was wir wollen, um uns hilfreich zur Seite zu stehen. Je konkreter wir unseren Wunsch formulieren, je bunter wir ihn ausmalen und je exakter wir ihn beschreiben, desto schneller wird er sich verwirklichen. Dabei gibt es nur ein paar Kleinigkeiten zu beachten, die aber sehr hilfreich sind.

So setzt Du Dir SMARTe Ziele zum Anfassen

Vielleicht hast Du schon einmal etwas von SMARTen Zielen gehört? Wenn ja, weißt Du, was Du tun musst und brauchst hier nicht weiterzulesen. Wenn nicht, könnte Dir die folgende Empfehlung helfen, Deinem Traum zumindest ein Stück näher zu kommen.

Ziele müssen SMART formuliert sein, sonst sind es keine Ziele, sondern bleiben immer nur Wunschträume. 

SMARTSMARTE-ZieleSpezifisch
Formuliere Dein Ziel spezifisch, also konkret, eindeutig und präzise. So wird aus einem vagen Wunsch ein echtes Ziel.

Messbar
Um zu sehen, ob Du Dein Ziel erreicht hast, muss es messbar bzw. überprüfbar sein. Frage Dich also: Woran merke ich, dass ich mein Ziel erreicht habe? Das kann z. B. ein Kontoauszug sein mit einer bestimmten Summe darauf. Das kann ein Arbeitsvertrag sein oder die Flugtickets für den lang ersehnten Urlaub.

Attraktiv
Dein Ziel soll attraktiv sein. Formuliere Dein Ziel positiv. Es sollte in Dir ein Schmunzeln oder eine gewisse Vorfreude auslösen, wenn Du daran denkst. Ein Ziel, dass Dich nicht mit Freude erfüllt und Widerstände in Dir auslöst, wirst Du wohl nur mit großem Energieaufwand erreichen.
Tipp: Formuliere positiv und in der Gegenwart, z. B. „Ich wiege …… kg (konkretes Gewicht einsetzen).“

Realistisch
Du kannst Dir Deine Ziele ruhig hoch stecken. Das fordert Dich und fördert zugleich Dein Wachstumspotential. Es darf Dich jedoch nicht überfordern, sonst ist der Frust vorprogrammiert, und Du wirst schnell wieder aufgeben. Dein Ziel muss für Dich erreichbar sein. So bleibst Du motiviert.

Terminiert
Das entscheidende Merkmal eines echten Zieles ist der Termin. Bis wann willst Du Dein Ziel erreicht haben? Setze Dir einen klaren Endtermin, eine Deadline. Wenn Du Dir keinen Termin setzt, schiebst Du dein Ziel immer vor Dir her und verlierst es irgendwann aus den Augen.

Und so machst Du Deine Ziele anfassbar

Ich mache meine Zielsetzung für das kommende Jahr immer zwischen den Jahren, also in den so genannten Raunächten. Ich überlege mir, was ich mir wünsche, was ich haben will oder was ich erreichen will. Dann formuliere ich daraus Ziele nach den oben genannten SMART-Kriterien. So geht’s:

1. Die Zutaten

  • 1 Leinwand (40 x 40 oder größer)
  • Zeitungssausschnitte (aus Magazinen), die Du mit Deinem jeweiligen Ziel verbindest. Sie sorgen dafür, dass die Vorstellung von Deinem Ziel lebendig bleibt. 
  • Kleber
  • Farben (Acrylfarben oder Wasserfarben)
  • Pinsel, Schwämmchen oder was Du sonst zum Auftragen der Farben brauchst
  • Deine notierten Ziele
  • 1 Briefumschlag

2. Das Bild

Wenn ich meine Ziele formuliert habe (das kann manchmal einige Tage dauern), nehme ich mir meine Leinwand und blättere die Magazine und Zeitschriften durch. Ich sammle auch oft Zeitungssausschnitte und Fotos, die mir gut gefallen. So habe ich am Jahresende ein beachtliches Repertoire an Bildmaterial. Aber auch Schlagzeilen und Überschriften bzw. Teile davon schneide ich aus.

Dann klebe ich die Zeitungssausschnitte oder Fotos auf, die zu meinen Zielen passen. Die freigebliebenen Flächen male ich mit Farbe aus, verziere hier und da, und fertig ist meine Ziel-Collage. 

20151205_143447Dann nehme ich meine zuvor notierten Ziele, stecke sie in den Briefumschlag und befestige ihn an der Rückseite meiner Leinwand. Meine Zielcollage hänge ich in irgendwo hin, wo ich sie ständig sehen kann. Die Bilder prägen sich ins Unterbewusstsein ein und wirken dort.

Im folgenden Jahr nehme ich den Umschlag hervor und schaue nach, welche Ziele ich erreicht habe. Ich bin in der Tat jedesmal erstaunt, wie viel von dem, was ich mir da vorgenommen hatte, tatsächlich wahr geworden ist. Ich liebe dieses Ritual, es hat für mich eine große Kraft.

20151205_143433Noch mehr Spaß macht es, wenn Du diese schöne „Arbeit“ in einer Gruppe, z. B. mit der Familie oder mit Freunden machst. Dann könnt Ihr Euch im folgenden Jahr gegenseitig von Euren Errungenschaften berichten. Wenn ein Ziel nicht geklappt hat, dann nimm es mit ins nächste Jahr. Vielleicht musst Du es noch einmal modifzieren oder es hat sich im Laufe des Jahres von selbst erledigt, weil es nicht mehr wichtig ist. Du wirst es wissen.

Viel Vergnügen und einen lichtvollen 2. Advent wünsche ich Dir.


Copyright: Sylvia Geiss

Beitragsbild: pixabay

Über Zufälle und Ungerechtigkeiten

Immer wieder höre ich von Menschen, die ein Familienmitglied oder Freund durch ein Gewaltverbrechen verloren haben, wie ungerecht das doch sei. Besonders dann, wenn das Verbrechen nicht aufgeklärt oder die Täter nicht ihrer „gerechten Strafe“ zugeführt werden.

Warum gerade... ?

Auch wenn Kinder unheilbar erkrankt sind und sterben müssen, empfinden wir das als furchtbar ungerecht. Warum darf dieses Kind nicht leben? Es ist doch noch so jung und unschuldig. Es hat niemandem etwas getan.  Wir neigen in diesen Situationen dazu, Gott dafür verantwortlich zu machen und hadern mit ihm. Und ich habe das von Menschen gesehen, die vorher steif und fest behaupteten, überzeugte Atheisten zu sein. 

Aber auch andere, zum Teil weniger dramatische Begebenheiten können in uns ein Unrechtsempfinden auslösen, z. B.

  • Obwohl du länger in der Firma bist, wird deine Kollegin vor dir befördert.
  • Die ‘Kleinen’ werden immer ärmer – die ‘Großen’ immer reicher.
  • Männer erhalten für die gleiche Tätigkeit mehr Geld als Frauen.
  • Der Diplomat parkt rotzfrech im Halteverbot, ohne daß es Konsequenzen für ihn hätte – und Du sollst fürs Falschparken ‘bestraft’ werden.
  • Der Große haut den Kleinen.
  • usw.

Dir fallen sicherlich noch tausend andere Dinge ein, die Du als ungerecht empfindest. Und Du könntest bestimmt aufgrund eigener Erfahrungen ein ganzes Buch darüber schreiben...

Woher kommt unser Sinn für Gerechtigkeit?

Wenn ein  Mensch unter großen emotionalen Belastungen steht, z. B. durch ein traumatisches Erlebnis, kann er nicht mehr klar denken. Die Ratio wird ausgeschaltet, und es greifen nur die allernotwendigsten Überlebensmechanismen. Das macht der  Organismus automatisch, um ihn vor dem physischen Tod zu bewahren.

In dieser existenziellen Bedrohung, die mit Todesangst einhergeht, gelangen Menschen zu der Einstellung, über ihr Leben und das, was ihnen geschieht, keinerlei Kontrolle zu haben und absolut hilflos zu sein. Martin Seligman[1] prägte dazu den Begriff „Erlernte Hilflosigkeit“.

Das Wiedererlangen der Kontrolle über Gefühle, Gedanken, Körperfunktionen und Reaktionen ist ein elementarer Bestandteil des Heilungsprozesses.

Kann ein Mensch die traumatischen Symptome der Übererregung (Hyperarousel) wie Angst, Schlaflosigkeit, übersteigerte Schreckhaftigkeit etc. nicht  lindern, verfestigen sich mit der Zeit die gemachten Erfahrungen mit den dabei aufgetretenen Emotionen im Zellgedächtnis des Körpers (siehe „3 Wege, festgehaltene Emotionen aufzulösen“). Und nicht nur das: sie verändern die Gehirnstruktur und die DNA einerseits sowie das Wertesystem eines Menschen andererseits.

Die Grundannahmen des Menschen

Menschen gehen im Allgemeinen davon aus, daß die Welt verstehbar und vorhersehbar ist. Sie glauben an ihre eigene Unversehrtheit. Sie gehen auch davon aus, daß das eigene Ich wertvoll ist und daß sie anderen Menschen vertrauen können. Wie gesagt – grundsätzlich.

Diese Grundannahmen (basierend auf Urvertrauen) werden bei traumatischen Erlebnissen zutiefst erschüttert. Werte verschieben sich. Was gestern noch wichtig war, ist nach dieser Schreckenserfahrung keinen Pfifferling mehr wert.

Doch nicht nur eigene Erfahrungen von Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein und Ohnmacht, sondern auch das Beobachten der Hilflosigkeit von anderen Menschen, wenn z. B. der Größere den Kleineren verprügelt, ein Mitarbeiter sich nicht wehren kann, wenn seine Kollegen ihn verspotten, aber auch unser Unrechtssystem (ich kann es leider nicht anders nennen) lösen in uns das Empfinden von Ungerechtigkeit aus.

Ich habe dieses Thema kürzlich diskutiert und dazu wertvolle Gedanken erhalten:

  • Wir sprechen von Gerechtigkeitssinn und Unrechtsempfinden. Dabei fühlen wir wohl weniger die Gerechtigkeit als die Ungerechtigkeit. Denn Gerechtigkeit ist ja selbstverständlich, die setzen wir voraus. Die Ungerechtigkeit hingegen können wir fast körperlich spüren. Sie bringt uns bis zur Raserei.
  • Ungerechtigkeit ist der Ausdruck einer Disbalance von Chancen und Möglichkeiten. Das heißt, wenn wir die Erfahrung machen, nicht die gleichen Chancen zu haben wie andere, fühlen wir uns unterlegen, unterdrückt und weniger wertvoll.
  • Hier kommt es zu einer ungleichen Verteilung von Energien. Das natürliche Gleichgewicht geht verloren (= Disbalance, Disharmonie). Nach dem Universellen Gesetz der Harmonie und des Ausgleichs strebt der Mensch danach, das natürliche Gleichgewicht des Lebens, seines Lebens, wiederherzustellen (Selbstregulation).
  • Gerechtigkeit empfinden wir dann, wenn unser Bedürfnis nach Genugtuung befriedigt scheint. Wie und wodurch diese Genugtuung erreicht werden kann, muss jeder für sich selbst definieren. Der eine will eine Wiedergutmachung seines entstandenen Schadens, der andere will Rache.

Genugtuung: Wiedergutmachung,  Rache oder was?

Die Wiedergutmachung eines materiellen Schadens kann herbeigeführt werden durch Reparatur oder Ersatz. Aber wie verhält es sich bei seelischen Schäden? Wie könnte hier eine Wiedergutmachung aussehen, wenn der seelische Schaden durch ein Gewaltverbrechen oder dergleichen hervorgerufen wurde? 

  • Reparatur/Heilung ist möglich, gelingt aber nicht in allen Fällen.
  • Ersatz für ein Menschenleben, das gewaltsam genommen wurde?...

Ich kenne eine Mutter, die ihren Sohn durch ein Tötungsverbrechen verloren hat. Für sie bestünde Gerechtigkeit in der angemessenen Bestrafung des Täters. Der Täter wurde nach Jugendstrafrecht bestraft und kam mit wenigen Jahren Gefängnis davon. Er konnte während dieser Zeit seinen Führerschein machen, hatte Freigang und bekam  Taschengeld. Die Richterin meinte, man könne doch dem Jungen nicht die Zukunft verbauen. Woraufhin die Mutter entgegnete: „Mein Sohn hat gar keine Zukunft.“

Daß der Gerechtigkeitssinn dieser Mutter empfindlich verletzt wurde, wird jede Mutter nachempfinden können. Eine Wiedergutmachung ist in solchen Fällen natürlich nicht möglich. Ihr Kind ist tot und kommt nicht zurück. Für diese Frau schreit die erlittene Ungerechtigkeit geradezu zum Himmel. Und für den einen oder anderen Leser sicherlich auch.

Aber – ich sage nicht gern aber, doch hier scheint es mir angebracht – selbst wenn diese Mutter Genugtuung erfahren würde, würde es zwar ihr Ego, das auf Rache sinnt, kurzzeitig befriedigen, doch es bringt ihr das Kind nicht wieder. Bald wird das Gefühl der Genugtuung verraucht sein, und was kommt dann? Dann sind sie wieder da: die Ohnmacht, die Leere, der Schmerz.

Es geht also darum, Frieden zu schließen mit der Situation, um wirklich heil zu werden. Doch das ist eine Herausforderung, die die Kraft vieler Menschen übersteigt.

Für meinen Geschmack wird in der Therapie die Seele der Menschen zu wenig bis gar nicht berücksichtigt. Sich um die Seele und das Seelenheil der Menschen zu kümmern, war in früheren Zeiten die Aufgabe von Priestern und Schamanen. Heute wird fast nur noch von Psyche und psychischen Störungen gesprochen, und der Psychotherapeut soll es mit diversen Behandlungsmethoden und Therapieformen richten. Das reicht meines Erachtens nicht aus, um Menschen dazu zu befähigen, SELBSTBEWUßT zu werden und die Mysterien des Lebens zumindest annähernd zu verstehen.

Seelenheil ist immer ein Bewußtseins‑, Entwicklungs- und Wachstumsprozeß!

Es gibt noch ein weiteres ABER, das uns einen anderen Blickwinkel beschert und uns dazu verhilft, unser Wertesystem neu zu betrachten. Dazu müssen wir jedoch über den Tellerrand unseres Alltags hinausschauen und unser Bewußtsein etwas ausdehnen, sonst funktoniert es nicht:

Über Zufälle und Ungerechtigkeiten

René Egli, Autor des Erfolgsbuches „Das LOL²A-Prinzip – Die Vollkommenheit der Welt“, schreibt dazu:

"Der Zufall würde allen fundamentalen Lebensgesetzmäßigkeiten widersprechen […]. Wir sind in unserem Denken dermaßen begrenzt, daß wir schlicht und einfach nicht alle Ursachen kennen, und deshalb schieben wir dann zahlreiche Dinge dem Zufall in die Schuhe […]".

"Im Universum gibt es keine Ungerechtigkeit. Stellen Sie sich bitte die monstruöse Ungerechtigkeit vor, wenn jeder Mensch »zufällig« irgendwohin geboren würde. Diese Ungerechtigkeit wäre dermaßen groß, dass sie kaum zu ertragen wäre. Und es würde der universellen Intelligenz, die hinter allem wirkt, ein kümmerliches Zeugnis ausstellen…"

Selbst gestandene Wissenschaftler wie Albert Einstein und Charles Darwin haben zugegeben, daß es keine Zufälle gibt. Der Begründer der Evolutionstheorie betrachtete Schöpfung und Evolution nicht als Widersprüche, sondern als zwei Seiten derselben Medaille:

"Die Unmöglichkeit sich vorzustellen, dass dieses gewaltige und wunderbare Universum einschließlich uns denkenden Wesen durch Zufall entstanden sein könnte, scheint mir das Hauptargument für die Existenz Gottes zu sein."

Wir begreifen Geschehnisse als Zufälle und Ungerechtigkeiten, weil wir die Zusammenhänge aus unserer Froschperspektive nicht erkennen können. Könnten wir uns in die Lüfte schwingen wie ein Adler, hätten wir schon einen besseren Überblick. Einen Blick auf das Große und Ganze hat unser Höheres Selbst bzw. unser Gottselbst. Dieser unsterbliche Teil von uns kann sehen, wie die Dinge zusammenhängen und warum jemand so oder so handelt. Wir können uns jederzeit mit unserem höheren Bewußtsein verbinden, z. B. in einer Rückführung oder in der Meditation.

Der Zufall ist das Pseudonym, das der liebe Gott wählt, wenn er inkognito bleiben will.

Albert Schweitzer (1875−1965)

Es gibt Menschen, die an einen barmherzigen Gott glauben. Der Glaube an diesen barmherzigen Gott wird durch ein traumatisches Erlebnis ebenfalls stark erschüttert, besonders dann, wenn das Leid einem geliebten Menschen wiederfahren ist. Dann fragen sie sich, wie Gott solche Dinge nur zulassen kann.

Nun, er kann nicht nur, er muss! Denn wenn Gott alle Menschen mit dem freien Willen ausgestattet hat, dann darf er gar nicht in unser Handeln eingreifen. Sonst würde er sich selbst Lügen strafen. Deswegen hat uns die unendliche Weisheit der Schöpfung die Naturgesetze des Lebens geschenkt, an die wir uns halten können oder auch nicht.

Universelle Gesetzmäßigkeiten – die Naturgesetze des Lebens

Im Kosmos gibt es weder Opfer noch Zufälle noch Ungerechtigkeiten! Dies macht das Prinzip von Ursache und Wirkung deutlich, welches auch Karma genannt wird. Ich habe über Karma bereits in einem früheren Artikel geschrieben. Hier nochmal ein kurzer Abriss daraus:

Aktion = Reaktion oder anders ausgedrückt: Was du säst, das wirst du ernten. Der Ausdruck “Karma” kommt aus dem Sanskrit und bedeutet “Wirken”. Demnach hat jeder Gedanke und jede Handlung Auswirkungen auf alles. Das heißt, jede Aktion erzeugt eine bestimmte Energie, die in genau der gleichen Qualität zum Absender zurückkehrt. Zeit spielt dabei keine Rolle. Zwischen Ursache und Wirkung können wenige Minuten, aber auch Tage, Monate, Jahre, ja sogar mehrere Leben liegen […].

Das Karma-Prinzip hilft uns, die vermeintlichen Ungerechtigkeiten, die uns im Leben wiederfahren, zu verstehen. Wird ein Mensch mißhandelt, vergewaltigt oder ermordet, wird ihm nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung irgendwann etwas in genau der gleichen Qualität passieren. Dies kann im aktuellen Leben geschehen oder in einem anderen. Wie du andere behandelst, so wirst du selbst behandelt werden.

Ich kenne Menschen, die die „Gerechtigkeit“ am liebsten selbst in die Hand nehmen würden, weil unser Sicherheits- und Justizsystem versagt hat.  Der Wunsch nach Genugtuung und damit verbundenen Rachegedanken ist menschlich und total verständlich. Allerdings greift auch hier wieder das Prinzip von Ursache und Wirkung.

Die Meisterschaft des Lebens

Wenn wir uns also weiterentwickeln und zum wahren Homo sapiens (= wissender Mensch) werden wollen, müssen wir uns bewusst machen, daß wir uns in der Dualität befinden, wo alles zwei Seiten hat. Gut und Böse, Hell und Dunkel, Gestern und Morgen. Wenn wir das verstanden haben, können wir uns aus der traumatisierenden Dualität hinaus und in höhere Qualitäten hineinentwickeln. Wir sind dann in der Lage, wirklich zu SEHEN.

Es gibt keine größere Gerechtigkeit im Universum, als das Prinzip von Ursache und Wirkung!

Bei Kleinigkeiten können die meisten Menschen sich mit diesem Gedanken vieleicht noch anfreunden und sehen sogar eine gewisse Nachvollziehbarkeit, frei nach dem Motto „kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort“, nicht wahr.

Aber wie sieht es bei den größeren Ereignissen aus: Kannst Du das genauso sehen, wenn Dein geliebter Mensch von einem anderen getötet wurde? Kannst Du das genauso sehen, wenn Dir selbst Gewalt angetan wurde? Kannst Du das auch so sehen, wenn Du in den Nachrichten von Mord und Totschlag, Krieg und Armut hörst?

Vielleicht denkst Du, du hast Glück gehabt, daß Du hier in der westlichen Welt lebst, wo Du nicht von Krieg oder Armut betroffen bist. Möglicherweise bist Du der Meinung, Du hast Glück gehabt, daß Dir selbst oder Deinen Angehörigen bisher nichts Schlimmes passiert ist.

Mag sein. Vielleicht ist dein karmisches Rad beendet oder Du hast Dir ein Leben ausgesucht, in dem keine traumatischen Erlebnisse vorkommen und Du Dich einfach deines Daseins freuen darfst. Ja, auch das kommt vor. Nicht jede Inkarnation ist mega-anstrengend. Es gibt dazwischen ebenso schöne, friedliche und freudvolle Leben, denn auch die sind wichtig für die Entwicklung der Seele und bereichern unseren Erfahrungsschatz ganz enorm.


[1] Martin Seligman, amerikanischer Psychologe (*1942), Buch: „Erlernte Hilflosigkeit“, 1979

3 Wege, festgehaltene Emotionen aufzulösen

Festgehaltene Emotionen lassen uns ständig in der Vergangenheit verweilen und grübeln. Sie hinterlassen tiefe Spuren in unseren Gesichtern. Doch was sind eigentlich Emotionen und wie halten wir sie fest? Wenn uns negative Emotionen alt aussehen lassen, warum lassen wir sie dann nicht einfach los? Und überhaupt – geht das denn so einfach?

Was sind Emotionen?

„Jeder scheint zu wissen, was Emotionen [von latein. emotio = heftige Bewegung, emovere = aufwühlen, heraustreiben; E emotions] sind – bis er sie definieren soll. Doch es gibt weder eine einheitliche Theorie noch eine interdisziplinär akzeptierte Definition von Emotionen. Klaus R. Scherer spricht von einem „regelrechten Wildwuchs von Theorievorschlägen“. Manche Forscher definieren Emotionen als körperliche Reaktionen, die sich im stammesgeschichtlichen Kampf ums Überleben entwickelt haben, andere als mentale Zustände, die einsetzen, wenn das Gehirn körperliche Reaktionen [...] repräsentiert...
Manche halten körperliche Reaktionen für irrelevant und meinen, Emotionen spielen sich ausschließlich im Gehirn ab, andere sehen sie als Formen des Handelns oder Redens [...]. – Der Begriff Emotionen wird ähnlich mehrdeutig verwendet wie der Begriff Gefühle (E feelings)... “ (Rüdiger Vaas, Essay über Emotionen im Lexikon der Neurowissenschaften)

António Damásio³ trennt zwischen Emotionen („emotions“), die er als durch somatische Marker verursachte Körperzustände beschreibt, und Empfindungen („feelings“), die das bewußte Wahrnehmen der emotionalen Körperzustände darstellen.

Somatische Marker – das emotionale Gedächtnis unseres Körpers

António Damásio stellte fest, daß alle Erfahrungen eines Menschen im Laufe seines Lebens in den Zellen unseres Körpers (Körpergedächtnis) gespeichert werden. Das bedeutet, sämtliche Erfahrungen eines Menschen werden emotional bewertet und nach einem einfachen Prinzip abgespeichert:

  • Hat die gemachte Erfahrung einen positiven Eindruck auf das eigene Wohlbefinden hinterlassen, wird sie mit einem guten Gefühl gespeichert (markiert).
  • Hat sie ein negatives Befinden hinterlassen wird sie mit einem schlechten Gefühl abgespeichert.

Dieses emotionale Erfahrungsgedächtnis teilt sich über ein körperliches Signalsystem mit.

Die Signale zeigen sich als  körperliche Symptome, wie z. B. erhöhter Herzschlag,  Muskelzucken oder schwitzende Hände, eine Blockade im Knie, eine Verspannung in Schulter oder Rücken.

retriever-348572_640Beispiel: zwei Menschen betrachten das Bild eines Hundes

  1. Der Erste fängt an zu strahlen, das Herz geht ihm auf, er lacht und freut sich. Das Betrachten des Bildes löst Gefühle des Wohlbefindens in ihm aus. Denn er denkt sofort an seinen eigenen Hund hat, mit dem er  als Kind viele glückliche Erlebnisse teilte.
  2. Der Zweite reagiert mit einem finsteren Gesichtsausdruck, spürt, wie sich sein Magen zusammenkrampft, seine Muskulatur sich anspannt und wendet sich schließlich von dem Bild ab. Denn er wurde als Kind von einem fremden Hund gebissen.

Du kennst solche Beispiele sicherlich zahlreich aus Deinen eigenen Erfahrungen.

Stehen wir vor einer wichtigen Entscheidung, können wir diese körperlichen Signale als Hilfsmitel einsetzen. Sie signalisieren uns innerhalb von Millisekunden „Stop“ oder „Go“.

In jeder Lebenssituation können die somatischen Marker genutzt werden. Der erste Schritt ist es, sie wahrzunehmen. Der zweite Schritt kann ein Hinterfragen oder eine Analyse sein: Wann und in welchen Situationen kommt diese Reaktion?

Von Peter Levine, dem Begründer des Somatic Experiencing (= traumatherapeutisches Verfahren, das den Körper mit einbezieht), wissen wir, daß die massive Überlebensenergie (Stresshormone), die bei einem Schockerlebnis im Körper aufgebaut wird, auch wieder abgebaut werden muß. Kann dies nicht geschehen, bleibt sie im Nervensystem gebunden und richtet auf Dauer verheerende Schäden an. Der Körper übersäuert und wird in seiner Funktionalität beeinträchtigt.

Ist ein Mensch von Schmerzen geplagt, sieht man das in seinem Gesicht. Auch seelische Schmerzen stehen ihm im Gesicht geschrieben. Manche Erlebnisse sind so nachhaltig, daß sie regelrecht ins Gesicht gemeißelt zu sein scheinen. Die Augenbrauen sind ständig zusammengezogen, die Stirn gerunzelt, die Augen haben dunkle Ränder, die Wangen fallen ein, es bilden sich tiefe Furchen um Nase und Mund.

Nicht nur der körperliche Schmerz, sondern ebenso die damit verbunden seelischen Empfindungen sind in unserem Zellgedächtnis gespeichert. Werden sie nicht aufgelöst, verändern sie die DNA und haben somit auch Auswirkungen auf die nachfolgenden Generationen.

3 Wege, festgehaltene Emotionen aufzulösen

Um wieder zu mehr Wohlbefinden und in der Folge zu einem gesünderen, jüngeren Aussehen zu gelangen, ist es ratsam, die festgehaltenen Erfahrungen und Emotionen im Körper aufzulösen. Hier zeige ich Dir drei Möglichkeiten, wie du das machen kannst.

1. Die Meridian-Klopftechnik

Meridian-KlopftechnikIch arbeite sehr gerne mit EFT (Emotional Freedom Techniques), der so genannten Meridian-KIopftechnik. Hierbei werden bestimmte Meridianpunkte an Kopf und Oberkörper in einer bestimmten Reihenfolge leicht geklopft. Die Technik kann therapeutisch und als Selbsthilfewerkzeug angewendet werden. Auch im traumatherapeutischen Kontext läßt sich EFT sehr gut einsetzen. 

Allerdings sollte der Therapeut vorher unbedingt sicherstellen, daß die Methode nicht triggert4.

Auch Visualisierungsübungen, Imagination und Meditation sind hervorragend zum Lösen emotionaler Belastungen geeignet, so zum Beispiel die Arbeit mit der Lichtsäule:

2. Die heilende Lichtsäule

forest-56930_640Stell Dir vor, du stehst auf einer Waldlichtung, inmitten einer Säule aus weiß-goldenem Licht. Du bist vollständig umgeben und eingehüllt von diesem Licht, das Dich schützt und heilt und Dich mit allem versorgt, was Du brauchst. Es ist ein angenehmes Licht. Es wärmt Dich oder bringt Dir Kühlung, je nach dem, was Du gerade benötigst.

Du kannst jetzt diesem heilenden, Dich schützenden Licht all Deine festgehaltenen Emotionen, die in Deinen Körperzellen gespeichert sind, übergeben und es bitten, sie mit sich zu nehmen.

Bitte dann das Licht, die negativen Emotionen zu transformieren und sie Dir in Form von positiver Lebenskraft wieder zur Verfügung zu stellen.

Nimm wahr, welche Farbe das Licht jetzt hat, das Dich sanft umhüllt. Vielleicht erstrahlt es in Deiner Lieblingsfarbe, vielleicht aber auch in einer Farbe, mit der Du gar nicht gerechnet hast, die Dir aber als wohltuend und angemessen erscheint. Ist es eine kräftige Farbe oder eher pastell? Wo spürst Du in Deinem Körper eine Veränderung?

Und zu guter Letzt möchte ich Dir noch zeigen, wie Du festgehaltene Emotionen im Gesicht auflösen kannst. Das heißt, nicht ich zeige Dir das, sondern die russische Kinesiologin, Schamanin und Buchautorin Lumira.

3. Verjüngung mit Lumira – festgehaltene, erstarrte und eingeschlossene Emotionen im Gesicht auflösen – Livemeditation:

Lumira: Festgehaltene Emotionen im Gesicht auflösen

 

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¹physiologisch = körperliche/chemische Lebensvorgänge betreffend

²behavioral = verhaltensbezogen

³António Damásio = portugiesischer Neurowissenschaftler + Fachbuchautor

4Trigger = Auslöser, die an die angstbesetzte Situation erinnern (z. B. Geräusche, Gerüche, Berührungen etc.)


Fotos: pixabay

Neugeboren – Wege aus dem Geburtstrauma

Wie der Geburtsprozess unser Leben prägt

Nicht nur Mütter und Väter können die Geburt ihres Kindes als belastend oder gar traumatisierend erleben, sondern auch das Baby selbst.

SchwangerWir verbringen viele Monate im Bauch unserer Mutter. Wir schwimmen geschützt und geborgen in der Schwerelosigkeit der Fruchtblase und erleben eine Zeit des Wachsens und Versorgtseins. Dieses „ozeanische Gefühl des Einsseins“ wird jäh unterbrochen, wenn der Geburtsprozess eingeleitet wird. Entweder durch den Embryo selbst oder durch künstliche Einleitung.

Geburtstrauma – jetzt wird’s eng

Der Embryo muss den Weg nach draußen finden, um zu überleben. Er macht sich auf den Weg ins Unbekannte. Dabei weiß er nicht, wie lange und mühsam dieser Weg werden wird. Eine Geburt kann schnell gehen, sie kann aber auch viele Stunden dauern, und das ist nicht nur für die Mutter, sondern auch für das Baby extrem anstrengend.

Geburt im KreißsaalDer Geburtsprozess kann leicht und kurz sein, aber auch zu schnell (Sturzgeburt), zu schwer oder kompliziert (z. B. Steißlage, Zangengeburt etc.). Der Temperatursturz von ca. 15 Grad, das grelle Licht im Kreißsaal, laute Geräusche oder Stimmen sowie das technische Agieren der Geburtshelfer können das Nervensystem des Babys extrem belasten, so dass es in einen Schockzustand geraten kann. Dieser Schockzustand wird Geburtstrauma genannt.

„Der Beginn des Lebens auf der Erde ist der Moment des ersten Atemzugs. Die sofortige Durchtrennung der Nabelschnur unterbricht die Versorgung für das Neugeborene und es muss atmen, aus der panischen Angst heraus zu ersticken und zu sterben. So jedenfall sah der Beginn des Lebens auf dieser Erde für viele von uns aus. Es ist das große Verdienst von Frédérick Leboyer, einem französischen Gynäkologen, der einfühlsam die Torturen des Babys nachvollzog und uns darauf aufmerksam machte, wie früh wir der Autonomie und Selbstbestimmung beraubt wurden. Sein Buch „Geburt ohne Gewalt“ erschien Anfang der 70er Jahre und hat zu einer neuen Offenheit und zu bewussteren Geburtspraktiken geführt¹.“

Frédérick Leboyer (*1918) gilt als der Vater der sanften Geburtsmedizin.

GeburtNach seiner Forderung soll das Neugeborene sanft und liebevoll und ohne unnötigen Stress auf die Welt gebracht werden. Aus der Geborgenheit des Mutterleibes soll sich das Baby langsam an die körperliche Veränderung gewöhnen dürfen. Hierzu gehören folgende Maßnahmen:

  • Das Neugeborene soll der Mutter auf den Bauch gelegt werden, um die Wärme zu spüren und die Herztöne der Mutter zu hören. So soll sich das Baby von den Strapazen der Geburt erholen.
  • Die Nabelschnur wird nicht unmittelbar nach der Geburt durchtrennt, dadurch soll dem Kind die Umstellung auf die selbständige Atmung leichter fallen.
  • Kind und Mutter wird Zeit gegeben, sich erst einmal kennenzulernen. Erst danach wird das Neugeborene warm gebadet und dann zum ersten Mal an die Brust gelegt.
  • Mit dem Kind soll sanft umgegangen werden, falls keine besonderen medizinischen Maßnahmen erforderlich sind.
  • Das Entbindungszimmer soll besonders warm und das Licht gedämpft sein, damit sich das Kind an den Übergang gewöhnen kann.

Leboyers Bücher werden vielfach zu Geburtsvorbereitungen genutzt. Er lebt heute als Schriftsteller in der Schweiz².

MeergeborenDie Art, wie wir geboren werden, prägt unsere späteren Lebensmuster

Dr. Ines Howe, Atemtrainerin und Leiterin des Atman-Institutes in Berlin³ sagte in einem Interview mit der Zeitschrift „Sein“ im März 2011: „...die Muster, die unser Bewusstsein während der Geburt prägen, sind unsere Überlebensstrategien. Jedes Mal, wenn wir durch eine schwierige Phase der Veränderungen gehen oder in Stress-Situationen geraten, wird die Blaupause unserer Geburt aktiviert. Aber: Nicht, was faktisch während der Schwangerschaft und der Geburt geschieht, prägt unsere Persönlichkeit, sondern unsere „Antwort“ darauf, wie wir die Geburt erlebt und welche Entscheidungen wir während des Geburtsprozesses getroffen haben. Der Weg durch den Geburtskanal ist für den Embryo unter Einsatz seines ganzen Körpers, seiner ganzen Kraft und mit der wirksamen Unterstützung der mütterlichen Wehen zu bewältigen.“

Auf diesem Weg können Überzeugungen und Lebensmuster entstehen, wie z. B.

  • Das Leben ist schwer
  • Ich muss härter arbeiten als andere, um das gleiche zu erreichen
  • Ich fühle mich hilflos
  • Ich muss es alleine schaffen
  • Nur wer hart arbeitet, wird erfolgreich sein
  • Das Leben ist ein einziger Kampf
  • Ich muss mir alles mühevoll erwerben, während anderen alles zufällt
  • Es gibt keinen Ausweg
  • Ich muss kämpfen, um zu überleben
  • Ich schaffe es nicht

Wenn die Geburt künstlich herbeigeführt wurde, kann die Überzeugung entstehen, fremdbestimmt zu sein und nicht selbst über Art und Zeit des Geschehens bestimmen zu können. Diese Menschen werden später alles daran setzen, es alleine zu schaffen, um diesen Schmerz nicht mehr erleben zu müssen („Ich muss es alleine schaffen“).

TwinsWerden Zwillinge geboren, erleben sie nicht nur die Trennung vom schützenden Mutterleib, sondern auch die Trennung vom Zwilling. Diese Erfahrung löst einen tiefen Schmerz und ein Gefühl des Verlassenseins und Alleinseins aus.

Komplikationen bei der Geburt, wie z. B. Kaiserschnitt, Zangengeburt, Steißlage oder Nabelschnur-Umschlingung, ein extrem langer Geburtsprozess, der Gesundheitszustand der Mutter, die familiäre, finanzielle und/oder psycho-soziale Situation zur Zeit der Geburt hinterlassen entsprechende Geburtsblaupausen.

Um mit diesen schmerzlichen Erfahrungen überleben zu können, werden sie ins Unterbewusstsein verschoben. Dort wirken sie im Verborgenen und bestimmen, wie wir uns selbst, die Welt und andere Menschen sehen und auf Situationen und Anforderungen reagieren. Sie wirken sich auf viele unserer Lebensthemen aus, z. B. wie wir uns in Beziehungen verhalten, wie wir auf Druck und Stress reagieren, wie wir mit Problemen umgehen. Sie haben Auswirkungen auf unsere Angst, keinen Ausweg zu finden, beeinflussen unser Selbstwertgefühl, unser Ess- und Schlafverhalten, die Beziehung zu uns selbst, unserem Körper, unserer Sexualität und unsere Fähigkeit, Liebe und Freude zu empfinden und zu geben.

Neugeboren – Wege aus dem Geburtstrauma (Rebirth)

Ich selbst kam drei Wochen zu spät zur Welt, die Nabelschnur war ein paarmal um meinen Hals gewickelt und ich war schon blau angelaufen. Noch heute kann ich keine engen Rollkragenpullis tragen oder Halsketten, die nicht mindestens 45 cm lang sind. Auch trage ich immer noch Prägungen aus dem Geburtsprozess mit mir herum. So habe ich auch jahrelang die Überzeugung vertreten, dass ich es alleine schaffen muss, dass ich kämpfen muss, um zu überleben oder dass ich oft den Menschen am meisten weh tue, die ich am meisten liebe. Um Hilfe zu bitten, fiel mir oft schwer.

Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass alles, was verletzt wurde, auch wieder heilen kann.

„Es ist nie zu spät, die emotionalen und spirituellen Wunden der ersten prägenden Erfahrungen zu heilen, egal wie lange die Geburt zurück liegt. Im Körpergedächtnis der Zellen sind alle Erinnerungen gespeichert. Wenn wir die Tür zu unseren dort festgehaltenen Gefühlen aus der Vergangenheit zu öffnen beginnen, fangen wir an, uns zu erinnern und emotional und spirituell zu heilen“, so Dr. Ines Howe.

Auf welche Art du deinen Heilungsprozess angehst, ist deine persönliche Sache. Es gibt viele Möglichkeiten, an die Prägungen deiner Geburt heranzukommen, z. B. durch spezielle Atem-Meditationen (holotropes Atmen, integratives Atmen, Quantum Light Breath) oder  durch Trancearbeit (Hypnose, Rückführung), SeiFu, Somatic Experiencing und vieles mehr.

Hallo, hier bin ichUm diesen Artikel mit etwas Humorigem abzuschließen, möchte ich allen werdenden Eltern das Büchlein von Willy Breinholst „Hallo, hier bin ich!“ ans Herz legen. Es schildert die Schwangerschaft und Geburt aus Sicht des Babys im Mutterleib. Ich habe es während meiner eigenen Schwangerschaft vor vielen Jahren gelesen und habe mich köstlich amüsiert.

 


1, 3 Dr. Ines Howe, Praxis für Integratives Atmen und Leiterin des Atman-Instituts in Berlin: http://www.atman-institut.de

2 Wikipedia: Frédérick Leboyer

 

Literatur:

Breinholst, Willy (1980): Hallo, hier bin ich! – Bastei Lübbe
Griscom, Chris (1990): Meergeboren. - Goldmann Verlag

 

Mentale Stresskompetenz

Mentale Stresskompetenz

Am Anfang war... der Gedanke!

Dieses Zitat kennst du sicherlich anders, nicht wahr? Heißt es nicht ursprünglich „Am Anfang war das Wort“? Ja, so lautet das bekannte Bibel-Zitat.

Aber es stimmt nicht ganz. Der altgriechische Ausdruck „logos“ hat einen großen Bedeutungsspielraum. So wird er im Sinne von Wort und Rede sowie deren Gehalt (= Sinn) gebraucht. „Logos“ bezeichnet auch das geistige Vermögen und dessen Schöpfungen (z. B. Vernunft), aber auch den Gesamtsinn der Wirklichkeit. Darüber hinaus deutet der Wortteil „-log-“ auch auf die philosophisch-mathematische Disziplin der Logik hin, also der Lehre des vernünftigen Schlussfolgerns.

Wenn du dir einmal vor Augen führst, wie Schöpfungsprozesse ablaufen, wirst du feststellen, dass alles seinen Ursprung im Geistigen hat. Schöpfungsprozesse laufen immer, ob konstruktiv oder destruktiv, ob bewusst oder im Hintergrund, sie finden ständig statt. Sie funktionieren in 4 Zyklen:

1. Alles beginnt mit einem Gedanken

Jede Schöpfung beginnt mit einer Absicht, also dem bewussten Willen, etwas zu tun. Diese Absicht entsteht in deinen Gedanken. Und das ist auch logisch, denn bevor du ein Wort  hervorbringst, hast du dir in der Regel überlegt, was du sagen willst. Es soll auch Leute geben, die reden und dann erst nachdenken. Da kommen dann die unbewussten Schöpfungen zum Vorschein, wie z. B. Freud’sche Versprecher oder irgend ein unsinniges Zeug. Aber ob bewusst oder unbewusst: Wenn du den Mund aufmachst, um ein Wort hervorzubringen (sinnig oder unsinnig), musst du vorher die Absicht dazu gehabt haben, sonst funktioniert es nicht.

2. Die Vorstellung/das Bild

Je genauer ich mir etwas vorstellen kann, desto größer ist die Chance, dass sich mein Bild auch verwirklicht. Das Bild gibt der Schöpfung die Richtung. Wenn meine Absicht und meine Vorstellung nicht übereinstimmen, verwirklicht sich das Bild, auch wenn die Absicht noch so stark gewesen sein mag.

Das bedeutet im Klartext: Alles, was du dir vorstellen kannst, kann zu deiner Realität werden. Und damit das geschehen kann, braucht es Zyklus Nr. 3.

3. Die Emotion

Die Emotion ist der Motor, der die Dinge ans Laufen bringt. Sie sollte kraftvoll und positiv sein. Wenn die Emotion der Absicht und der Vorstellung widerspricht, dann verwirklicht sich die Emotion. Wenn meine Angst vor dem Scheitern also größer ist, als die Vorstellung von z. B. einer erfüllenden Beziehung oder einem erfolgreichen Job, siegt die Angst. Der Part mit der größeren Energie gewinnt den Schöpfungsprozess.

Emotionen gehören zu den wertvollsten Eigenschaften des Menschen. Es gibt, genau wie bei der Absicht, keine vergangenen und keine zukünftigen Emotionen. Emotionen und Gefühle spüren wir immer im Hier & Jetzt.

4. Die Handlung

Ohne Handlung keine Schöpfung. Nur das Tun ist der Maßstab für alles, was sich im Hier & Jetzt manifestiert. Wenn ich die drei vorherigen Punkte nicht umsetze, macht das Ganze keinen Sinn. Nur unser Tun vollendet den Schöpfungszyklus. Dabei gibt es keine Abkürzung, der Schöpfungszyklus muss vollständig durchlaufen werden, sonst kann er nicht funktionieren.

Förderliche Gedanken entwickeln

judge-300552_640Wie du bereits aus meinem letzten Blog-Beitrag „Die 5 wirksamsten Strategien, mit denen du schnurstracks in die Stress-Hölle fährst“ weißt, bestimmen deine Gedanken deine Realität und was du fühlst. Umgekehrt beeinflussen deine Emotionen wiederum deine Gedanken und wie du dich verhältst. Das kann zu einem Teufelskreis werden, zu einer Endlosspirale, aus der du möglicherweise ohne einen Hinweis von außen nicht wieder herauskommst.

Wenn du ständig in negativen Gedankenschleifen drinhängst und du schon auf dem Zahnfleisch gehst, weil dir das fast deine gesamte Lebensenergie raubt, solltest du dringend damit beginnen, förderliche Gedanken und Einstellungen zu entwickeln.

Wie kannst du das machen?

Zunächst einmal solltest du dir darüber bewusst werden, dass du dich jederzeit  entscheiden kannst, wie du Situationen, Dinge, die passieren und andere Menschen bewertest und einschätzt. Du hast die Macht dazu! Das ist doch schonmal ein förderlicher Gedanke, nicht wahr? Falls du es nicht glaubst, möchte ich dir kurz und knapp die Geschichte von Viktor Frankl erzählen:

Der österreichische Arzt und Psychotherapeut Viktor Frankl wurde von den Nazis ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo seine erste Frau und seine Eltern ermordet wurden. Er selbst wurde gefoltert und entwürdigt. Eines Tages wurde er sich dessen bewusst, was er “die letzte Freiheit des Menschen” nannte. Die Aufseher im KZ konnten ihn und seine Umgebung kontrollieren und mit seinem Körper machen was sie wollten. Er blieb trotzdem ein selbstbewusstes Wesen, das beobachten konnte, was mit ihm geschieht. Seine grundlegende Identität war intakt. Er konnte selbst entscheiden, welche Auswirkungen all diese Erlebnisse auf ihn haben würden.

„Die letzte der menschlichen Freiheiten besteht in der Wahl der Einstellungen zu den Dingen“
Viktor Frankl (1905−1997)

Dies zu erkennen ist der erste Schritt auf deinem Weg, dein eigener Stress-Experte zu werden. Darauf kannst du aufbauen.

board-765311_640Um deine mentale Stresskompetenz zu stärken, wird es also ab jetzt darum gehen, deine persönlichen Stressverstärker zu identifizieren, selbstkritisch zu reflektieren und neue förderliche Gedanken und Einstellungen zu entwickeln.

Mit der Zeit gewinnst du mehr und mehr die Kontrolle über deine eigenen, oft automatisierten stressverstärkenden Gedanken. Du lernst, dass du nicht nur das Opfer deiner früheren Erfahrungen oder deiner äußeren Umstände bist, sondern auch, dass du dich weiterentwickeln kannst.

Du kannst lernen, deine Stressverstärker – selbst wenn du sie nicht komplett loswirst –  dann doch zumindest abzumildern, aufzuweichen und nach und nach eine positivere Einstellung und förderlichen gedanklichen Umgang mit den Anforderungen des Lebens zu enwickeln.

Dabei ist es wichtig, keinen naiven Optimismus walten zu lassen, in Form von positiven Affirmationen, wie „Chaka, du schaffst es!“ – Das hilft vielleicht kurzfristig, aber nicht nachhaltig. Wichtig ist, dass du das, was du da sagst, auch so meinst, dass du es fühlen und umsetzen kannst. Nur dann wird es zu einer Erfahrung, die es dir erlaubt, einen gesunden Optimismus zu entwickeln und kompetent mit Belastungen umzugehen.

Optimismus besteht darin, aus einer Situation das Beste (= Optimum) zu machen
Viktor Frankl (1905−1977)

Ziel des mentalen Stressmanagements ist es also, dich dazu zu befähigen, aus jeder Situation das Beste zu machen.


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